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Porträtfotografie - Wenn das Gesicht zum Kunstwerk wird

„Ich bin nicht fotogen!“ – „Ich sehe auf Fotos immer unvorteilhaft aus.“ – Sätze, die Fotografen leider nur allzu gut kennen. Es gibt Menschen, die weichen geschickt jeder Fotolinse aus, um ihr Porträt später bloß nicht in einer Bildersammlung oder einem Fotobuch entdecken zu müssen.

Das ist schade, wenn man bedenkt wie einmalig und charakteristisch jedes Gesicht ist. Es ist aber auch verständlich, wenn man die vielen Bilder betrachtet, auf denen Menschen in einer unvorteilhaften Perspektive, im falschen Licht oder schlichtweg im falschen Moment fotografiert wurden.
Gelungene Porträtaufnahmen sind keine Zauberei. Dennoch gibt es ein paar wichtige Dinge zu beachten, um schöne und brauchbare Ergebnisse zu erzielen.

Frau schaut auf ihre Kamera

Genau so wichtig wie die Technik ist der passende Rahmen

Dank vieler Innovationen im Bereich der Fotografie sind technisch einwandfreie Porträtfotos heute keine allzu große Kunst mehr. Wer die notwendigsten Grundregeln beachtet, kann auch mit Smartphone oder Kompaktkamera gute Ergebnisse erzielen. Wichtiger als die Gedanken um technische Ausrüstung sind daher zuerst Überlegungen zum passenden Rahmen für ein gelungenes Porträtfoto.

Nach wie vor ist einer der wichtigsten Bedingungen für ein gelungenes Porträtfoto die Beziehung zwischen Model und Fotografen, gerade im Bereich der Hobbyfotografie. Damit ein schönes Porträtfoto gelingen kann, muss sich die fotografierte Person wohlfühlen. Niemand sollte zu einem Foto gedrängt werden, auch Kinder nicht und mögen sie ein noch so süß auf einer Familienfeier lachen. Für ein gelungenes Porträtfoto sollte eine Vertrauensbasis zwischen Fotograf und „Model“ existieren. Es ist gut miteinander über die Ziele der Aufnahme zu sprechen und zu klären, was gewünscht ist und was nicht.

Schließlich kommt auch der Auswahl des passenden Porträthintergrundes eine große Bedeutung zu. Zwar ist dieser meist bewusst unscharf gehalten, die Aufnahme bekommt dennoch je nach Hintergrund einen völlig unterschiedlichen Akzent. Ein gut ausgeleuchteter Studiohintergrund mit Farbverlauf oder eine weiße Wand geben dem Bild z.B. einen anderen Ausdruck, als ein Porträt in freier Natur oder vor einem schönen Gebäude.

Der richtige Bildaufbau ist entscheidend

Paar macht Selfie am Strand

Sind alle Fragen zum Rahmen geklärt, so geht es an den eigentlichen Bildaufbau. Zunächst sollte dabei auf das richtige Licht geachtet werden. Künstliche Lichtquellen, direkter Blitz oder zu starkes Sonnenlicht sollte ebenso vermieden werden, wie eine unzureichende Belichtung (zum Beispiel bei einem Porträtversuch unter der Wohnzimmerlampe). Das „Model“ sollte beim Porträt weder genau mit dem Gesicht in der Sonne stehen, noch entgegen der Sonne fotografiert werden. Am besten eignet sich seitliches Sonnenlicht oder diffuses Tageslicht zum Beispiel bei bewölktem Himmel.

Ein gutes Bild gelingt, wenn sich die fotografierte Person nicht genau in der Mitte des Bildes befindet. Porträtfotos dürfen asymmetrisch sein. So kann man neben der porträtierten Person noch etwas vom Hintergrund erahnen und dem Bild mehr Dynamik verleihen. Der Fotograf sollte ein bis zwei Meter vom Model entfernt stehen. Generell gilt: Laufen statt zoomen. Der Bildausschnitt wird also durch den Standpunkt des Fotografen festgelegt und nicht durch Zoom. Dieser sollte nur eingesetzt werden, um bewusste Effekte zu erzielen, zum Beispiel einen unscharfen Hintergrund. Viele Fotografen verwenden für Porträtfotos aber ohnehin Festbrennweiten im Bereich von 60 bis 130 Milimeter.

Für die Wahl des Bildausschnittes sollte darauf geachtet werden, keine Körperteile „abzutrennen“ z.B. Ellenbogen oder Finger. Auch sollte weder ein zu großer Bildausschnitt (Ganzkörperfoto), noch ein zu kleiner (nur Gesicht ohne Oberkörperansatz) gewählt werden. Schließlich sollte wann immer möglich mit einem Stativ gearbeitet werden, um klare und scharfe Fotos zu erzielen.

Zu guter Letzt sollte noch darauf geachtet werden eine kleine Blende einzustellen (unter 2,5ff). Dies sorgt zum einen dafür, dass der Schärfefokus nur auf dem Gesicht der fotografierten Person liegt und der Hintergrund verschwimmt. Zum anderen kann durch eine kleine Blende auch eine geringe Belichtungszeit ausgewählt werden, wodurch ein Verwackeln vermieden wird.

Porträtfotos gehören zu den wichtigsten Motiven in der Fotografie. Dennoch braucht man keine Scheu oder Spezialkenntnisse, um gute Ergebnisse zu erzielen. Am wichtigsten ist ohnehin der richtige Umgang mit den fotografierten Personen. Wer hier mit Freundlichkeit und Einfühlungsvermögen agiert, wird auch Fotomuffeln ein zauberhaftes Lächeln abringen und wunderbare Ergebnisse erzielen.

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