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Wenn aus Windpocken Gürtelrose wird

Jeder, der schon einmal an Windpocken erkrankt ist, kann später auch Gürtelrose (Herpes zoster) bekommen. Da das bei den meisten in ihrer Kindheit der Fall war, trägt ein Großteil der Bevölkerung das Virus ist in sich und ist daher auch dem Risiko einer Gürtelrose ausgesetzt. Die Viruserkrankung betrifft dabei vor allem ältere Menschen und solche mit einem schwachen Immunsystem. Die Nervenentzündung äußert sich in der Regel in einem halbseitigen, extrem schmerzhaften Hautausschlag und kann unter Umständen auch die Organe befallen.

Frau, die sich vor Schmerzen den Bauch hält

Entstehung

Vor der Erkrankung an Gürtelrose stehen zunächst einmal die Windpocken. Sie werden vom Varicella-Zoster-Virus ausgelöst, einem Herpesvirus. Nach abgeheilter Windpocken-Infektion verbleibt der Virus ein Leben lang im Körper und zieht sich in Nervenknoten entlang des Rückenmarks, aber auch in die Hirnnerven zurück. Das bedeutet nicht, dass die Infektion erneut ausbrechen muss. Für den Fall jedoch, dass dies geschieht und die Viren aktiv werden, erkrankt man nicht erneut an Windpocken, sondern eben an Gürtelrose. Zur Vermehrung der Viren und zu einem Ausbrauch der Krankheit kommt es, wenn das Immunsystem stress-, krankheits- oder altersbedingt nicht mehr optimal arbeitet.

Symptome

Ausschlag bei Gürtelrose

Zu Beginn der Gürtelrose stehen häufig „klassische“ Symptome einer Erkrankung. Neben Müdigkeit und Abgeschlagenheit kann es auch zu einem leichten Fieber und Unwohlsein kommen. Daneben kribbelt, schmerzt oder juckt es bei manchen Personen unter der Haut. Etwa zwei bis drei Tage später äußern sich die für die Gürtelrose typischen Anzeichen. Da sich die Viren entlang der Nervenbahnen vermehren, wandern sie von dort durch die Haut. Diese Dermatome genannten Hautareale bilden entlang des entzündeten Nervs zunächst Knötchen, die sich zu gefüllten Bläschen ausbilden. Durch ihre Form erinnern sie an einen Gürtel, der der Krankheit ihren Namen gibt. In der Regel ist dieser Hautauschlag einseitig und tritt an Rumpf und Brustkorb auf. Die mit einer hochinfektiösen Flüssigkeit gefüllten Bläschen jucken weniger als es bei Windpocken der Fall ist und trocknen normalerweise innerhalb von zwei bis sieben Tagen aus. Bis zur Genesung vergehen etwa zwei bis vier Wochen. Auch wenn der Juckreiz der Bläschen nicht stark ausgeprägt ist, so sind die Schmerzen teilweise extrem, da die Nerven davon betroffen sind.

Mögliche Folgen

Bei etwa 10-20 Prozent aller Erkrankten kommt es zu einer Post-Zoster-Neuralgie, auch postherpetische Neuralgie genannt. Hierbei leiden die Betroffenen nach der Abheilung des Ausschlags weiterhin an Schmerzen, die durch die Nervenentzündungen hervorgerufen werden. Wie lange es bis zur kompletten Heilung dauert, ist unterschiedlich. Es kann Wochen, Monate, in manchen Fällen auch Jahre dauern.

Die Bläschen treten wie beschrieben am häufigsten am Rumpf auf, können aber auch Gesicht, Ohren oder das Gehirn von der Nervenentzündung betroffen sein. Dies äußert sich in Hornhautentzündung, Hörminderung oder Lähmungserscheinungen, die allerdings normalerweise mit dem Abheilen wieder verschwinden.
Darüber hinaus sind bakterielle Sekundärentzündungen sind möglich, etwa durch Aufkratzen der Bläschen.
Für Personen mit einem stark geschwächten Immunsystem, etwa Krebspatienten, kann es zu lebensgefährlichen Komplikationen wie Leber-, Lungen- oder Hirnhautentzündung. Dies ist zum Glück sehr selten.

Behandlung

 Herpes Zoster

Gürtelrose ist weniger ansteckend als Windpocken, die sowohl mittels Tröpfcheninfektion als auch über die Flüssigkeit der Blasen übertragen werden können. Bei Herpes zoster geschieht das nur bei direktem Kontakt mit dem Inhalt der Hautbläschen, der den Virus in sich trägt oder durch das Anfassen von Gegenständen, die durch eine verunreinigte Hand mit dem Virus in Berührung kam. Deshalb ist das Abstandhalten eine der wichtigsten Maßnahmen, die sofort ergriffen werden müssen. Eine an Gürtelrose erkrankte Person ist ab dem Auftreten der Hautbläschen für ca. fünf bis sieben Tage ansteckend.
Bei Verdacht auf eine Gürtelrose sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden, um eine genaue Diagnose zu erhalten. Es gilt: je schneller, desto besser. Zur Behandlung werden virenhemmende Medikamente, Salben oder Lotionen zur lokalen Behandlung der betroffenen Hautareale sowie Schmerzmittel eingesetzt. Unter Umständen kommt es auch zur Verschreibung von Antibiotika, sollte sich daraus eine bakterielle Entzündung entwickelt haben.
Neben der Selbstisolation sollte auf alles verzichtet werden, was das Immunsystem zusätzlich belastet. Auch die Bläschen bzw. der Schorf dürfen nicht abgekratzt werden. Stattdessen ist eine sehr genaue Hygiene elementar.

Imfpung:
Gegen Gürtelrose steht ein Totimpfstoff zur Verfügung. Seit 2019 werden die Kosten dafür für alle Personen ab 60 von den Krankenkassen übernommen; sowie für gefährdete Menschen ab 50.
Darüber hinaus existiert seit 2004 eine Windpockenimpfung, also gegen die Krankheit, die vor der Gürtelrose steht. Inwiefern das Auswirkung auf die Erkrankung an Gürtelrose hat, kann noch nicht gesagt werden, da der Zeitraum zu kurz ist, um die entsprechenden Daten zu erheben – erkranken an Windpocken doch meistens Kinder und an der Gürtelrose Senioren.

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