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Es war ein typischer April-Wetter-Tag mit Sonnenschein und Regenschauern, an dem sich eine muntere Schar von „Feierabend`lern“ im Hauptbahnhof Freiburg zur Fahrt nach Endingen zusammenfand. In Endingen stießen noch einige Autofahrer dazu, so dass wir mit 27 Personen ins Käsereimuseum kamen. Schon im Zug stellten wir uns die Frage, was wohl in einem Käsereimuseum gezeigt wird.

Dort angekommen erwartete uns Frau Monika Reinbold, sie stellte sich als unsere Führerin vor. Wortreich erzählte sie uns von der Entstehung des Museums:

Im Jahr 1901 gründete S.Risch das Museum in einem Haus, das früher als „Milchhäusle“ diente und in dem die Bauern aus dem Kaiserstuhl ihre Milch abgegeben haben. Die Kühe der Kaiserstühler Bauern weiden auf vulkanerdigen Wiesen, die viele Kräuter hervorbringen. Frau Reinbold ließ auch ein Riechmuster dieser Kräuterwiesen herumgehen, das uns überzeugte.

Nun zeigte sie uns den Weg der Milch vom Melken bis zum Käse. Zur Herstellung von 1 kg Käse werden bis zu 16 kg Milch benötigt.

Bereits 3000 v.Chr. konnten die Menschen Käse herstellen. Allerdings waren die ersten Milchlieferanten damals die Ziegen. Die Menschen nahmen zum Transport der Milch einen ledernen Sack in dem als Zufallsprodukt durch das Schütteln und die im Sack enthaltenen Bakterien der erste Käse entstand.
Im 3.Jhdt. n.Chr. stellte man bereits den ersten „Harzer“-Käse her.
Im 6. Jhdt.n.Chr. kam aus dem Elsass die Herstellung von Labrotschmierkäse zu uns. Auch der „Münsterkäse“ hat seinen Ursprung in jener Zeit. Er wurde in den Klöstern hergestellt und diente in der Fastenzeit als Hauptnahrungsmittel.
Im 9. Jhdt.n.Chr. lernten die Menschen den „Allgäuer Bergkäse“ herzustellen.

Milchsäurebakterien werden dem Lab zugesetzt und nach der Trennung von der Molke entsteht der Käse, der dann aber noch 12-18 Tage oder auch länger „reifen“ muss. Er darf aber in dieser Zeit nicht zu kalt gelagert werden.
Ebenfalls im 9. Jhdt.n.Chr. stellten die Menschen den ersten sog.Backsteinkäse her. In besonderen Behältern wird die Molke aus der Masse rausgepresst, bevor der Käse in viereckige, backsteinähnliche Formen gefüllt wird, die dann zur Reife gelagert werden.
Im 12. Jhdt. n.Chr. stellten die Alemannen bereits den sog. „Burezieger“ her und im 19.Jhdt. n.Chr. gab es den ersten Limburger und Romadur-Käse. Daneben gibt es viele Formen der Käseherstellung, u. a. auch sog. „Blauschimmelkäse“, der durch die Verwendung besonderer Bakterienkulturen und Reifung in Höhlen hergestellt wird.

Frau Reinbold zeigte uns auch jeweils die entsprechenden Geräte, von der Zentrifuge über die Käseharfe bis zum Kupferkessel. Mit der Käseharfe wird die eingedickte Milch zerteilt. Das Ergebnis ist der sogenannte Bruch, eine Vorstufe des Käses.

Zum Schluss führte sie uns auch noch verschiedene Butterfässer vor und erklärte uns die Butterherstellung.
Im Alemannischen sagt man statt Butter auch „Anke“, dieser Name kommt aus dem Althochdeutsch und wird von der ländlichen Bevölkerung auch heute noch gebraucht. Mit dieser Erklärung schloss Frau Reinbold ihre interessante Führung unter unserem Applaus.

Anschließend ließen wir uns Kaffee und Kuchen schmecken. Einige von uns kauften auch noch Käse im angeschlossenen Käseladen bevor wir uns zur Heimreise aufmachten.

Eine größere Gruppe fuhr mit der Kaiserstuhlbahn über Achkarren nach Breisach und wir genossen die herrliche Landschaft des Kaiserstuhls bei schönstem Sonnenschein vom Zug aus. Von Breisach ging`s mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof Freiburg wo wir uns verabschiedeten.
Ein schöner und lehrreicher Tag war zu Ende.

Trudel als Organisatorin und den Fotografen sei herzlich gedankt.

Fotos: Peter/ReRe, Anke/Oleander

Autor: Bleistift01

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