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Johannes-Künzig-Institut für ostdeutsche Volkskunde Freiburg

Johannes-Künzig-Institut

Der von unserer Reviera wieder hervorragend vorbereitete Besuch des Johannes-Künzig-Instituts am 26. Januar 2010 vermittelte uns, 20 Feierabend-Freunden, unter der sachkundigen Führung seines stellvertretenden Leiters, Volkskundler Dr. Hans-Werner Retterath, einen sehr interessanten Einblick in die Geschichte und Kultur der Deutschen in und aus dem gesamten östlichen Europa.

Um dem 1951 gegründeten Institut hinsichtlich seiner Aufgaben und Ziele, den Archiven und Sammlungen, Nachlässen, der Bibliothek, Publikationen, Veranstaltungen u.v.a.m. gerecht zu werden, empfehle ich die Lektüre der oben genannten umfangreichen Internet-Seite.
Mich selbst hat der Besuch des Instituts sehr beeindruckt und begeistert, einmal wegen seiner Unterbringung in dem repräsentativen landeseigenen Jugendstil-Haus Goethestraße 63, zum andern wegen der Fülle seiner Sammlungen und last not least wegen des Lebenswerks seines Namensgebers „Johannes Künzig“ (1897-1982), dem in seiner Ehefrau Dr.Waltraud Künzig-Werner eine kongeniale wissenschaftliche Mitarbeiterin zur Seite stand und die ihm von 1970 bis 1989 als Instituts-Leiterin nachfolgte.
Das Haus:

Jugendstil bis ins Detail, bestens erhalten und gepflegt.
Das Haus Goethestraße 63 steht in der Wiehre, einem für seine Jugendstil-Villen und -Mietshäuser bekannten und beliebten Stadtteil. Es enthält einen Archivraum auf fünf Etagen - bis unter die Dachbalken und dort zum Beispiel eine Sammlung historischer Totensagen.

Das Institut besitzt eine der bundesweit umfangreichsten Materialsammlungen zur Volkskunde und Kulturgeschichte der Vertriebenen und Aussiedler.

„Ehe sie verklingen“ ...... hielt Prof. Künzig überlieferte deutsche
Volksweisen auf den ersten phonografischen Geräten fest. Inzwischen wird mit modernsten Geräten archiviert und per Internet wissenschaftlich gearbeitet und kommuniziert.

Wir danken herzlich Herrn Dr. Retterath für die Führung durch alle Räume des Instituts und die Zeit, die er uns Senioren von feierabend.de gewidmet hat.

Wir hörten ein interessantes, spannendes und anregendes Referat des Herrn Dr. Retterath, der uns über sein Institut mit seinen Sammlungen und Archiven, die Bibliothek und die Forschungsprojekte, Öffentlichkeitsarbeit und Stipendien u.v.a.m. informierte.

Liebenswürdig und geduldig beantwortete er viele Fragen unserer Senioren, von denen viele aus den vom Institut volkskundlich erforschten Gebieten stammen.

Der eine suchte sein Herkunftsland auf einer der etwa 1.400 archivierten alten Landkarten, ein anderer berichtete aus seiner Heimat Danzig und unsere anmargi erzählte mit Freude von ihrem über 90-jährigen Schwiegervater, der Heimatvertriebener aus Ostpreußen ist, dem sie ihren Namen verdankt und der noch heute seinen Dialekt pflegt.

Nur zu gerne würde ich einmal mit diesem Landsmann ostpreußisch-platt „schabbern“, ich kann es noch gut, erst in der Schule lernte ich hochdeutsch.

So sind wir Oldies noch die letzten lebenden „Volkskultur-Träger“.

Die wissenschaftliche Instituts-Mitarbeiterin Dr. Elisabeth Fendl erläutert das Tonarchiv. Hier sind auf über 1200 Tonträgern unzählige Dokumente wie Volkslieder, Erzählungen, Lebensläufe von Auswanderern und Heimatvertriebenen archiviert.

Frau Teresa Volk betreut das Archiv „Einsendungen und Bilddokumente“ und freut sich über ein altes handgeschriebenes Märchenbuch.

Künzig-Institut, Freiburg
In Reih´ und Glied – schön archiviert: Volkskunde aus Jahrhunderten in ca. 25.000 Bänden.

Die Einladung zum „Schmökern“ in der umfangreichen Bibliothek wird begeistert angenommen. Unsere Musikenthusiastin und Märchenforscherin
ist an einem Buch über den deutschen Volkstanz interessiert. Olé !

Künzig-Institut, Freiburg
In der Sammlung „Geistliches Lied“ sehen wir ein
Gesangbuch aus dem Jahr 1567
Künzig-Institut, Freiburg
Ja tatsächlich ist unser Peter „Ein guter Kamerad“!
Künzig-Institut, Freiburg
„Musik als Waffe“ .....???
Künzig-Institut, Freiburg
Hier wird Schmökern und Treppensteigen zum Genuss.

Herr Dr. Retterath lädt uns ein zu weiteren Besuchen, zur eigenen Familien- und Andenken-Forschung im Institut und zur Einsendung persönlicher volkskundlicher Dokumente und Nachlässe.

Der Namensgeber des Instituts, Johannes Künzig, wurde 1897 als Bauernbub in Pülfringen/Königheim im B-W-Frankenland geboren und verstarb 1982 als weithin anerkannter und hochgeehrter Wissenschaftler für Volkskunde in Freiburg. Es war ein bemerkenswertes Leben eines leidenschaftlichen Sammlers, dem die Liebe zum Lied und zur Volks- und Heimatkunde schon in die Wiege gelegt wurde. Im bäuerlichen Familienkreis, in dem auch heute noch landwirtschaftlich geprägten kleinen Dorf im Fränkischen wurden Volkslieder gesammelt und gesungen.

Nach Abitur und Studium der Germanistik, Geschichte und Volkskunde und seiner Promotion 1937 war Johannes Künzig Gymnasiallehrer in Freiburg und Lahr, dann Professor für Volkskunde in Karlsruhe und Freiburg und hier von 1945 bis zu seinem Ruhestand 1949 bei der Caritas tätig. Danach widmete sich Johannes Künzig – zusammen mit seiner späteren Frau, Dr. Waltraut Werner-Künzig – ganz der Volkskunde-Forschung, deren Ergebnis schließlich 1964 bis heute als Institut vom Land Baden-Württemberg übernommen wurde und dauernd finanziert wird. Von 1970 bis 1989 leitete Frau Dr. Werner-Künzig das Institut, seit 1983 trägt es auch den Namen „Johannes-Künzer-Institut für ostdeutsche Volkskunde“.

Den Grundstock des Instituts legte Johannes Künzig mit den volkskundlichen Aufzeichnungen seiner unzähligen Reisen, die er auf den Spuren deutscher Auswanderer nach Ost- und Südosteuropa schon seit den 30er Jahren unternahm, zum Beispiel ins rumänische und serbische Banat, nach Siebenbüren, Ungarn, dem Alemannendorf Saderlach, die Slowakei, Südrussland, Krim u.v.a.

Einen weiteren wesentlichen Grundstock legte Johannes Künzig mit seinen Forschungsergebnissen über volkskundlich relevante Urkunden und Berichte der aus den deutschen Ost-Provinzen Heimatvertriebenen von 1944/1945.

Mit leidenschaftlichem Forschungseifer, mühsam und beschwerlich in Jahrzehnte langer Arbeit zusammengetragen, akribisch in Wort und Ton aufgezeichnet, hinterließ uns Prof. Dr. Johannes Künzig ein beeindruckendes Lebenswerk, das von allen späteren Leitern und Mitarbeitern des Instituts genauso mit Engagement und Begeisterung fortgesetzt wurde und heute noch diese Liebe zur alten deutschen Kultur und Volkskunde ausstrahlt.

Der Vormittag beim „Johannes-Künzig-Institut“ hat uns bereichert.
Herzlichen Dank an Reviera !

Nun ist mein Bericht doch länger ausgefallen als gewünscht – sorry -,
dabei habe ich ihn schon wesentlich gekürzt, aber „wes das Herz voll ist, des geht der Mund über!“

Johanne gen. marijo.


Die Bilder am besten mit Mozilla Firefox öffnen!

Autor: marijo

Johanne Bühler

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