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Baden! 900 Jahre Geschichten eines Landes

900 Jahre Baden
- Die ganz besondere Kuckucksuhr -

Diese Ausstellung ist schon eine mächtige Kost.

Die Badische Zeitung übertitelte ihren Bericht zur Ausstellung in ihrer Ausgabe vom 18. Juni dieses Jahres: Man badet in Baden. Wie wahr - wie wahr!


18 FA`ler besuchten am 2. August die Ausstellung des Badischen Landesmuseums im Karlsruher Schloss und studierten mit sichtbaren Interesse die vielen Exponate.

Seit 1952 gehört die Region in der wir leben (Südbaden) zum Bundesland Baden-Württemberg mit der Landeshauptstadt Stuttgart. Und doch wird hier von manchem Bewohner die Eigenständigkeit als Badener vermisst, bei Gelegenheit mit voller Inbrunst das Badnerlied gesungen.

Wer manchmal über die aktuelle Landespolitik murrt und sich ärgert, die natürlich in Stuttgart gekocht und auch im Badischen gegessen werden muss; dem ist ein Besuch der Ausstellung zu empfehlen.
Wenn man heute noch darüber streitet, wer zuerst da war:
das Huhn oder das Ei? So ist das in der Beziehung: Baden : Stuttgart, völlig klar:

Baden war zuerst da. Denn, Stuttgart hat badische Wurzeln, wie ein romanischer Mauerstein in der Ausstellung beweist.

Die erste Erwähnung eines Markgrafen von Baden in einer Urkunde von 1112 (Schenkungsurkunde von Kaiser Heinrich V. für den Bischof von Bamberg) ist der Beweis und die Grundlage des 900´jährigen Jubiläums.
Der Zähringer Graf Hermann II. (gest. zwischen 1123 u. 1130), Sohn von Berthold I. (1024-1078), war der erste, der sich Markgraf von Baden nannte.

Nach der Bahnfahrt in gut besetzten Wagen (ab Offenburg stehend) und S`Bahn begannen wir um 12,45 Uhr mit dem Rundgang, teils bewaffnet mit Audiohörer und Klappstuhl. Jedem von uns war klar, in 900 Jahren passiert allerhand und in Baden allemal. Der Streifzug durch die Urkunden, Modellen, Skizzen, Bildern, Münzen, Medaillen, Skulpturen, Gerätschaften usw. wurde tapfer gemeistert. Es durfte nicht fotografiert werden. Jedoch Einer von uns nahm es nicht so genau:

Eine wichtige Station in der Geschichte Badens ist die durch Erbteilung entstandenen zwei Markgrafschaften im Jahre 1535: Baden-Durlach und Baden-Baden.

Markgraf Karl II. (Baden-Durlach) erließ am 1. Juni 1556 eine Kirchenordnung nach Württembergischem Muster und führte mit dieser die Reformation seines Landes ein, während die Linie Baden-Baden bei der alten Religion römisch katholisch blieb.

Karl II. verlegte 1565 seine Residenz von Pforzheim nach Durlach.

Markgraf Karl Wilhelm baute 1715 sein neues Schloss in der freien Ebene. Die um das Schloss entstandene Stadt wurde später Karlsruhe genannt.

Im Jahre 1771 kamen beide badischen Linien und Gebiete wieder zusammen, nachdem die katholische Linie (Baden-Baden) mit dem Tod von Markgraf August Georg, dem jüngeren Sohn des "Türkenlouis", ohne Nachkommen verstarb. Die Teilung war beendet. Grundlage dafür war der Erbverbrüderungsvertrag von 1765.

Der inzwischen in Karlsruhe regierende Karl Friedrich konnte ohne weitere Probleme von seinen neuen Gebieten Besitz ergreifen.
In Karl Friedrichs Amtszeit entwickelte sich das ab 1771 Markgrafschaft Baden genannte Gebiet über ein Kurfürstentum (1803-1806) unter bedeutenden Gebietszuwächsen zum Großherzogtum Baden (1806-1918).

Rund 420 Ausstellungsobjekte als Zeugnisse der Geschichte Badens können betrachtet werden. Fast nichts hat man ausgelassen, ob es um Humanismus, Bauernaufstand, Kriege, Religion, Architektur, Kunstepochen, Weinbau, Literatur, Technik, Gewerbe oder Erfindungsgeist und herausragende Persönlichkeiten geht, alles kann man studieren.

Natürlich ist die Schwarzwaldregion gut vertreten mit den Kuckucksuhren, Trachten, Waldwirtschaft und Flößerei, sowie den Anfang des Wintersports am Feldberg, erstmals in Deutschland.
In Baden erfand man das Laufrad, den Vorgänger des Fahrrades, den ersten mit Motor getriebenen Wagen von Carl Benz, den Bertha Benz 1888 von Ladenburg nach Pforzheim steuerte, ohne Wissen ihres Mannes.

In Baden haben außer tüchtigen Persönlichkeiten aus dem Adel auch bedeutende Frauen und Männer gelebt und gewirkt.

Um nur einige zu nennen, die in der Ausstellung gewürdigt werden:
Friedrich Weinbrenner/Architekt, Johann Gottfried Tulla/Ingineur, Karl Friedrich von Dreis/Erfinder, Bertha und Carl Benz/Erfinder, Johann Peter Hebel/Dichter, Heinrich Hansjakob/ Pfarrer und Schriftsteller, Joseph Victor von Scheffel/Schriftsteller, Gerta von Ubisch/ Professorin, Frauenemanzipation, Marianne Weber/Frauenrechtlerin, Leo Wohlleb/ Pädagoge und badischer Staatspräsident, Franz Burda/Verleger, Aenne Burda/Verlegerin usw.

Auch die Schattenseiten der Geschichte werden nicht vermieden in der Ausstellung, wie z.B der schon erwähnte Bauernkrieg (1525), Napoleon und die Kriege 1806-1813, Badische Revolution 1848/49, beide Weltkriege 1914/1918 und 1939/1945 und die Besatzungszeiten, Baden im 3. Reich unter der Hitler-Diktatur mit Euthanasie, Konzentrationslager, Judenverfolgung und Widerstand.

Im Café erholten wir uns von den Eindrücken. Wir trafen uns um 15 Uhr wieder vor dem Schlossgebäude. Die Sommersonne begrüßte uns fast zu gut.

900 Jahre Baden
- Sigi im Schlosspark -

Wer nicht dabei sein konnte und sich für die Badische Geschichte und Kultur interessiert, findet Vieles neu oder Themen, wo sie oder er das Wissen vertiefen kann. Manche Bereiche sind hart und klar dargestellt, wie die oben erwähnten < Schattenseiten >.
Aber man muss daran erinnern in der Hoffnung, dass so etwas nie wieder geschehen sollte.

Die Ausstellung endet am 11. November 2012. Also: nichts wie hin !!!



Wir traten die Heimfahrt an. Diesmal fand jeder einen Sitzplatz, jedoch ohne Klimaanlage.

Freiburg, den 4. August 2012

Bericht: Manfred / Florius

Fotos: Zahnrad/Erwin und Wibldibl/Angelika

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