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Akupunktur:

Ernstzunehmende Schmerztherapie oder fernöstlicher Hokuspokus?

Die Akupunktur ist eine Therapieform, die vermutlich bereits vor mehr als 3000 Jahren in China praktiziert wurde. Bei dieser Methode werden dünne Nadeln in bestimmte Körperpunkte gestochen, wodurch der Energiefluss im Körper angeregt und eine bessere Durchblutung erzielt werden soll. Inzwischen weiß man, dass auch in verschiedenen anderen Ländern der Welt ähnliche Techniken zum Einsatz kamen und kommen.

Im Osten entwickelte sich die Akupunktur als spezielle Behandlungsform der Traditionellen chinesischen Medizin, in der Abkürzung bekannt als TCM. Sie wird in den ostasiatischen Ländern weitgehend unverändert praktiziert.
Es gibt aber auch eine ständig wachsende Zahl von Ärzten und Heilpraktikern, die sich mit einer abgewandelten, westlichen Form dieser alten chinesischen Medizin, und hier speziell der Akupunktur, befasst. Dabei geht es um die Verknüpfung der chinesischen Praktiken und Erfahrungen mit den modernen Erkenntnissen der westlichen Medizin.

Arzt zeigt Energielinien im Körper an einer Figur

Akupunktur als Schmerztherapie - was kann sie bewirken?

Besonders wirksam hat sich die Akupunktur bisher bei der Behandlung von Schmerzen und Muskelverspannungen erwiesen. Sie kann jedoch auch bei Kopfschmerzen, Migräne, Nasennebenhöhlenentzündung, dem sogenannten Reizdarmsyndrom, Verdauungsstörungen oder gynäkologischen Beschwerden angewandt werden. Akupunktur ist sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern einsetzbar. In der Schmerztherapie wird diese Behandlungsform schon länger praktiziert und wird seit 1958 in China sogar bei chirurgischen Eingriffen angewandt. Im Westen konnte sich Akupunktur anstelle der üblichen Narkose allerdings nicht durchsetzen, da es dafür kaum Fachpersonal gibt. Der Nutzen, den Patienten durch Akupunktur haben können, lässt sich in folgenden Punkten zusammenfassen:

  • Reduzierung von Schmerzmitteln

  • Einsparung oder Absetzung sonstiger Medikamente

  • Lockerung von Muskelverspannungen

  • Steigerung von Aktivität und Lebensfreude

  • Zunahme eines tiefen und erholsamen Schlafes.

Da sich die chinesische Medizin im großen und ganzen zunehmend in der westlichen Welt durchsetzt, steigt die Zahl der Patienten, die diese Therapieform als erste Wahl wünscht. Dabei findet die Akupunktur zunehmend im Gesundheitswesen Anerkennung und die Krankenkassen haben sie bereits im Leistungsangebot und bezahlen sie auch zu einem gewissen Teil. Allerdings gibt es Grenzen und nicht alle Krankheiten sind durch Akupunktur behandelbar. Hier sollte stets Rücksprache mit einem erfahrenen Arzt oder Therapeuten genommen werden. Auf keinen Fall darf Akupunktur bei Blutern, bei Schwangeren oder bei schweren Psychosen nach Drogen oder Alkoholkonsum zur Anwendung kommen. Generell gilt vor einer Akupunkturbehandlung die Einholung ärztlichen Rates bei noch nicht abgeklärten Krankheitssymptomen. Auch sollte die Akupunktur nicht als alleiniges Mittel zur Heilung betrachtet werden, da nicht alle Patienten auf diese Behandlung ansprechen und eine schulmedizinische Therapie daneben häufig unerlässlich ist. Allerdings scheint die Akupunktur bei etwa 70 Prozent der auf diese Art behandelten Patienten eine spürbare Besserung ihrer Leiden herbeizuführen.

Frau mit Akupunkturnadeln in der Stirn

In jedem Fall sollte die Behandlung durch einen auf diesem Gebiet erfahrenen Arzt oder Therapeuten vorgenommen werden. Ein gewissenhafter Arzt oder Therapeut macht sich zunächst ein gesamtheitliches Bild von der Lage des Patienten und wird versuchen, in einem ausführlichen Gespräch physische und psychische Faktoren zu ermitteln, die für sein Befinden ausschlaggebend sein können. Erst dann entschließt er sich zur Behandlung. Manche Menschen sehen es kritisch, sich Nadeln in die Haut stechen zu lassen. Akupunkturnadeln sind jedoch nicht mit Injektionsnadeln zu vergleichen. Sie sind viel feiner und ihre Spitzen sind so geformt, dass ein Setzen dieser Nadeln kaum wahrgenommen wird. Auch hängt die Wahl der Nadeln von den Erfahrungen des Fachmannes, vom jeweiligen Anwendungsbereich sowie der erwarteten Wirkung ab.

Die GERAC-Studien

Im Zeitraum 2002 bis 2007 wurden erstmals Studien zur Wirksamkeit der Akupunktur im Vergleich zur Standardtherapie gemäß ärztlichen Leitlinien weltweit vorgenommen. Diese sogenannten GERAC-Studien zeigten ein interessantes Ergebnis. Zum einen erfolgten die Behandlungen der ausgewählten Patienten in drei Gruppen. Die erste Gruppe wurde streng nach chinesischen Vorgaben der Einstechpunkte, die zweite Gruppe nach willkürlichen Einstechpunkten und die dritte Gruppe nach konventionellen Methoden behandelt. Dabei erwiesen sich die Behandlungen der Patienten der ersten und zweiten Gruppe gleichermaßen wirksamer als die Behandlung der Patienten nach herkömmlichen Verfahren.
Also könnte man eine Scheinakupunktur genauso wirksam wie eine echte Akupunktur betrachten.

In der wissenschaftlichen Literatur werden die Ergebnisse von chinesischen Akupunkturstudien, die die Wirksamkeit dieser Behandlung belegen sollen, angezweifelt, da hier nicht randomisiert und prospektiv vorgegangen wird. Außerdem soll es keine geeigneten Kontrollgruppen geben.

Dennoch erstatten alle gesetzlichen deutschen Krankenkassen seit Januar 2007 gemäß einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses in Deutschland Akupunkturbehandlungen bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule und der Kniegelenke bei Kniegelenksarthrose im Rahmen eines schmerztherapeutischen Gesamtkonzepts.

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