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Für den 20. März 2012 hatte Margit für unsere Gruppe eine Führung durch das jüngste Freiburger Stadtviertel - das Quartier Vauban - ausgesucht. 27 FA-ler wollten unbedingt dabei sein. Die Plätze waren schon seit langem belegt, und es ist auch niemand mehr abgesprungen.

Heute ist Frühlingsanfang! Beim Treffen um 10.30 Uhr ist es noch ein wenig frisch, aber es ist sonnig und im Laufe des Vormittags wird es auch wärmer. So richtig, um draußen eine interessante Führung zu erleben.


Wir trafen Frau Marie-Antoinette Wolf. Frau Wolf ist gebürtige Französin, lebt aber schon seit 1966 in Deutschland. Sie hat die Entstehung des Quartiers Vauban von Beginn an miterlebt und wird uns heute 90 Minuten durch das Vauban führen.

Der neue Stadtteil Vauban liegt auf der Gemarkung des 1938 eingemeindeten Stadtteils St. Georgen und wurde auf dem Gelände der ehemaligen Wehrmachtskaserne errichtet, die ab 1937 dort erbaut worden war. Diese war nach dem Freikorpskämpfer Schlageter, einer "Märtyrerfigur" der nationalsozialistischen Bewegung benannt.

Mit dem Beginn der Besatzung am Ende des Zweiten Weltkriegs übernahm die französische Armee das Gelände zur weiteren Nutzung als Kaserne. Sie benannte diese nach dem französischen Festungsbaumeister Sébastien Le Prestre de Vauban, der Freiburg zur Zeit der französischen Besatzung am Ende des 17. Jahrhunderts 1679-1687 zu einer für ihn typischen sternförmigen Festung um- und ausbaute. Wir bekommen von Frau Wolf Skizzen gezeigt, auf der die sternförmige Festungsanlage zu sehen ist.

1992 wurden die Besatzungstruppen abgezogen. 1993 wurde vom Gemeinderat die Bebauung des Kasernenareals und die Beibehaltung des Namens VAUBAN beschlossen. Die Stadt Freiburg kaufte vom Besitzer - der Bundesrepublik Deutschland - eine 38 ha große Fläche für 21 Mill. Euro. Da der Boden verseucht war, mußten erst einmal ca. 10 Mill. Euro investiert werden: Über das ganze Areal wurde der Boden 1 m abgetragen und durch Rheinkiesel ersetzt.

1994 folgte ein städtebaulicher Ideenwettbewerb und die Erarbeitung eines städtebaulichen Konzepts. 60 Architektenbüros beteiligten sich an dem Wettbewerb. Als offizieller Träger des Bürgerbeteiligungsprozesses Vauban wurde der Verein Forum Vauban e.V. anerkannt. Die Mitglieder haben in vielen Tag- und Nachtsitzungen mit Hilfe von Fachleuten Ideen für den Stadtteil entwickelt: Sie setzten sich ein für:

* stark autoreduziertes Verkehrskonzept
* Stadtteil der kurzen Wege
* ökologisches Nahwärmekonzept
* soziale Mischung
* Vorrang von privaten Baugruppen und genossenschaftlichen Selbsthilfemodellen vor Investoren bei der Grundstücksvergabe

Vauban
- Helga/Tinsky schreibt den Bericht für uns -
Vauban
... in Steno!
Vauban
Karoline-Kaspar-Schule

Im neuen Quartier Vauban sollten vor allem junge Familien mit Kindern wohnen. Dafür war pro Familie eine Parzelle von 162 qm vorgesehen, für die Fassadenbreite des Hauses 6 m, die Haushöhe max. 12-13 m. Dadurch verteilte sich der Wohnbereich auf 3 Etagen. Man wohnt zwar relativ dicht beieinander, doch das nachbarschaftlliche Leben mit großen Vorteilen wird sehr geschätzt. Ohne Keller, vor dem Haus jedoch einen Stellplatz für Mülltonne und Fahrräder. Keine eigene Heizung, denn als ein modernes Nahwärmesystem gibt es an der Marie-Curie-Str. ein Blockheizkraftwerk, das mit Holzhackschnitzeln befeuert wird. Es erzeugt Wärme für 2000 Wohnungen.

Einen großen Anteil der Bevölkerung im Stadtteil stellen Familien, die sich in Baugruppen organisiert, kostengünstiger und oft mit viel Eigenleistung gemeinsam Wohnungen gebaut haben. Baugruppen geben den künftigen Bewohnern die Möglichkeit, das neue Zuhause aktiv mitzugestalten.

Vauban
- Idyllen vor dem Haus -

Der Bau der ersten neuen Häuser begann nach dem Abbruch der Kasernengebäude im April 1998. Alle Gebäude wurden mindestens entsprechend dem Freiburger Niedrigenergie-Standard errichtet. Es gibt einige Passivhäuser. Ein Teil der Häuser ist mit Vakuumtoiletten und Ecosan-Abwassertechnologie ausgerüstet.

Die Karoline-Kaspar-Grundschule am Paula-Modersohn-Platz wurde schon bald nach der Eröffnung auf Grund der schnell steigenden Schülerzahlen zu klein. Sie hat inzwischen zwei Erweiterungsbauten erhalten. Inzwischen ist der dritte Bauabschnitt in der Rahel-Varnhagen-Str. realisiert worden.

Das Gelände des Quartiers grenzt unmittelbar an einen naturgeschützten Bachlauf mit altem Baumbestand, der ein Biotop für eine Vielzahl seltener Tiere ist. Wegen der früheren militärischen Nutzung des Geländes ist das Grundwasser besonders mit Kohlenwasserstoffen verseucht. Es wird in einer eigenen Anlage umgewälzt und ausgetauscht. In 20 Jahren soll es wieder einwandfrei sein.

Die Straßenbahn Linie 3 ermöglicht seit April 2006 eine schnelle Anbindung an die Innenstadt.

Vauban
- Die Bewohner des Vauban Stadtteils helfen mit beim Gestalten der Anlagen -

Die Haushalte bzw. Bewohner haben die Wahl zwischen autofreiem und stellplatzfreiem Wohnen. In zwei Parkhäusern am Rande des Stadtteils müssen die Bewohner des Stadtteils, wenn sie Autohalter sind, einen Parkplatz (für rund 18.000 Euro) erwerben. Im Stadtteil, in den Wohnstraßen, die alle Spielstraßen sind, und vor dem Haus darf das genutzte Auto nur kurzfristig, z.B. für Be- und Entladen, abgestellt werden. Ansonsten ist es auf dem gekauften Stellplatz abzustellen. Wer kein eigenes Auto hat oder Carsharing nutzt (im Quartier gibt es ca. 400 Carsharing-Nutzer und derzeit 15 Carsharing-Autos) muss einen Anteil einer "Vorhaltefläche" für rund 3.500 Euro kaufen, um später, falls doch ein Auto angeschafft wird, dort einen Stellplatz erwerben zu können. Das wird als Grundschuld eingetragen. Ein "Autofreiverein" wacht über die Einhaltung der Regeln für autofreies Wohnen. Durch Verzicht auf Stellplätze im Quartier sind die meisten öffentlichen Wohnstraßen für kinderfreundliche Freizeitaktivitäten nutzbar. Es wird aber vermutet, dass etwa 10 % der erwachsenen Besucher des Quartiers versuchen, die Autofrei-Regelungen durch Anmeldungen von eigenen Autos auf andere, nicht im Quartier wohnende Personen oder anderweitig zu umgehen.

- Seniorenlotse hapetki -

Wir hörten von Frau Wolf einiges über SUSI, KoKo und andere Initiativen, die sich im Vauban gegründet haben. Weiter besuchten wir noch das Haus VillaBan (in Holzskelettbauweise) und das danebenliegende Atelierhaus AMÖBE. Die vielen Kinderspielplätze sind ein Thema. Eigentlich ist noch einiges mehr wichtig und erwähnenswert. Das kann jedoch bei einer Wiederholung des Besuchs im VAUBAN ausführlicher berichtet werden. Ich sehe nämlich in Gedanken unsere ReBO Margit beim Eingeben des Berichtes stöhnen: "Viel zu lang!"

Vauban
- Café Susi -
Vauban
- Die Wasserspeicher, betonierte Gräben -
Vauban
... mit Cuba/Helga's Kyra!
Vauban
... nicht sonderlich seniorengerechte Treppen!
Vauban
- Fahrradschopf -
Vauban
- das Blockheizwerk -
Vauban
- Frühling im Vauban -

- "ReRe's" Fahrradladen Radieschen -

- ein Ausgang in dem schönen Holzhaus mit der Palme drin -

Darum sind wir jetzt am Alfred-Döblin-Platz, verabschieden uns von Frau Wolf und bedanken uns für die interessante und informative Führung.

Wir streben dem Restaurant "Süden" zu. In diesen alten Mauern befand sich zur Besatzungszeit das Offizierskasino der französischen Kaserne. Margit hat dort Platze für uns reserviert. Die Speisekarte bietet für Jeden etwas, darum lassen wir den Nachmittag zufrieden ausklingen..

(Ein Teil der Ausführungen sind Wikipedia entnommen worden.)

Fotos: ReRe/Peter, anmargi/Margit

Vauban
- Der "Süden" -
Vauban
- die Lampen im "Süden" -

Autor: Tinsky

Helga Köster

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