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Quitte: Die vergessene Frucht

Sie hat einen außergewöhnlichen kulturellen und heilkundlichen Hintergrund und ist in der Küche sehr vielfältig einsetzbar. Obwohl sie viele Jahrhunderte aufgrund ihrer guten Eigenschaften und gesunden Inhaltsstoffe sehr geschätzt wurde, hat die Quitte in den vergangenen Jahrzehnten an Beliebtheit eingebüßt. Als Mischung aus Apfel und Birne ist sie den meisten Menschen bekannt, doch die wenigsten wissen, was die Quitte wirklich kann. Seit kurzem steigt wieder das Interesse an ihr, daher stellen wir in diesem Artikel die vergessene Frucht vor

Eine Kreuzung aus Apfel und Birne?

Quitte

Genau wie Apfel und Birne gehört die Quitte zwar zu den Rosengewächsen, dennoch ist sie eine eigene Gattung. Es gibt zwar Apfelquitten und Birnenquitten, dabei handelt es sich aber nur um eine Bezeichnung der jeweiligen Form der Frucht. Die wollige Haut unterscheidet die Quitte sehr deutlich von ihren Verwandten.

Die Wildformen dieser uralten Obstart stammen aus Transkaukasien, Turkestan und Persien und kamen von dort über Kleinasien und Nordafrika nach Südeuropa. Heutzutage ist die Quitte weltweit vertreten, in Deutschland ist sie weniger in Erwerbsanlagen, dafür mehr in privaten Gärten zu finden. Sie wächst in drei bis sechs Meter hohen, strauchartigen Gehölzen und die Pflanze kann bis zu 50 Jahre alt werden. Geerntet wird sie von Ende September bis Oktober.

Während man in Apfel und Birne einfach herzhaft reinbeißen und sie roh verspeisen kann, so sind von etwa 200 Quittensorten nur sehr wenige roh genießbar. Schale und Fruchtfleisch sind äußerst hart und auch der Flaum an der Schale hat einen bitteren Geschmack. Dennoch lohnt es sich, der Quitte viel Aufmerksamkeit zu schenken, denn sowohl in der Küche als auch in der Naturheilkunde erweist sie sich als echtes Multitalent.

Apfel und Birne

Mehr als Quittengelee

Quittengelee werden die meisten kennen. Doch die Frucht kann noch viel mehr. Neben der Verarbeitung zu Marmelade und Kompott, Saft, Most und Likören kann die Quitte auch pikant zubereitet werden. Beispielsweise als Chutney zu Muscheln und Fisch oder in der Pfanne mit Salbei angebraten und mit Wein aufgekocht zu Fleischgerichten – die Quitte ist ein echter Genuss.

Neben dem tollen Geschmack glänzt die Quitte mit gesunden Inhaltsstoffen. Sie wirkt antibakteriell, antiviral, hustenlindernd, entwässernd, zudem hilft sie gegen Durchfall, schützt die Leber, hat positive Auswirkungen auf Depressionen und wird zusätzlich in der Krebsforschung eingesetzt.

Quittengelee

Zur innerlichen medizinischen Anwendung kann man sich Quittentee oder einen sogenannten Quittenschleim herstellen. Der Schleim kann bei Durchfall oder Husten eingenommen werden, ist aber auch zur Anwendung auf rissiger, gestresster, sonnengeschädigter und/oder entzündete Haut geeignet (den Schleim einfach auf die Haut auftragen). Der Tee ist hilft bei Schlafstörungen und Verdauungsproblemen. Die Zubereitung ist denkbar leicht: Ca. einen Teelöffel Quittenkerne für einige Stunden in einer Tasse warmen Wasser einweichen, bis sich ein Schleim bildet. Der Tee lässt sich ebenfalls aus den Kernen zubereiten. Dafür zwei Teelöffel Quittensamen in einer Tasse Wasser etwa fünf Minuten lang kochen. Wichtig: Bei beiden Arten der Zubereitung müssen die Kerne vor der Einnahme abgeseiht werden. Denn sie enthalten das Glycosid Amygdalin, woraus durch das Zerkleinern oder Kauen die giftige Blausäure abgespalten würde.

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