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Landkreis Helmstedt

Mit seinen rund 670 km² ist der Landkreis Helmstedt zwar einer der kleinsten in Niedersachsen.
Im Landkreis Helmstedt liegen aber die drei Städte Helmstedt, Schöningen und Königslutter sowie einige andere interessante Örtlichkeiten. Deshalb widme ich dem Landkreis eine eigene Rubrik.
Durch den Landkreis verläuft die Grenze zwischen der fruchtbaren Braunschweig-Magdeburger Börde und dem weniger fruchtbaren Umland.
Deshalb haben schon die Steinzeitmenschen hier vom fruchtbaren Boden profitiert und zahlreiche Spuren hinterlassen.
Vor allem durch den Abbau der Braunkohlevorkommen und der eiszeitlichen Kiesablagerungen hat der wirtschaftende Mensch einen Einblick in die Erdoberfläche erhalten und viele Spuren der Steinzeit freigelegt.

ehemalige Zonengrenze

Vor der Wende litt Helmstedt sehr unter der Zonenrandlage.
Aber eine der drei Verbindungen zwischen der BRD und Berlin führte über Helmstedt/Marienborn.
Nach der Wende fielen die Grenzanlagen. An einigen Stellen wurden aber Teile erhalten und heute als Freilichtmuseum ausgebaut.
Politisch gehören diese Anlagen zum Gebiet der ehemaligen DDR, also heute zu Sachsen-Anhalt, aber vom Kreis Helmstedt sind es natürlich nur wenige Meter. Deshalb nehme ich sie hier mit auf.
Erwähnenswert sind unter anderem das Zonengrenz-Museum in Helmstedt Stadt und die Gedenkstätte deutsche Teilung auf dem Gelände der ehemaligen Grenzanlage Marienborn.
So mancher bundesdeutsche Bürger hat hier in der Ein- oder Durchreiseschlange gestanden und gehofft, nicht in die "Garage" zu müssen. Heute kann man die die Garage ohne Herzklopfen betreten.

Gleich hinter Bad Helmstedt liegt Beendorf/Sachen-Anhalt. Hier hat man zur Wiedervereinigung einen Gedenkstein aus Knollenquarzit errichtet.
Außerdem weist das Schild auf die Teilung hin. Man erkennt, dass nicht gleich am 9. November 1989 alle Übergänge geöffnet wurden. Sie mussten ja erst von Minen befreit werden...

In Hötensleben hat man große Teile des "faschischtischen Schutzwalls" erhalten, der das direkt angrenzende Dorf vom Westen abschottete.
Wer noch an die behauptete Schutzvorrichtung der Mauer glaubt, sollte darauf achten, aus welcher Richtung die Kraftfahrzeughöcker für Autos eine wirksame Sperre waren. Für Autos aus Richtung Westen waren sie nur Sprungschanzen...

Stadt Königslutter

Königslutter hat etwa 16 000 Einwohner.
Seinen Namen verdankt die Stadt dem Flüsschen Lutter und dem König (und 1133 - 1137 n.Chr. Kaiser) Lothar von Süpplingenburg (Supplinburg).
Auf beide komme ich noch im weiteren Verlauf zurück.

Wie ich auch noch an einigen anderen Stellen belegen werde, liegt Königslutter nicht ohne Grund an der deutschen Fachwerkstrasse.
Hier zeige ich einige Häuser vom Marktplatz.

Königslutter ist u.a. durch Eingemeindungen gewachsen und das Rathaus reichte nicht mehr aus.
Anders als andere Städte hat Königslutter aber kein neues Rathaus erbaut, sondern ein zweites Haus am Marktplatz ebenfalls zum Rathaus ernannt. Deshalb gibt es hier nebeneninander zwei verschiedene Rathäuser.

Zum Marktplatz führt die Marktstrasse.
Auch hier gibt es zahlreiche sehenswerte Häuser.

Neben dem Markt steht die Stadtkirche St. Sebastian und Fabian.
Der Turm ist noch aus dem 12. Jahrhundert, der Rest musste zwischenzeitlich erneuert werden.

Neben der Stadtkirche liegt ein unscheinbares Gebäude. Es enthält das GeoPark-Informationszentrum Königslutter.
Hier wurde die Otto-Klages-Sammlung eingegliedert.
Herr Klages hat zahlreiche Fossilien aus der Umgebung gesammelt, die jetzt hier kostenlos zu besichtigen sind.
Das größte Fossil aus der Umgebung ist wohl der Ichthyosaurier, ein Fischsaurier.

Da der Elm aus Trias-Kalkstein besteht, sind auch zahlreiche Ammoniten in seiner Sammlung enthalten.
Ammoniten sind übrigens keine Schneckenart, sondern andere Weichtiere, nämlich Tintenfische, wie die Rekonstruktion zeigt. Bei den meisten heute lebenden Tintenfischen hat sich die Kalkschale zurückgebildet und ist nur noch als Schulp unter der Haut erhalten.

In einer kleinen Abteilung sind lebende Lungenfische zu beobachten.
Leider leben sie kamerascheu zurückgezogen.
Dafür posierte der Axolotl umso bereitwilliger.

Nur noch wenige Schritte sind es von der Stadtkirche zu den erhalten gebliebenen Resten der Stadtmauer.
Nicht selten war die Mauer auch im Mittelalter Teil eines Wohnhauses.

Die wohl schönste Straße in Königslutter ist die Kattreppeln, die den Markt und den Kaiserdom verbindet.
Hier kann man zahlreiche schöne Hauser bewundern.

Zur Herrenmühle ist von hier aus nur ein kurzes Stück zu gehen.
Die Mühle war wassergetrieben. Wegen des bergigen Umlandes wurde das Wasser etliche Meter über dieses Aquaedukt geleitet, das im Hinterhof des Gasthauses betrachtet werden kann.

Am Ende der Kattreppeln steht das Museum Mechanischer Musikinstrumente.

Lothar von Süpplingenburg stiftete im Jahre 1135 die Klosterkirche für das ebenfalls von ihm gegründete Benediktinerkloster.
Nach seinem Tod wurde die Kirche im romanischen Stil vollendet und im 15. Jahrhundert durch die Westtürme ergänzt.
Mittlerweile hat man der Kirche den Namen "Kaiserdom" gegeben.
Nach einer ausführlichen Restaurierung wurde der Dom Ostern 2010 wieder eröffnet.

Der für den Bau verwendete Elmkalk wurde durch Baumeister aus der Lombardei gestaltet. Besonders fällt das Löwenportal auf.
Ob dies wohl eine Reminiszenz daran ist, dass die Fertigstellung unter Heinrich dem Löwen erfolgte?

Die ursprüngliche Bemalung im Innenraum wurde im 19. Jahrhundert überstrichen. Zwischen 1887 und 1894 wurde die neue Bemalung aufgetragen.
Kaiser Lothar wurde im noch nicht fertiggestellten Dom bestattet.
Seine Grabplatte liegt auch heute noch im Dom.

Sehenswert ist der ab 1150 errichtete Kreuzgang. Der ältere Nordflügel gehört mit seinem Reichtum an ornamentierten Säulen und Kapitellen zu den schönsten seiner Art in Deutschland (lt. Wikipedia).

Hinter dem Dom steht ein großer Park, der zu Spaziergängen einlädt.
Hier wurde in Erinnerung an die Gräuel des "3. Reiches" der Weg der Besinnung angelegt.

Außerdem kann man hier die Kaiser-Lothar-Linde bewundern.
Dieser Baum soll im Jahr des Baubeginns vom Dom (1135) vom Kaiser (Lothar, nicht Franz!) gepflanzt worden sein.
Der Baum hat heute einen Stammumfang von 11 bis 15 Metern.

An vielen Stellen in Königslutter stehen Steinmetzarbeiten. Diese wurden von Schülern und Lehrern der Steinmetzschule erstellt und beleben das Stadtbild. Dazu gehören auch die Ammoniten und der Summstein, dessen Akustik man erleben kann, wenn man den Kopf einsteckt und zu Summen beginnt.

Die Lutterquelle liegt etwas oberhalb von Königslutter.
Bei dieser Karstquelle tritt das in ausgewaschenen Hohlräumen geleitete Wasser aus Gesteinsspalten aus.
Die Abt-Fabricius-Quelle ist die Hauptquelle der Lutter, bei der man mit einer Mauer die Quelle eingefasst hat. Es sind noch 6 weitere Austrittstöpfe bekannt.
Wenn es ausreichend geregnet hat, sollen diese Quelltöpfe bis zu 230 l in der Sekunde (20.000 m³ pro Tag) fördern. Demnach ist die Lutterspring neben der Rhumequelle (im Harz bei Rhumspringe) die zweitstärkste Quelle Norddeutschlands.
Der Sommer 2015 hat da wohl nicht genug Nahrung geschaffen.

Groß-Steinum, heute Teil der Stadt Königslutter, ist vor allem bekannt für seine Großsteingräber aus der Zeit um 3500 v. Chr.
Die Steinkammer wurde erst in jüngerer Zeit aufgebaut, allerdings aus Steinen, die in der Gegend lagen und offensichtlich zu zerstörten Großsteingräbern gehört haben.

Nördlich von Königslutter leigt der Findlingsgarten Königslutter.
Hier hat man etwa 300 bei Kiesabbau gefundene Findlinge aus der Saale-Eiszeit aufgestellt und mit Erläuterungen versehen.
Es gibt hier weitere Informationen, wie das Eis Landschaften formte.

Der Elm

Der Elm ist ein 25 km langer, 3 bis 8 km breiter, maximal 323,3 m üNN hoher und bewaldeter Mittelgebirgszug südöstlich von Braunschweig in den Landkreisen Helmstedt und (etwas auch) Wolfenbüttel. Geologisch ist der Elm hauptsächlich aus fossilreichem Kalkstein der mittleren Trias (Muschelkalk) aufgebaut
Danke an Wikipedia, besser kann ich es auch nicht beschreiben.
Meistens werden Elm und Lappwald gemeinsam geführt.

An dieser Stelle steht ein 88 cm aus dem Boden herausragender bearbeiteter Stein.
Der Legende nach soll er daran erinnern, dass der Ablassprediger Tetzel (sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer springt....) hier überfallen und ausgeraubt oder sogar ermordet wurde.
1846 wurde das Denkmal geschaffen und im Inneren mit einem Text zu diesem Vorfall versehen.
Viele Besucher - so wie auch ich - fallen darauf rein und halten das Denkmal für den Tetzelstein. Der liegt aber etwa 100 Meter entfernt davon (man lernt eben nie aus!).

Das Reitlingstal ist Ausgangspunkt einiger Wanderrouten durch den Elm.
Hier steht auch das Café Reitlingstal, in dem man sich vor oder nach der Wanderung stärken kann.

In Eitzum am Elmrand steht das Kaffeekannenmuseum. Hier sind zahlreiche Kaffeekannen an verschiedenen Stellen des Hauses untergebracht.
Passend dazu ist das Gebäude ein Café. Hier bekommt man preiswert ein Gedeck aus Kaffee und zwei Stück Kuchen.

Schöningen

Die 12 000-Seelen-Stadt Schöningen gehört zum Landkreis Helmstedt.
Hier sieht man die Kloster-Kirche St. Lorenz von 1119 n. Chr..

Helmstedt enthält ein großes Braunkohlerevier.
An einigen Orten wie hier beim Paläon kann man von oben in den Tagebau einblicken.
Durch die Tagebaue erschließt man natürlich die Erdoberfläche und macht dabei so manch erstaunliche Entdeckung.
So barg man vor kurzem acht hölzerne Speere, die etwa vor 270 000 Jahren hergestellt wurden und deshalb die ältesten heute bekannten Jagdwerkzeuge der Menschheit sind. Um diese zu würdigen, wurde das Palaeon errichtet als Erlebnis- und Forschungszentrum.
Im Hintergrund dampft das bundesweit bekannte Kraftwerk Buschhaus. Den Dampf kann man auch noch vom Brocken aus erblicken.

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