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Christel, unsere Berichtschreiberin und Herr Schmidt-Albers, der uns durch den Stühlinger führte. Im Hintergrund Erwin, der viele schöne Bilder zu diesem Bericht lieferte.

Bei wunderschönem Wetter (eben FA-Wetter), versammelte sich eine Feierabendgruppe, um den Stadtteil Stühlinger zu erkunden.

Dies geschah unter fachkundiger Führung. 2 Stunden waren dafür anberaumt, doch stellte sich heraus, dass die Zeit bei weitem nicht reichen würde, um alles ausführlich zu erklären. Ja, so geschichtsträchtig ist der Stühlinger, obwohl er der jüngste von allen alten Freiburger Stadtteilen sein soll. Trotzdem erfuhren wir viel Interessantes.

Wir trafen uns am Konzerthaus, wo auch der Ausgangspunkt der Führung war.

- unterm Konzerthaus -

Früher war das Gebiet des "Stühlingers" sumpfiges Feld- und Wiesengelände. Die Herren von Stühlingen besaßen einen Teil der landwirtschaftlich genutzten Flächen. Nach ihnen wurde dieser Stadtteil benannt.

Dieses Gebiet jenseits der Bahnlinie wurde seinerzeit reisbrettartig angelegt.

- Blick auf ein Detail der Stühlinger Brücke und das City-Hotel am Bahnhof -

Nach einer kurzen Einweisung begaben wir uns in Richtung Wiwilibrücke, die vor dieser Namensgebung bekannt als Stühlinger Brücke war. (Im Jahr 2003 wurde die Brücke nach Freiburgs Partnerstadt Wiwili in Nicaragua benannt.) Vor 2 Jahren stellte sich die Frage, ob sie renoviert oder abgerissen werden sollte. Gottlob entschied man sich zum Erhalt. Zur Renovierung wurde sie eingehüllt).

Im Sommer versammeln sich viele Jugendliche auf der Brücke, um hier oben zu "chillen" - ein wirklich sympatischer Anblick!

Am Mauervorsprung entdeckten wir auch gleich ein Judendenkmal (eine Tafel und rechts daneben ein Mantel aus Bronze gegossen). Damit verbunden ist die Information -" Freiburger Juden - 1933-1945: ausgegrenzt, ausgeraubt, ermordet"! Dies war eine Erinnerung an die Deportation und den Abtransport in das Landesinnere Frankreichs. Sie wurden in Lastwagen verladen und die meisten, wenn sie den Transport überlebt haben, kamen in das Internierungslager Gurs.

Das Mahnmal auf der Wiwili-Brücke: ein vergessener Mantel mit Judenstern

- Die Säulen des ehemaligen Bahnhofs wurden überarbeitet und vor ein Café in Bahnhofsnähe aufgestellt -

Wir gingen weiter, zur ehemaligen Löwenbrauerei in der Klarastraße, wo wir den Innenhof ins Visier nahmen. Hier stellten wir fest, daß noch ein kleiner Teil der Klinkersteinfassade an der Vorder- und Hinterfront erhalten blieb, der Rest des Gebäudes wurde modernisiert, so dass das Areal vielseitig genutzt wird. Unter anderem entstanden auch Wohnungen und Geschäfte. Zu sehen waren auch noch die zwei Türme der Brauerei, nämlich der Mälzerturm und der Sudhausturm. Vieles wäre noch darüber zu berichten.

Nun führte unser Weg weiter zum Stühlinger Gewerbehof, der ein paar Jahre brach lag, weil das Gelände neu bebaut werden sollte.

Deshalb sind dort ansässige Betriebe aus den Hallen und Garagen des Energieversorgers Badenova ausgezogen. Dieses Projekt hatte sich dann aber so verzögert, dass man sich entschloss, neue Betriebe anzusiedeln. So befinden sich jetzt vielseitig genutzte und gestaltete Räume hier, wie z.B. eine Lederwerkstatt und ein Schumacher, eine Biohöfe-Frischekiste, die von vielen Freiburgern frequentiert wird, weil sie Gemüse, Salate und Obst nach Bestellung nach Hause liefert. Unter anderem hat sich hier auch ein Fahrradladen angesiedelt, der alles verarbeitet, was mit Fahrrädern zu tun hat. Bemerkenswert ist auch eine Perlenbrennerei, in der die Besitzerin jede Perle von Hand bläst und zu Schmuck verarbeitet.

In diesem Gewerbehof befindet sich eine Täschnerei, die u.a. maßgeschneiderte Schuhe herstellt.

Das ganze ist eine einzigartige Idylle.

Viele Firmen und öffentliche Versorgungseinrichtungen siedelten sich hier an. So wurde das Gaswerk, das sich bis dahin in der Wiehre befand (am heutigen Standort der Johanneskirche) in den Süden des noch jungen Stadtteils verlegt, gleich daneben wurde wenig später das Elektrizitätswerk gebaut.

- das ehemalige Elktrizitätswerk -

Das kleine Theater "Die Immoralisten"

Auf dem Weg zum Stühlinger Kirchplatz sahen wir auch das "Fünfwundenkreuz" in der Eschholzstraße, das das älteste Denkmal vom Stühlinger sein soll.

Stühlinger
- Neue Architektur...
Stühlinger
... und alte -

Wie schon erwähnt, ging es weiter zum Stühlinger Kirchplatz und zur Herz-Jesu-Kirche.

Was wäre der Stühlinger Kirchplatz ohne Herz-Jesu-Kirche!
Grundsteinlegung 1892 - 1897, eingeweiht von Weihbischof Justus Knecht, gebaut in Anlehung an den Limburger Dom.

Max Merkel war Planer, Architekt und wurde dann zum Erzbischöflichen Baudirektor ernannt.

Über dem Hauptportal der Herz-Jesu-Kirche befindet sich eine überlebensgroße Figur des göttlichen Heilandes. Darunter hat der Baumeister (Max Merkel) sich selbst von Bildhauer Julius Seitz in Stein hauen lassen, in den Händen einen Zirkel und das Modell seiner Kirche haltend.

Bemerkenswert ist auch, daß bei den Renovierungs- und Sanierungsarbeiten, die im Jahre 2008 abgeschlossen waren, eine Kapsel gefunden wurde, mit einem Dokument, in dem Merkel schrieb, daß er für den Bau gefrorenen Kalk verwendet hat.

Die Geschichte um die Herz-Jesu-Kirche ist so vielfältig, daß es den Rahmen sprengen würde, würde man hier alles schreiben.


Auf dem Kirchplatz fand anfänglich die "Freiburger Mess" statt und mancher Circus gab dort sein Stelldichein, bis der Platz dann doch zu klein wurde.

Der Kirchplatz wurde auch von Obdachlosen und Alkoholikern besiedelt; auf den Sitzbänken hatten sie die Gelegenheit, eine Zeit zu verweilen. Immer wieder wurde überlegt, wie man das abschaffen könnte, denn sie hinterließen viel Unrat. Die Sitzbänke wurden entfernt und letztendlich hat man festgestellt, dass es sinnlos war. Ein Kiosk, oberhalb der Engelbergerstraße war natürlich auch unterstützend und mit der Zeit wurden auch wieder Sitzbänke aufgestellt, das Kiosk mußte aber dann doch irgendwann weichen.

- Mahnmale auf dem Stühlinger Kirchplatz -

Unser Weg führte uns weiter, unter der Stadtbahnbrücke durch, wo sich der Münstertäler Bildhauer Franz Gutman Skulpturen (wasserspeiende Riesen) einen Namen gemacht hat.

Stühlinger
- Hier fing alles an mit FA-Freiburg! -

Angekommen in der unteren Klarastraße sahen wir die Albertusburse, die früher als Kindergarten (Kinderbewahranstalt), Hort und Nähschule diente, dann zwischen 1900 und 1901 umgebaut wurde zu einem Studentenwohnheim, das heute das älteste Studentenwohnheim in Freiburg sein soll und von Franziskanerinnen aus Gengenbach geleitet wird.

Unter anderem siedelte sich auch hier die Firma Welte & Söhne hier an. Sie hatte den Auftrag, eine Orgel für die Titanic anzufertigen. Es war zu Lieferverzögerungen gekommen, deshalb gibt es diese Orgel heute noch...

Stühlinger
- am Lederle Platz -

... und Christel schreibt und schreibt immer noch!

Eingekehrt sind wir nach der Führung im Café Vélo am Bahnhof.

Fotos: Zahnrad/Erwin, anmargi/Margit

Bericht: Christkindle/Christel

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