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Sommeranfang. Die morgendliche Schwüle der Stadt verlassend, fanden wir uns am Notschrei unter einem verwaschenen Himmel.

„Heut‘ regnet’s nicht!“ meinte „Herzbube“ augenzwinkernd und ging sehr leicht bekleidet an den Start zur insgesamt 17 km langen Tour, die Margit ausgesucht und vorgeschlagen hatte.

Die anderen Elf waren nicht so mutig, zumal der Horizont sich zunächst verfinsterte, aber nur vorübergehend, denn irgendwann ließ ein kleiner Fleck zwischen den Wolken, für längere Zeit den Himmel herein.

Knöpflesbrunnen
- Er hat keinen von uns mitgenommen! -

Die ersten Kilometer legten wir auf dem Westweg zurück, zur Linken ein buckliges Hochmoor, die Szenerie war groß und karg. Der Langenbach mischte sich ein, erst traulich dahinfließend ohne großes Ziel, dann wieder an Abstürzen aufgeregt plappernd, bis sich das Plappern in Flüstern auflöste und das Bächle unter der überquellenden Flora einfach verschwand.

Einige Schritte weiter eine aufgelassene Schneise „Lothars“ aus dem Winter 1999.

Alles nicht Verwertbare ließ man liegen, ein chaotisches Gewirr von geborstenem Holz und Wurzelwerk. Inzwischen, ohne Zutun der Forstwirtschaft, eine grüne Idylle, die Natur hat sich in den vergangenen 13 Jahren dieses Areal einfach zurückgeholt.

Knöpflesbrunnen
Langenbach
Knöpflesbrunnen
- Knabenkraut -
Knöpflesbrunnen
- Arnika montana -

Am Abzweig vom Westweg, wurde der Weg zum Pfad, querte einen Himbeerschlag, bot uns eine sumpfige Passage an, die wir auf trockenen Umwegen passierten. Dann öffnete sich der Blick auf eine saure Wiese in der sich Wollgras im Winde wiegte.

Knöpflesbrunnen
- Hochmoor mit Wollgras -
Knöpflesbrunnen
- Wollgras -

Apropos Wind: Der Wind gebärdete sich strichweise sehr aufdringlich, obwohl ihn niemand darum gebeten hatte. Über uns die dunklen Wogen endloser Baumwipfel, vor uns der Weg, nun schnurgerade und kaum steigend oder fallend. Rechts unten am Weg, zwischen „Wasserbüttenen“ und „Auf der Schanz“ steht ein kleines Chalet, das ich immer als „Hexenhäusle“ betrachtete.

Knöpflesbrunnen
- Die Aly-Hütte -

In Wirklichkeit heißt es aber „Sonnenhäusle“ und gehört seit Jahrzehnten der Familie Aly. Just heute wanderte Anne Aly mit uns, und erzählte uns von ihrer Hütte und dem einfachen Leben das man da führt.

Auf dem Heimweg zeigte sie uns die Hütte, auch im Inneren. Aber davon später mehr.

Knöpflesbrunnen
- Anne -
Knöpflesbrunnen
- Das Sonnenhäusle -

300 Meter weiter beginnt zur Rechten des Wegs ein Hainbuchenwald, knorrige Stämme, kaum Unterholz, ein wildgehaltener Park. Dann senkt sich der Weg zum Dachsrain hinunter, 1100 m N.N. Von diesem Punkt aus, hat man die Wahl über den Panoramaweg, oder über die „Direttisima“ den Knöpfles-brunnen zu erreichen. Wir entschieden uns für die „Direttisima“ auf dem Hinweg, und für den Panoramaweg auf dem Heimweg, eine gute Entscheidung.

Die zwei letzten Kilometer, verlaufen ohne bemerkenswerte Ereignisse, dafür entschädigt aber der Blick bei der Ankunft an der Sommeralpe: „Knöpflesbrunnen!“

Hinaustretend aus dem Wald in das volle Licht des Tages: Eine bukolische Landschaft lag vor uns, es fehlte nur der Hirte, mit einer
Panflöte, unter einem Baume sitzend. Leichter Wind strich glättend über das Gras der Wiesen und hinterließ ein flüchtiges, angenehmes Frösteln auf der Haut.

Urmächtige Bäume, jeder ein Solitär, rahmen die Alpe ein, bis man schließlich am Ziel ankommt, der Hütte vom Knöpflesbrunnen.

Knöpflesbrunnen
- Pitt70 und Hapetki -

Die Hütte, eher schon ein Haus, ist mit den üblichen Mitteln: dem Hobel und der Lötlampe zu dem umgebastelt worden, was man rustikal nennt. Na, ja!

Das angebotene Essen war ebenso rustikal, nur der Kartoffelsalat, eher noch vom Sonntag übrig, war am Dienstag gerade noch genießbar, aber sonst eine Chuzpe!

Knöpflesbrunnen
- Der Knöpflesbrunnen -
Knöpflesbrunnen
- Die Knöpflesbrunnen Hütte -

Selbst die längste Rast geht einmal zu Ende und Margit rief zum Aufbruch. Zögernd sammelten wir uns, denn zunächst ging es bis zur Hasbacher Höhe bergauf. An der Weggabelung trollten wir uns dann in Richtung Wieden und Dachsrain.

Knöpflesbrunnen
- Kurz vor dem Aufbruch -

Wir wanderten auf dem Panoramaweg. Diese Bezeichnung ist keineswegs übertrieben, denn man übersieht den ganzen Talkessel von Wieden, Oberwieden und dem Wiedener Eck.

Der Horizont über der dunklen Kette des Gebirges wurde zur Fluchtlinie des Auges, unter einem hohen perlmuttfarbenem Nachmittagshimmel.

Aufstieg zum Dachsrain, dort stießen wir wieder auf den Weg zum Notschrei. Auf dem Rückweg zeigte uns Anne Aly das Grab der Großeltern, die dieses kleine Chalet „Sonnenhäuschen“ errichteten, das Grab liegt etwa 100 Meter von der Hütte entfernt in einem Kreis dunkler Steine, dort träumt es sich mit seinen Verblichenen hin zur ewigen Ruhe.

Die Hütte selbst ist immerhin mit Strom versorgt, Antriebe sind Photovoltaik und Windkraft. Es gibt eine Quelle und natürlich genügend Holz zum Heizen. Die Hütte stammt aus dem Jahr 1929 und 1999 wurde das 70zigste Jubiläum gefeiert.

Knöpflesbrunnen
- Die Aly-Hütte von innen -
Knöpflesbrunnen
- Anne erzählt die Geschichte der Aly-Hütte -
Knöpflesbrunnen
- Pitt70, unser Berichtschreiber (links) und Herzbube/Hans-Jörg -

Nach kurzer Rast und Besichtigung der Hütte wurde zum Aufbruch zur letzten Etappe gerufen.

Die Gruppe, weit auseinander gezogen, trabte nun dem Notschrei entgegen. „Herzbube“ hatte recht behalten, es regnete nicht, im Gegenteil. Über uns schwebte ein weißblauer Himmel, in beschwingter Heiterkeit segelten rundliche, mollige Wolken von barocker Schönheit dahin. Sie strahlten in jenen warmen vorabendlichen Farben, im Abglanz der Sonne.

Dank an Margit Anhut für die Organisation.
Dank an die harmonische Gruppe.

© Helmut Büchler / Pitt 70 2011

Fotos: Anke/Oleander, Pitt/70, Margit/anmargi

Autor: Pitt70

Helmut Buechler

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