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Eine stattliche Zahl von FA´lern trafen sich am 23.11.11. an einem
Hort der Wissenschaft, der Wissen schafft: nämlich im Uniseum, dem Museum der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Es erwartete uns Frau Petzold, die durch das Museum führte und uns mit Verve an Hand von Exponaten und Schautafeln die Geschichte der Universität erklärte.

Natürlich startete das mit der Gründung der Universität: Diese erfolgte durch den Erzherzog Albrecht IV., als eine der ältesten Universität im deutschsprachigen Raum.

Die Stiftungsurkunde trägt das Datum 21.9.1457. Wichtig war die päpstliche Genehmigung durch Papst Kalixus III., der die Vollmacht zur Gründung der Albertina dem Bischof Heinrich von Konstanz, dem Bruder des Kaisers, erteilte. Wichtig deshalb, weil die
Gründung somit dem Kirchenrecht unterstellt und von jeglicher Steuer befreit war.

Finanziert wurde die Universität durch Einnahmen aus Kirchenlehen, einzuziehen durch den Schaffner.

Im Jahr 1460 wurde der Lehrbetrieb aufgenommen. Der erste Rektor war Matthäus Hummel.

Mit vier Fakultäten wurde begonnen. In der Rangfolge: Theologie, Recht, Medizin und Philosophie. Studenten der ersten Jahre waren ca. 140 Personen.

Das Universitätssiegel zeigt Christus auf dem Thron, jüdische Schriftgelehrte als Zuhörer zu Füßen, die drei Wappen deuten auf die Gründer, die Türme auf Jerusalem hin. Die Umschrift besagt in Latein, dass dies das Siegel der Universität ist. Es wird seit 1462 verwendet.

Uniseum
... was steht den hier geschrieben, Werner?
Uniseum
... das ist noch gar nicht so lange her, Helene!

Es lehrten bedeutende Persönlichkeiten u.A. Gregor Reisch (1503). Er unterrichtete Schüler wie Johannes Eck (späterer Gegner Luthers) und Martin Waldseemüller, den "Erfinder" des Namens Amerika, sowie Sebastian Münster, dem Verfasser der Cosmographia.

Nach der Reformation blieb die Universität katholisch. Basler Professoren flohen 1529 (Bildersturm) nach Freiburg, darunter auch der Humanist Erasmus von Rotterdam.

Erzherzog Ferdiand II. hat sich lange gegen die Aufnahme von Jesuiten in den Lehrkörper gewehrt. Da jedoch an den nahen Universitäten Basel und Heidelberg der reformierte Glaube gelehrt wurde, wollte er die Universität mit Hilfe der Jesuiten stärken. Durch die Urkunde
vom 16.11.1620 wurden zwei Stellen in Philosophie und Theologie für Jesuiten frei und besetzt. Nachfolgend war die Albertina ein Bollwerk katholischen Glaubens.

Ab 1672 nahmen die Jesuiten nur schulisch vorgebildete Studenten auf.

Die Kaiserin Maria Theresia forderte bereits 1752 moderne Unterrichtsformen, deren Durchführung Kaiser Joseph II. 1767 erzwingen wollte. Doch die Professoren widersetzten sich allen Reformbestreben. Um die Neuerungen durchzusetzen ernannte Joseph II.
den energischen Reg.-Rat Hermann von Greiffegg zum landesherrlichen Kommissar der Freiburger Universität. Der Kaiser suspendierte die bestehende Univers.-Verfassung und entließ den Senat. Die Einsetzung eines neuen Senats schränkte die Autonomie massiv ein.

Nach 1781 berief Kaiser Joseph II. den Protestanten Johann Georg Jacobi auf den Freiburger Lehrstuhl für Schöne Künste und Wissenschaften als ersten Evangelischen in Freiburg überhaupt.
Dies wurde von den Freiburgern als echte Provokation empfunden. Dennoch wurden seine Vorlesungen bald sehr geliebt und Zuhörer aller Schichten und häufig Frauen stürmten seine Vorlesungen Er wurde 1791- 1792 als erster Protestant zum Rektor gewählt.

Im 18 Jh. erlaubten liberalisierte Glaubensfragen die Aufnahme neuer Studienfächer. Zum Beispiel Trigonometrik. Etwas Besonderes war das Standardwerk von Johannes Schreck: Das große Messen, welches auch von Schreck in chinesische Sprache übersetzt wurde.

Durch die von Napoleon verfügte Vergrößerung Badens, erbte Großbaden 1806 neben der Albertina auch die ältere und größere Universität Heidelberg. Der Fortbestand der Albertina war gefährdet. Jedoch gewährte Großherzog Ludwig ab 1817 einen festen Etat und 1820
eine schriftliche Bestandssicherung. Carl von Rotteck hatte an dem Bestreben großen Anteil. Zum Dank an den Großherzog nannte sich die Albertina fortan Albertina-Ludovicus, bzw. heute: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Ab 1880 stieg die Zahl der Studenten und Fakultäten stark an, ca. 3000 Studenten waren es kurz vor dem 1. Weltkrieg.

Die Freiburger Universität war die erste in der deutschen Geschichte, die Frauen das Studium gestattete.

Am Anfang des 20. Jh. wurden für den modernen Lehrbetrieb Neubauten notwendig. Es entstand das Kollegiengebäude I. als Hauptgebäude im Jugendstil und es wurde der Sitzder Theologischen, sowie der Philologischen Fakultät.

Unübersehbar am Bau der Spruch: Die Wahrheit wird Euch frei machen.

Uniseum
Florius notiert fleißig!

Im Dritten Reich wurde Druck auf jüdische Hochschulangehörige ausgeübt. Die Rektoren zu dieser Zeit waren z.B. W. von Möllendorf (15.4.-20.4.1933) Martin Heidegger (21.4.1933-27.4.1934).

Die Rede von Martin Heidegger am 27.5.1933: Die Selbstbehauptung der
Deutschen Universität, wurde als öffentliche Bejahung des neuen Regimes verstanden.

Diese Rede liegt im Uniseum aus; zur eigenen Beurteilung.

Nach dem 2. Weltkrieg und der kriegsbedingten Schließung wurde die Universität wenige Monate nach Ende des Krieges unter Sigurd Janssen wiedereröffnet.

Seitdem hat sich Vieles verändert. Die Studentenzahlen stiegen von 10.000/1961 auf 20.000/1980 und heute bis auf mehr als 22.000 an.

Bedeutende Wissenschaftler lehrten in Freiburg. Allein 10 Nobelpreisträger hatten hier einen Lehrstuhl.

Im Jahr 2007 konnte die Universität das 550. Jahr ihres Bestehens feiern. Träger ist heute das Bundesland Baden/Württemberg.

Der Gang durch das Uniseum, in dem historischem Bau der Alten Universität, bis hin zum Bursenkeller ist an sich schon hoch interessant. Im Untergeschoss trifft man auf die alte Straße mit der Pflasterung des Mittelalters.

Das Uniseum wurde im Juli 2004 eröffnet unter dem Rektorat von Wolfgang Jäger und dem Leiter des Uni-Archivs Dieter Speck.

Das Uniseum zeigt eine Übersicht der Entwicklung der Universität mit
Schwerpunkten wie der Fachrichtungen Medizin oder den angewandten
Naturwissenschaften, sowie den Geisteswissenschaften, denen je eine Abteilung gewidmet ist.

Wer das Uniseum noch nicht kennt, dem ist ein Besuch sehr zu empfehlen.

Autor: Florius

Manfred Berger

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