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"Freiburg - Wiwili, eine Brücke der Freundschaft"

Seit 1988 verbindet die Städte Freiburg und Wiwili (Nicaragua) ein Freundschaftsvertrag. Doch das Engagement für Wiwili begann in Freiburg schon, nachdem 1979 die Sandinisten den nicaraguanischen Diktator Somoza gestürzt hatten. Die sozialen Reformen wurden von freiwilligen Helfern aus aller Welt unterstützt. Unter ihnen befand sich auch der Freiburger Arzt Tonio Plaum, der am 30. April 1983 von den antisandinistischen Terrorgruppen der Contra ermordet wurde - wie drei Jahre später auch der Freiburger Bernd Koberstein, der den Bau einer Wasserleitung in Wiwili anleitete.


Ein Mahnmal auf der Brücke erinnert an die Deportation der badischen Juden nach Gurs (wie ein in großer Eile vergessener Mantel mit Judenstern aus Bronze als Symbol).

Judenmahnmal
Mahnmal auf der Wiwili-Brücke in Freiburg

Und jetzt ist sie wieder für jeden zugänglich, die Wiwili-Brücke, pünktlich nach eineinhalbjähriger Bauzeit! Die Eröffnung der symbolträchtigen Brücke wurde gefeiert, viele Menschen drängten sich auf der Brücke und an den Zufahrten, es wurde Tango getanzt (was sich ein wenig schwierig gestaltete: die Schuhe rutschen schlecht auf dem neuen Gussasphalt) und Paare hockten auf den Bögen des Denkmal geschützten Bauwerks aus dem 19. Jahrhundert; man spricht von der Rückkehr eines Lebensgefühls!

Zuschauer war auch die Politprominenz. OB Salomon, Erler und Neideck (als Einziger mit Helm!) weihten die Brücke radelnd ein, denn die autofreie Brücke wird nicht nur von 3.000 Fußgängern, sondern auch von 10.000 Radlern täglich überquert. Brezel, Bier, Drehorgelspiel gab es hüben und eine Bar, an der „Blue-Dream-Bridge-Cocktails“ angeboten wurden, drüben.

Die Brücke habe vielen gefehlt, der Umweg über die Stadtbahnbrücke war nicht einfach, vor allem für Leute mit Kinderwagen, auch wegen der Treppen beim Fahrradverleih MOBILE.

Die Sanierung sei wohl eines der schwierigsten Projekte der letzten 20 Jahre gewesen, technisch kompliziert und aufwändig. Das liege auch an den darunter liegenden Bahngleisen samt Oberleitungen, so Bernd Rösch. Es wurde viel nachts gearbeitet. Die Sanierung war notwendig geworden, weil der „Puddelstahl“ wie Blätterteig abgegangen sei, Stahlplatten seien zum Teil auf einen Millimeter durchgerostet gewesen.

Sanierung
Sanierung der Wiwili-Brücke, Freiburg

Die Blaue Brücke verbindet seit 1886 die Innenstadt mit dem Stadtteil Stühlinger. Sie ist Treffpunkt jugendlicher Skateboarder und Biker; hier wird im Sommer Tango getanzt, viele fotografieren von hier aus Stadt und Umgebung, Pärchen plauschen miteinander. Außerdem führt die Freiburg-Marathon-Strecke über diese Brücke, auch der inzwischen schon traditionelle Nikolaus-Lauf startet beim MOBILE gleich vor der Brücke.

OB Salomon sagte: “Wir brauchen diese Brücke!“
(z.T. aus der Badischen Zeitung vom 14.09.09)


Daten zur Wiwili-Brücke

1886: Bau im Auftrag der Großherzoglichen Badischen Staatseisenbahn durch den Kirchenbaumeister Max Meckel (u.a. Herz-Jesu- Kirche), Brücke wurde anfänglich im Volksmund „d’ hoh Brick“ genannt
1909: erste datierte Straßenbahnüberfahrt
1963: nur noch Busse befahren die Brücke
1978: aufgrund des Eisenbahnkreuzungsgesetzes geht die Brücke von der Bahn in Eigentum der Stadt Freiburg über
1980: der Name „Stühlinger Brücke“ geht nach deren Bau an die Stadtbahnbrücke am Hauptbahnhof
1996: nach Umbau des Widerlager am Konrad-Adenauer Platz dürfen nur noch Radfahrer die Brücke befahren
2003:Die Blaue Brücke wird nach der nicaraguanischen Freundschaftsstadt Wiwili benannt
2003: Einweihung des Mahnmals zur Erinnerung an die Deportation der badischen Juden nach Gurs


Fotos: anmargi / Margit Anhut

Autor: Anmargi

Margit Anhut

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