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Unser Mitglied Henri hat im Zusammenhang mit dem Besuch des SOS-Kinderdorfes Schwarzwald in Sulzburg diesen Spruch in unser Gästebuch geschrieben – sehr passend wie ich finde:

Deine Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht
des Lebens nach sich selbst.
Sie kommen durch Dich, aber nicht von Dir,
und obwohl sie bei Dir sind, gehören sie Dir nicht.
Du kannst ihnen Deine Liebe geben,
aber nicht Deine Gedanken,
denn Sie haben ihre eigenen Gedanken.
Du kannst ihrem Körper ein Heim geben,
aber nicht ihrer Seele.
Denn ihre Seele wohnt im Haus von morgen,
das du nicht besuchen kannst,
nicht einmal in Deinen Träumen.
Du kannst versuchen ihnen gleich zu sein,
aber suche nicht Sie Dir gleich zu machen,
Denn das Leben geht nicht rückwärts und
verweilt nicht beim gestern.
Du bist der Bogen von dem Deine Kinder
als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Lass Deine Bogenrundung in der Hand
des Schützen Freude bedeuten.

K h a l i l G i b r a n


Tanzknopf/Helene war im SOS-Kinderdorf in Sulzburg gewesen und hat uns diesen Besuch sehr ans Herz gelegt – danke Dir für den guten Tipp einer Veranstaltung!

Am 15. Januar 2013 sind wir also losgefahren mit Wilfried/Greybear, der uns sicher und wohlbehalten in dem großen Winterhalter-Bus nach Sulzburg brachte. Er schaffte das mit kleinen Umwegen, aber mit viel Geschick und ohne einen einzigen Kratzer, obwohl enge Gassen und Kurven zu durchfahren waren. Wir saßen warm und gemütlich, brauchten nirgendwo umzusteigen, konnten uns angeregt unterhalten.

Der Winter war wieder zurückgekommen an diesem Tag, wir fuhren durch die leicht verschneite, verträumte Landschaft des Schneckentals. Das Kinderdorf mit seinen freundlichen und bunten Holzhäusern mit viel Grün rundherum lag dann am Ende des Ortes vor uns, direkt am Wald, mitten in der Natur. Wir wurden von dem sehr sympathischen Herrn Schmidt empfangen; er würde uns über das Kinderdorf informieren und unsere Fragen beantworten.

Zunächst einmal zeigte Herr Schmidt uns nach der Begrüßung einen Film über eine Familie, in der 3 Geschwister in diesem Dorf aufgewachsen waren. Es war ihnen Heimat geworden, sie waren später alle in der Lage ihr Leben zu meistern. Wir konnten sehen, wie sie auf das Leben „draußen“ vorbereitet wurden, und dass der Aufenthalt im Dorf nicht nur rosige Zeiten bedeutete. Wie im „richtigen Leben“ eben…

- Cordula Briemle, Kinderdorfmutter -

Am 29. November 1958 gründete Hermann Gmeiner das SOS-Kinderdorf Schwarzwald in Sulzburg. Während 50 Jahren haben hier mehr als 400 Kinder und Jugendliche ein neues Zuhause und eine neue Heimat gefunden.

Heute bieten die 80 Mitarbeiter des Kinderdorfs verschiedene Dienstleistungen im Bereich der Jugendhilfe an (Kindertagesstätte, Schulsozialarbeit, Freiburger Straßenschule, ein Zentrum, das allen Jugendlichen offensteht). Grundlage sind jedoch nach wie vor die acht SOS-Kinderdorf-Familien. Hier finden Kinder aus zerrütteten Familien ein Zuhause, deren Eltern oft nicht in der Lage sind ihre Erziehungsaufgabe zu erfüllen. Heute werden bis zu 6 Kinder im Alter zwischen 4 und 12 Jahren aufgenomen, was aber aus pädagogischen Gründen nicht immer belegt werden kann. Es wird mit sehr guten Rahmenbedingungen versucht, den Kindern zu ersetzen und seelisch zu heilen, was sie zu Hause entbehrt und an Schlimmen durchgemacht haben. Auch wird darauf geachtet, dass die „Chemie stimmt“. Leibliche Geschwister werden zusammen untergebracht. Beim Weggang eines erwachsenen Kindes und Ersatz durch ein neues Kind beweisen die Mitglieder einer Familie eine erstaunlich hohe Solidarität.

Tag und Nacht sind die Kinder von einer Kinderdorfmutter oder einem –vater betreut. Wie in einer „richtigen“ Familie werden die täglichen Arbeiten und Besorgungen separat von jedem Haushalt erledigt. Es gibt also keine Gemeinschaftsküche, -waschmaschine etc..

Aber auch Eltern brauchen Pausen, deshalb nehmen sie diese Aufgabe an 5 Tagen wahr und an 2 Tagen eine andere Person (eventuelle Partner der betreuenden Personen sind nicht im Kinderdorf angestellt). Ein Team ergänzt diese Arbeit zusätzlich durch Nachhilfe-, Musik- und Sportunterricht (z.B. Fußballtraining - auf Bewegung wird sehr viel Wert gelegt), Ferien in der Schweiz oder Italien, psychologische Betreuung. In der Kunsttherapie werden Holz, Steine und Farben bearbeitet und somit der Kontakt zur Natur hergestellt. Aber auch die Eltern erhalten bei Bedarf therapeutische Unterstützung.

Herr Schmidt erzählte begeistert von einem ganz besonderen Projekt: eine Sängerin aus der Umgebung gab Kindern Gesangsunterricht. Diese Gruppe durfte dann in Hamburg bei einer Opernaufführung mitsingen! Es fällt leicht, sich die Auswirkung auf Selbstbewusstsein und Stolz der Kinder vorzustellen.

Die Kinder bekommen Taschengeld, sie lernen mit Geld umzugehen. Sie erhalten finanzielle Unterstützung vom Staat in Form von Kindergeld, Ausbildungsförderung oder Halbwaisenrente.

Sie wachsen konfessionell unabhängig auf, die religiöse Erziehung liegt bei der Kinderdorfmutter.

Lebensübergänge werden überbrückt durch zeitweiliges "Trainingswohnen" in einem der Häuser. Die Jugendlichen können hier lernen, das tägliche Leben zu bewältigen. Sie kaufen ein, kochen, halten das Haus sauber etc..

Das Motto heißt: fördern UND fordern. Jugendsünden der Kinder werden konsequent mit ihnen bearbeitet. Durch die umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit des Teams genießt das SOS-Kinderdorf ein positives Ansehen und der Begriff „Kinderdörfler“ verliert immer mehr an Bedeutung.

Das Wohl der Kinder und Jugendlichen ist vorrangig vor allem anderen. Wenn z.B. den Schützlingen Kontakte zur leiblichen Familie wichtig sind, werden diese ermöglicht. Aus diesem Grund werden nur Kinder aus der Region aufgenommen. Der Kontakt zur Kinderdorfmutter und den Geschwistern besteht auch nach ihrer Schul- und Berufsausbildung weiter, wenn die Kinder dies wünschen. „Glückliche Momente“ wären das, wenn sich die Mitglieder der Familien nach einiger Zeit wieder sehen, sagte Herr Schmidt.

Ein Anliegen der Mitarbeiter des Kinderdorfs ist, dass Jugendämter mehr auf den Zeitverzug der Kinder Rücksicht nehmen würden. Durch Traumen und den Verlust von harmonischen Kindheitsjahren in einer leiblichen Familie können viele Kinder mit dem vorgegebenen Tempo der Regelschulen nicht mithalten.

Während der ganzen Zeit empfand ich Herrn Schmidt als engagiert und empathisch. Er vermittelte den Eindruck, sich mit der Arbeit im SOS Kinderdorf Schwarzwald in Sulzburg mit Leib und Seele zu identifizieren. Er ging trotz vorangeschrittener Stunde geduldig auf unsere Fragen ein. Er hat uns das System des Dorfs sehr aufschlussreich erklärt und uns davon überzeugt – ein „spendenwürdiges“ Unterfangen also!

Auch wenn es nur einen ganz kleinen Anteil unserer Kinderwelt betrifft - irgendwie beruhigend zu erfahren, dass durch Zuwendung und Förderung immerhin diesen Kindern hier viel vermittelt werden kann!

Beim anschließenden Rundgang konnten wir uns die ganze Anlage einmal in der Verwaltung auf einem Plan und dann in Natura ansehen.

Einige Kinder sahen wir auch, wir „Zoobesucher“! (Herr Schmidt erzählte uns humorvoll, dass wir von ihnen so gesehen werden.) Dennoch grüßten sie sehr freundlich. Um die Privatsphäre der Familien nicht zu stören, werden natürlich keine Häuser besichtigt.

Dieser Aufenthalt war eine Bereicherung und hat uns allen viel zum Nachdenken mitgegeben – noch immer bin ich in Gedanken oft im Dorf und versuche mich in das Aufwachsen der Kinder und in die Arbeit der Eltern hinein zu versetzen.

Eine bewundernswerte Leistung - bestimmt nicht einfach!

Wir ließen den Tag im „Kräuterhof“ in Hügelheim bei leckerem Kaffee und Kuchen und anregenden Gesprächen ausklingen.

Es fiel nicht schwer, für die vielen ansprechendenn Kräuterprodukte einige Euros im "Kräuterhof" zu lassen!

Auch unser Busfahrer Wilfried/Greybear muss sich stärken! Er fährt uns ruhig und sicher zu unseren Zielen und verzichtet dabei auf sein Gehalt! Mehr als ein Glücksfall für FA Freiburg.

- Auf der Heimfahrt -

- Alle Fotos stammen von unserem Erwin/Zahnrad -

Autor: Anmargi

Margit Anhut

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