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Künstliches Gelenk – was sind die Chancen und Risiken?

Viele ältere Menschen sind tagein, tagaus von Gelenkschmerzen geplagt. Eine Zeit lang kommt man damit vielleicht noch zurecht. Doch irgendwann ist der Leidensdruck so groß, dass Ärzte zu einem künstlichen Gelenk raten. Jährlich werden in Deutschland mehr als 400.000 künstliche Gelenke ersetzt, und bei dieser Zahl sind nur die künstlichen Hüft- und Kniegelenke erfasst. Damit ist der Gelenkersatz eine der häufigsten durchgeführten Operation. Ist das aber immer die beste Lösung? Die Patienten sind verständlicherweise verunsichert. Sie fragen sich: Sind meine starken Schmerzen nach der Operation weg? Was, wenn ich mich nicht operieren lasse? Keine Operation ist ohne Risiko und jeder Patient ist anders.

Knie

Gelenkersatz ja oder nein?

Gelenkersatz

Viele Patienten berichten von einer deutlich gestiegenen Lebensqualität nach der Operation. Viele, die vorher auf Hilfe für Alltagstätigkeiten angewiesen waren, kommen jetzt ohne aus. Das Selbstwertgefühl steigt. Ein künstliches Gelenk hält bis zu 20 Jahre, bevor es ausgetauscht werden muss. Ob man das als Vor- oder Nachteil betrachtet, liegt im Auge des Betrachters. Heutzutage haben die Materialien im Allgemeinen eine hohe Haltbarkeit und sind für den Körper gut verträglich. Einige wenige Patienten sind allerdings auf das Material der Implantate allergisch. Wenn man richtig Pech hat, kommt es zu einer Infektion an der Prothese. Dann muss sie unter Umständen früher ausgetauscht werden. Solche Wechseloperationen sind meist aufwendiger als die erste Operation; durch die heutige moderne Medizintechnik ist es aber oft möglich, nur den defekten Teil des Kunstgelenks auszutauschen. Ein weiteres Risiko: Es kommt leider immer wieder vor, dass Patienten nicht mehr von der Narkose aufwachen. Auch berichten manche Patienten davon, nach dem Einsatz der Prothese weiterhin unter Schmerzen zu leiden – zurückzuführen zum Beispiel auf eine Sehnenreizung während der Operation.

Den richtigen Arzt und die richtige Prothese auswählen

Arzt mit älterem Herr

Wer sich mit dem Gedanken trägt, ein schmerzendes Gelenk ersetzen zu lassen, sollte die Klinik und den Arzt mit Bedacht wählen. Wie erfahren ist der operierende Arzt? Steht die Klinik in einem guten Ruf? Wie lange sind die üblichen Klinikaufenthalte? Wie oft kommt es zu Komplikationen oder Folgeeingriffen? Sind andere Patienten mit dem Eingriff zufrieden? Habe ich eine Möglichkeit, Art und Material der Prothese selbst zu wählen? Gibt es alternative Möglichkeiten, die keinen chirurgischen Eingriff erfordern? Das alles sind Fragen, die man sich vor einer endgültigen Entscheidung stellen sollte. Eine ausführliche Beratung ist das A und O. Gib Dich erst zufrieden, wenn alle Deine Fragen beantwortet sind. Falls der Arzt Dich zu einem baldigen Eingriff drängt, solltest Du hellhörig werden. Genauso verdächtig ist es, wenn er nur über die Vorteile eines solchen Eingriffs berichtet, nicht aber in gebührendem Maße auch die Risiken erläutert. Hole Dir bei Bedarf eine zweite Meinung ein, das ist Dein gutes Recht. Eine Gelenkoperation ist kein kleiner Eingriff und will gut überlegt sein.

Wie geht es nach der Operation weiter?

Älteres Paar

Bis Gelenkprothese, Muskeln und Sehnen wieder ein eingespieltes Team sind, vergehen oft mehrere Monate. Der Patient hat es zu einem großen Teil selbst in der Hand, ob die Operation ein Erfolg wird. Bewegung ist wichtig, aber alles mit Maß und Ziel. Auch wird geraten, die Prothese zumindest anfänglich unbedingt einmal jährlich durch eine Röntgen-Untersuchung überprüfen zu lassen. Entzündungen im Körper (zum Beispiel in der Mundhöhle oder an den Füßen) unbedingt ernst nehmen und behandeln lassen. Sonst kann es passieren, dass sich die Infektion im Körper ausbreitet, sich am Gelenk festsetzt und im schlimmsten Fall die Prothese ersetzt werden muss!
Und wenn ich mich trotz meiner Schmerzen nicht operieren lassen möchte? Mitunter mag das sogar die bessere Lösung sein. Häufig stellt sich nach einer eingehenden Untersuchung heraus, dass das schmerzende Gelenk durch Physiotherapie in Verbindung mit weiteren Therapiemaßnahmen stabilisiert werden kann und eine Operation gar nicht nötig ist.

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