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Darmträgheit und Reizdarm

Darmträgheit oder gar Verstopfung, auch Obstipation genannt, plagen viele Menschen. Im Alter von 60 Jahren und aufwärts häufen sich die Probleme. Unangenehme Druckgefühle, Appetitlosigkeit sowie Krämpfe stellen sich ein. Potenziell handelt es sich bei extremen Vorfällen sogar um eine lebensgefährliche Situation. Meist sind die Unannehmlichkeiten selbstverschuldet und können mit einfachen Mitteln effektiv eingedämmt werden.

Mann beim Arzt

Verstopfung im Alter

Nicht jeder Mensch besitzt die gleichen Entleerungszyklen. Stark abhängig bleiben diese von der persönlichen Lebensweise. Erst ab einer Frequenz von weniger als zwei Entleerungen pro Woche wird von einer Verstopfung gesprochen. Mit dem steigenden Alter gesellen sich zusätzlich negative Katalysatoren hinzu, die eine Verstopfung begünstigen. Die Beweglichkeit und Bereitschaft zur körperlichen Aktivität gilt als herabgesetzt. Durch die fehlende Bewegung und ein im Alter vergrößertes Aufnahmevolumen verlangsamt sich automatisch der Transport des Stuhls durch den Darmtrakt.

Doch nicht nur die reine Abführgeschwindigkeit entscheidet über das Wohlbefinden. Auch Schmerzen, Völlegefühle und Stuhlbeschaffenheit beeinflussen die subjektive Erfahrung während des Austretens. Der lange Aufenthalt begünstigt eine verstärkte Flüssigkeitsabsorption aus dem Stuhl und führt zu einer Aushärtung seiner Konsistenz. Vor allem bettlägerige Menschen zeigen sich anfällig wegen ihrer fehlenden Mobilität und meist auch unzureichenden Flüssigkeitsaufnahme.

Möglicherweise liegt eine grundlegende Funktionsstörung vor. Häufig liegen die Gründe dafür im Dunkeln. Ohne eindeutig organische Ursache gehen Mediziner von einer primären Verstopfung aus. Sekundäre Fälle sind Folge einer anderen Grunderkrankung wie zum Beispiel Tumoren, Stoffwechselstörungen (Zuckerkrankheit) oder ein entzündlicher Prozess im Darm. Manchmal treten die Beschwerden auch als Folge einer Nebenwirkung durch die Einnahme von Medikamenten auf, die negativen Einfluss auf das Stuhlverhalten ausüben. Als chronisch gilt die unzureichende Darmentleerung, wenn diese über 3 Monate nicht häufiger als zweimal pro Woche erfolgt. Betroffene plagt auffällig oft ein Gefühl der Schwere und Trägheit im Bauch trotz Ausscheiden des Stuhlganges.

Was hilft gegen Verstopfung?

Frühstück mit Zerealien und anderen Zutaten in einer Holzkiste

Starkes Pressen auf der Toilette und Unwohlsein im Bauch ist kein unabwendbares Problem des Alters. Kleine Dinge verschaffen bereits enorme Erleichterung und Beugen einer Verstopfung effizient vor. Ballaststoffreiche Ernährung mit Obst, Vollkornprodukten und Gemüse regt die Darmaktivität an und lockert den Stuhlgang auf. Durch die geschmeidige Konsistenz und das erhöhte Volumen fällt der Abtransport deutlich leichter.
Wichtig ist eine ausreichend Zufuhr an Flüssigkeit mit bis zu 2 Litern Wasser am Tag. Achtung: Ohne genügend Wasser können Ballaststoffe sogar kontraproduktiv wirken und den Stuhl zu stark eindicken. Die Einnahme von Flohsamenschalen mit reichlich Trinken, durchtränkte Haferflocken, Feigen oder Pflaumen können bei generalisierten Problemen oft rasch Abhilfe verschaffen.

Selbst leichte Formen der Bewegung beugen einer Inaktivität zuverlässig vor. Darunter fallen gemächliche Spaziergänge oder leichte Bewegungsübungen für Zuhause, um den Kreislauf anzuregen. Sollten Medikamente wie ein Schmerzmittel (Analgetika) oder Antidepressiva Ursache der Verstopfung sein, hilft ein Gespräch mit dem zuständigen Arzt für eine eventuelle Umstellung. Besteht keine praktische Alternative, unterstützt ein verordnetes Abführmittel den nächsten Toilettengang. Bei extremen und plötzlich auftretenden Schmerzen ist immer sofort ein Arzt aufzusuchen. Ein möglicher Darmverschluss gilt als lebensgefährliche Komplikation einer Verstopfung.

Sonderfall Reizdarm

Der Reizdarm beschreibt eine recht verbreitete Funktionsstörung des Darms, deren genaue Ursache bisher nicht völlig geklärt ist. Tendenziell erkranken Frauen fast doppelt so oft an diesem Syndrom wie Männer. Allgemein neigt der Darm zu einer ungewöhnlich starken Reaktion auf eigentlich normale Abläufe. Die Bewegung des gefüllten Darmabschnittes zeigt sich außerdem beeinträchtigt. So bereiten zum Beispiel völlig alltägliche Luftablagerungen sowie Blähungen deutliche Schmerzen und beim Verdauungsprozess kommt es immer wieder zu Krämpfen unterschiedlicher Ausprägung.

Auch wenn eine ungesunde Ernährung nicht nachweislich für die Entstehung des Reizdarmes in Zusammenhang steht, hat sie erheblichen Auswirkungen auf die Symptome. Daher sind die gleichen Ratschläge wie die zur Linderung einer Verstopfung zu beherzigen, um den Darm seine Arbeit so gut wie nur irgendwie möglich zu erleichtern. Der Verzehr stark blähender Nahrungsmittel wie Zwiebeln, Bohnen oder Hülsenfrüchte sollte jedoch vermieden werden. Die Diagnose erfolgt in der Regel nach dem Ausschlussverfahren.

Trotz aller Leiden dürfen Betroffene beim Reizdarmsyndrom aufatmen: Die Krankheit an sich gilt als nicht lebensgefährlich und mindert nicht die Lebenserwartung. Eine symptomatische Therapie mindert Schmerzen und eventuelle Probleme während des Toilettenganges. Psychische Belastungen wie großer Alltagsstress steigern die Überempfindlichkeit des Darmes nachträglich. Daher gilt es, unnötigen Stresssituationen aus dem Weg zu gehen und generell den Lebensalltag emotional etwas entspannter zu bestreiten.

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