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Eine Reise in eine Metropole und in ein Dorf.

Im Sinkflug kippte der Jet in eine Parabel, die es zuließ für einige Augenblicke auf das nächtliche Damaskus zu schauen.
Es schien mir, als hätte ein Riese eine Handvoll Diamantstaub über die Stadt geworfen. Millionen flirrende, glitzernde Lichter in der Novembernacht. Welch ein Auftakt.

Anderntags. In einem ersten Rundgang durch die Altstadt streifen wir die schiitische Saidat-Ruquaia Moschee. Die Moschee ist äußerst kostbar ausgestattet, alle Wände und Kuppeln sind mit Kristallspiegelfacetten, Gold und Edelsteinen ausgelegt. Die Böden sind mit kostbaren Teppichen belegt. Im Inneren befinden sich zwei Gebetsräume, dort verrichten Männer und Frauen getrennt ihre täglichen Gebete. Im Gegensatz zur Omajjadenmoschee darf in dieser Moschee nicht fotografiert werden.

Eine Weile verbringen wir am Grabmal Saladins, einem prächtig ausgestatteten Mausoleum, das 1898 vom deutschen Kaiser Wilhelm II dem Sultan Abd ül-Hamid II als Freundschaftsgeste geschenkt wurde.

An der römischen Mauer
An der römischen Mauer
Transept mit Adlerkupel
Transept mit Adlerkupel

Wir tangieren die alte römische Stadtmauer und treten ein in die Omajjadenmoschee. Wir schauen auf die sogenannte Adlerkuppel über dem Transept, dem Querhaus der Moschee, mit seinen reichen Mosaiken, die Paradiesszenen darstellen.

Das Schatzhaus
Das Schatzhaus

Das Schatzhaus, oktogonal, steht auf 8 Säulen mit korinthischen Kapitellen, hier verwahrte man die Staatsgelder um sie vor Bränden und Dieben zu schützen. Im Hof werfen wir einen Blick auf das Jesusminarett und den Reinigungsbrunnen, der sich unter einem Baldachindach ausbreitet. Schöne Blicke auch auf die Westarkaden die mit wundervollen grün und golden leuchteten Mosaiken geschmückt sind.

Jesusminarett und Reinigungsbrunnen
Jesusminarett und Reinigungsbrunnen

Im Inneren treffen sich die Frauen zu einem familiären Schwätzchen, sitzen in Gruppen auf dem Boden, während ihre Kinder in gedämpftem Ton Fangerles in dem riesigern Raum spielen. Hier darf man auch fotografieren und auch in europäischer Kleidung die Moschee betreten.

Die Moschee ist durchgängig mit Teppichen ausgelegt, gewaltige Kronleuchter geben dem Raum Spiritualität. Das Allerheiligste, der Haupt-Mihrab befindet sich in der Mitte des Transepts. In dem riesigen Gebetssaal befinden sich vier Mihrabs, im Südosten steht der Marmorschrein Johannes des Täufers.

Hinaustretend in das helle Licht des Tages wanderten wir in den Osten der Stadt, zum Sonnentor. Auf dem Weg dahin durchquert man auch immer wieder Gassen die in Agonie liegen. Aufgelassene Häuser und marode Installationen wechseln sich ab, und man glaubt dann wirklich, dass Damaskus eine 5000 Jahre alte Stadt ist.

Im Armenhaus von Damaskus
Im Armenhaus von Damaskus
Vor dem Sonnentor
Vor dem Sonnentor

Ramadan. Die ganz langsam weichende Sonne sank endlich wie eine große Münze hinter die römische Mauer und binnen Minuten war Nacht. Von den Minaretten riefen die Muezzine zum Gebet. Danach erst öffneten die Händler ihre Läden, zogen mit Geschepper ihre Rolläden hoch. Damaskus erwachte.

Abends, im stickigen Licht der Millionenstadt, besuchten wir den Shuk el Hamidiye. Der Shuk ist über 500 Meter lang und mehr als 10 Meter breit. 1873 entstand auch das Tonnendach, das die Syrer so gerne mit der im selben Jahr erbauten Galleria Vittorio Emanuele in Milano vergleichen. Vorbei an unzähligen Läden für Souvenirs, Schmuck, Damen und Herrenkonfektion, Gold und Juwelen, Gewürzen, Lebensmittel, Teppichen und Lederwaren, ein Bazar eben. Und erfreulich, keine geschwätzigen Schlepper und aufdringliche Händler. Die Syrer sind eine stolze Nation, und die Gäste werden – im Gegensatz zu anderen arabischen Staaten - nicht belästigt.

Im Shuk
Im Shuk

Wir besuchten das Museum für Volkskunde und Brauchtum, untergebracht in einem sehr schönen ehemaligen Palast. Auch hier strenges Fotografierverbot.

Museum
Völkerkundemuseum

Unser letzter Besuch galt dem Nationalmuseum von Damaskus. Der Eingang wird geziert vom Portal des omajjadischen Wüstenpalasts Quas al – Hair. Dieses Portal wurde originalgetreu hier an der Fassade des Museums wieder errichtet.
Die syrischen Museen sind überreich angefüllt mit der vieltausendjährigen Geschichte des Landes. Die Relikte der Keilschriften, Grabmale, Plastiken, Statuen, des Raumschmucks, und des Gold – und Silberschmucks, findet man in einer unglaublichen Fülle. Und alle Schätze und Reichtümer sind in den Museen sehr gut aufgebaut und erläutert.

Nationalmuseum
Nationalmuseum

Man darf nicht fotografieren, und in jedem noch so kleinen Raum steht mindestens ein Wächter zum Hüten der Schätze. Dazu begleitet ein weiterer Wächter die Gruppe. Also auch keine Fotos "aus der Hüfte" geschossen! Draußen im Park kann man nur ahnen welche Reichtümer im Innern bewahrt werden.

Wir verließen die 4 Millionenstadt mit ihrem brausenden Verkehr und den 14.000 Taxis an einem Morgen an dem im Osten nach und nach die Sonne aufstieg, sich über den Kamm des Libanongebirges erhob und ihre orangerote Scheibe makellos präsentierte.

Ein Umweg über die Kreuzritterburg Crac de Chevaliers, sie liegt 755 Meter hoch, und konnte 400 Pferde und 4000 Soldaten beherbergen. Sie wacht über den Korridor zwischen Küstengebirge und Libanongebirge, dem einzigen direkten Zugang vom Mittelmeer ins Innere Syriens.

Crac de Chevaliers
Crac de Chevaliers

Ein goldfarbener Abend, im letzten Licht erreichten wir Maalula, gerne als das "schönste Dorf Syriens" bezeichnet. Dieses Urteil wird verständlich, wenn man nach einer Kurve plötzlich die Ansammlung blassblau getünchter Terrassenhäuser vor sich liegen sieht, wie sie sich wie Schwalbennester an den rötlichen Fels des Qualamungebirges schmiegen.

Maalula
Maalula

Der 3000-Seelenort dessen Bevölkerung aus griechisch-katholischen Christen besteht, ist jedoch nicht nur für seine pittoreske Lage, sondern auch für seine Relikte aus frühchristlicher Zeit berühmt.

Maalula
Blick vom Kloster auf Maalula
Kapelle des Klosters
Kapelle des Klosters

Wir besuchen das griechisch-orthodoxe Nonnenkloster der Hl. Thekla. Die Namenspatronin, eine Schülerin des Apostels Paulus, soll sich hier, auf der Flucht vor den Häschern ihres heidnischen Vaters versteckt haben. Nach flehentlichen Gebeten an die Jungfrau Maria soll sich ein rettender Felsspalt aufgetan haben.

Dieses Versteck suchten wir auf und durchstiegen eine wahrhaft enge Schlucht.
Das Kloster selbst ist von geringerem Reiz, einzig eine Kapelle mit seltenen und alten Ikonen vermittelte eine gewisse Innerlichkeit und Spiritualität.

Hl. Theklaschlucht
Hl. Theklaschlucht
Das Dorf von Felswänden geschützt
Das Dorf von Felswänden geschützt.
Die Wüste über dem Qualarmungebirge
Die Wüste über dem Qualarmungebirge

Ganz oben, in 1700 Meter Höhe weitete sich der Blick. In dieser wüsten Einöde könnte auch Jesus einst gewandelt sein. Mit dem Bild des verdorrten Baumes im Kopf nahmen wir Abschied, in der Hoffnung, dass es immer wieder Menschen gibt die einen Baum pflanzen um der Wüste zu trotzen.


Die Bilder am besten mit Mozilla Firefox öffnen.

Autor: Pitt70

Helmut Buechler

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