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Am 9.März machten sich 4 verwegene Feierabendler auf nach Alfeld.
Da gesellte sich noch ein neues Mitglied zu uns. Willkommen.

Auf dem Weg nach Alfeld überkam uns ein übermächtiger Kaffee-Hunger.
Deshalb kehrten wir bei Frau Holle ein, genauer gesagt im Café Engelke in Holle.

In Alfeld angekommen mussten wir zunächst die Zeit bis zum Beginn der Führung überbrücken. Das fiel aber nicht schwer, denn im Vorraum der Eingangshalle gab es eine Menge Informationen zu verschiedenen UNESCO-Welterbestätten, wenn der Fotograf einen nicht ständig beim Lesen stört.....

Eigentlich war hier ein Foto von der Wand drin mit dem Ausspruch:
"Mein Bestreben war es, möglichst einfach, aber exakt und präzise zu bauen, um damit schon durch das Äußere der Anlage anzudeuten, daß hier alles auf Genauigkeit zugeschnitten ist Dieses Ziel habe ich, wie allgemein anerkanntwird, erreicht.
Carl Benscheidt 1911

Was wollen wir in Alfeld?
100 Jahre Bauhaus? Baumärkte gibt es auch in Braunschweig!
Aber es war ganz anders. Der 58-jährige Unternehmer Carl Benscheidt wollte ein neues Werk zur Herstellung von Schuh-Leisten errichten.
Seine Überlegungen zur Gestaltung waren im Vorraum notiert.

Auch hier hat das neue Copyright-Gesetz zugeschlagen:
"Der Arbeit müssen Paläste errichtet werden, die dem Fabrikarbeiter, dem Sklaven der modernen Industriearbeit, nicht nur Licht, Luft und Reinlichkeit geben, sondern ihn noch etwas spüren lassen von der Würde der gemeinsamen großen Idee, die das Ganze antreibt. Walter Gropius, 1911"

Um seine Gedanken umzusetzen, engagierte er den gerade erst 28 Jahre alten völlig unbekannten Architekten namens Walter Gropius.
Das Fagus-Werk ist somit das erste von Gropius errichtete Gebäude.
Erst später wurde Gropius sehr bekannt als Gründer vom Bauhaus.

Nur zur Unterscheidung: dieses Gebäude war bereits errichtet bevor Gropius die Planung übernahm. Er konnte hier nur einige unbedeutende Änderungen vornehmen.

Und das ist der gesamte Komplex, wie er von Gropius errichtet wurde.
Wichtig war ihm vor allem, dass die Arbeitshallen von Licht durchflutet sind. Daher die vielen großen Fenster.
Auch der ökologische Gedanke spielte eine Rolle. Die Verdickung am Schornstein, der Teil mit dem Schriftzug, ist ein Wasserbehälter, in dem die Abwärme des Schornsteins genutzt wird, um das Brauchwasser auf 40° zu erwärmen.

Um den größtmöglichen Lichteinlass zu erreichen, entwickelte Gropius solche säulenfreien Fensternischen, was vorher als statisch nicht möglich eingeschätzt wurde.

Auch die Dachkonstruktion umterschied sich von anderen Betriebsstätten.
Hier blicke ich vom Obergeschoss des Museums.

Schuster, bleib bei Deinen Leisten!
Die werden im Fagus-Werk hergestellt.
Früher war ein Stück Buche (botanisch: Fagus sylvatica) Grundstoff für alle einzelnen Leisten. Der Rohstoff bestimmte sogar den Namen der Firma.
Heute wird nur noch das erste Zwischenprodukt aus Holz in Handarbeit erstellt. Die weiteren Leisten werden computerisiert aus Kunststoff nach diesem Rohling angefertigt.
Fagus beliefert weltweit zahlreiche Schuhfabrikationen mit dafür benötigten Leisten.
Ich verzichte darauf aufzuzählen, welche Schuhe heutzutage auf Fagus-Leisten entstehen.

In dieser Halle werden die Leisten aufbewahrt.
Es ist schön hell.

Die Fagus-Werke sind auch heute noch ein Familienbetrieb, wenn auch der Nachname des Inhabers wechselte.
Die Schuh-Leisten sind heutzutage nur noch ein kleinerer Betriebszweig. Unter dem Firmennamen GreCon haben sich die Fagus-Werke ein zweites Standbein geschaffen. Sie sind führend bei Brandschutz- und Messtechnik-Systemen.

Von der Führung erholten wir uns im werkseigenen Café.

Danach ging es in die (leider verregnete) Innenstadt.
Alfeld ist eine Fachwerkstadt.
Einen Eindruck davon vermittelt das Foto der Hauptstraße.

Das Rathaus der Stadt im Weser-Renaissance-Stil erinnerte uns an das Juleum in Helmstedt.

Etwas im Hintergrund liegt die alte Lateinschule, ein schöndes Beispiel norddeutscher Fachwerkkunst.

Zum Abschluss unseres Besuches und um den Regen abklingen zu lassen, stärkten wir uns in einem Café in der Innenstadt.
Und danach ging es wieder gen Heimat.

Wir sehen uns nächsten Mittwoch wieder.
Bis dahin alles Gute
Jack

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