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Unterwegs in Chile

Es soll Menschen geben, die einfach Lust auf Entdeckungen haben, und zu diesen scheine ich zu gehören!! Chile: Dieser 4300 km lange Streifen Land, der an der engsten Stelle nur 80 km und an der breitesten 180 km misst, vereint nahezu alle Klimazonen der Erde. Eine Legende erzählt am besten über die kontrastreiche Natur des Landes: „Als Gott seine in 7 Tagen erschaffene Welt betrachtete, stellte er fest, dass noch einiges übrig geblieben war: Vulkane, Seen, Wüsten, Urwälder, Fjorde, Flüsse und Eis. Er gab den Engeln den Auftrag, alles hinter einem langen Gebirge aufzuschütten, dieses Gebirge waren die Anden – und so entstand Chile.“ Dies also war das Land meiner Träume. Kaum ein anderes Land wartet mit einer solch ausgewogenen Vielfalt an außergewöhnlichen Reizen auf. Begleitet mich auf meiner viel zu kurzen Reise, um mich auf verschlungenen Wanderwegen im Schatten der schneebedeckten Anden- und Cordilleregipfel mit Blick auf die in allen Farben leuchtenden Seen zu bewegen. Was geht in einem vor, wenn man das üppige Grün der Regenwälder durchquert, was ist schöner als das in allen Blautönen schillernde Eis der Gletscher? Das Tosen der Flüsse und gewaltigen Wasserfälle wird nur noch überboten durch die Stille der patagonischen Pampa.

Die Landesflagge symbolisiert im Blau den Himmel, im Weiß den Schnee der Anden, im Rot die Tapferkeit der Chilenen während des Unabhängigkeitskampfes, und der Stern steht für Ehre und Fortschritt. Bei unserer Ankunft in Santiago de Chile stand natürlich erst eine Stadtrundfahrt durch die Alt- und Neustadt auf dem Programm.

Um die Plaza de Armas gruppieren sich bedeutende Bauten der Stadt, wir kommen an Kolonialbauten,

Denkmälern und den verschiedensten Universitäten und Schulen vorbei, um auf dem Aussichtsberg San Cristobal mit seiner 14 m hohen Statue „Virgen de la Immaculada Conception“

die Aussicht auf die Stadt zu genießen,

die sich unter uns ausbreitet. Den Abend beschließen wir zum Sonnenuntergang in einem Drehrestaurant.

Am nächsten Tag sollte eine Kupfermine besichtigt werden, da Leute ab 75 dort nicht mehr mitdürfen, wurde mir als Alternative ein Besuch in der Hafenstadt Valparaiso (Paradiestal) angeboten –

sie gehört übrigens seit 2003 zum Weltkulturerbe der Unesco. Es ist nicht gelogen, wenn ich behaupte, dass mir dies viel lieber war. Zu zweit - mit einem Reiseführer - genossen wir die schöne Fahrt durch die
fruchtbare Landschaft mit den endlosen Weinbergen. Die Stadt erstreckt sich über viele zum Meer abfallende Hügel, die mit schönen hölzernen Villenkonstruktionen in allen Farben geschmückt sin

Es war im 18. Jhdrt eine blühende Hafenstadt. 1906 verwüstete ein schweres Erdbeben die Stadt, bei dem 6000 Menschen starben. Als sie sich davon erholt hatte, erlebte die Stadt die nächste Krise. Durch die Eröffnung des Panamakanals wurde der Hafen schlagartig von den internationalen Handelsrouten abgenabelt. Als man dann auch noch die bisher verschiffte Salpetersäure künstlich herstellen konnte, schien es das Aus für die Stadt. Seit aber ab 1980 Chiles Wirtschaft wuchs, wurde auch der Hafen wieder stärker frequentiert. Unternehmen aus Argentinien nutzen ihn mehr und mehr, für die Reisenden der Kreuzfahrtschiffe ist die Stadt immer einen Besuch wert. Die Stadt ist weniger bekannt dadurch, dass sie das chilenische Parlament beherbergt, sondern es ist jetzt einfach „die Hafenstadt Chiles“. 16 Aufzüge, der jüngste auch schon 90 Jahre alt, fahren jeden Tag und transportieren ca. 20.000 Menschen. Sie funktionierten früher mit Wasserkraft, dann mit Dampfmaschinen, jetzt aber mit Elektromotoren. Die parallelen Straßenzüge werden durch Stichstraßen verbunden, von überall her hat man eine tolle Sicht auf den Hafen. Wir besuchten das kleinste der 3 Häuser Pablo Nerudas, einem der beiden Nobelpreisträger für Literatur aus Chile.

Von der Terrasse genießt man einen großartigen Blick auf den Hafen und aufs Meer. Im Haus findet man noch alles so vor, wie es Neruda verlassen hat. Das Sammelsurium an Kunst und Kitsch ist köstlich. Da das Haus sehr schmal ist, hat die Architektur enge Treppen, aber weite Blicke über Bucht und Hafen geschaffen. Es thront wie ein Möwennest in drei übereinander gestapelten Stockwerken am Hang. Wir machen einen Bummel durch den Park des „Salpeterbarons“, der neben seinem schlossähnlichen Wohnhaus Bäume aus aller Welt hat anpflanzen lassen. Carlos zeigte uns noch das benachbarte Seebad Vina del Mar.

Der Ort hat ein Spielkasino, exclusive Hotels, schöne Parks, einen wunderschönen Strand und lustige Pferdedroschken.

Nun ließen wir aber die großen Städte hinter uns und flogen nach Puerto Montt, der Hauptstadt des wohl schönsten Seengebietes Chiles.

Hier ist auch die engste Stelle des Landes – wenn man auf dem Lande südlicher reisen möchte, muss man über Argentinien. Wir fuhren mit dem Busle zum zweitgrößten See Chiles, dem Lago Llanquihue mit 86.000 ha Fläche, der 70 m ü.M. liegt

und glazialen Ursprungs ist mit einer Tiefe von 350 m an der tiefsten Stelle. Viele Badende tummelten sich am Strand und wir hatten einen großartigen Blick auf die Vulkane Osorno (2660 m) und Calbuco.

Der schneebedeckte Osorno ragte wie ein Zuckerhut in den blauen Himmel. Bei dem Rundgang durch das Städtchen wird man an Deutschland erinnert, die Deutschen begannen Mitte des 19. Jhdrts, die Wälder zu roden und zu siedeln.Die Häuser haben spitze Giebel, Balkone und Schindeldächer statt der flachen Bauten mit Patios.

Unsere Weiterfahrt ging am See entlang zum Vulkan Osorno. Der Sessellift war noch in Betrieb und brachte uns auf ca 1400 m Höhe (Schneegrenze ca 1200 m). Wir stapften durch die Vulkanasche der Lavafelder,

schauten in den Krater und genossen eine phantastische Sicht auf das unter uns liegende Seengebiet.

Vor uns lag noch eine Tour in den Nationalpark Vincente Pérez Rosales. Es ging am Fluss Petrohue entlang, durch dichten Wald, eine kleine Wanderung brachte uns an den großartigen Wasserfall mit malerischen Kaskaden, der riesige Wassermassen führte: „Saltos del Petrohue“.

Es sprudelte in tiefgrünen Becken, Felsen wurden ausgewaschen und durch diese Riesenlöcher ergießen sich die Wassermassen.

Eigentlich möchte man nicht weg, aber der Weg durch den Wald ist wunderschön. Der nächste Höhepunkt wartet schon: der Allerheiligensee (erhielt seinen Namen, weil an Allerheiligen entdeckt!), ein smaragdfarben leuchtender See, durch das Farbenspiel hat er auch den Namen Smaragdsee erhalten.

Hier ist man schon wieder versucht zu sagen: „schönster See Chiles“. Am Seeufer konnten wir etwas laufen und gleich einmal die Häuser anschauen, die mit dem Holz des Alerce-Baumes verschindelt und gedeckt waren.

Inzwischen stehen diese Bäume aber unter Naturschutz. Sie wachsen extrem langsam und nehmen alle 3 Jahre nur um 1 mm an Durchmesser zu. Die Straße ist die Verbindungsstraße mit Argentinien und wir sehen viele schneebedeckte Andengipfel. Die Vegetation ist reich: es gibt Südbuchen, Ulmen, alles behangen mit Lianen – ein grünes Pflanzenmeer. Jetzt geht es aber erst mal ins Quartier, in einem kleinen Örtchen – Ensenada – direkt am Lago Llanquihue mit hübschen kleinen Holzhäuschen und großartiger Sicht wieder auf den Vulkan Osorno.

Wir gehen alle zusammen zum Essen und erleben noch einen großartigen Sonnenuntergang.

Unser neues Ziel am Morgen ist eine große Wanderung von 6 Stunden durch den Alerce-Andino-Nationalpark (er reicht bis Argentinien und ist auch zum Weltkulturerbe ernannt). Er umfasst eine Fläche von 40.000 ha und ist das größte noch existierende Gebiet des valdivianischen Urwalds, dem artenreichsten Nebelregenwald weltweit. Die namensgebenden Alerce-Bäume sind riesige Koniferen – man schätzt die ältesten von ihnen auf nahezu 5.000 Jahre mit einer Höhe von 40 bis 50 m und einen Durchmesser von bis zu 4 m.

Es gibt viele endemische Pflanzen, wir sehen die zierliche rote Nationalblume – eine Fuchsienart, die an den Bäumen hochrankt – genannt copihue. Wunderschön sind auch die strauchartigen Fuchsien, aber auch die riesigen Farne, die Nalca-Pflanze mit ihren ausladenden Blättern (unserm Rhabarber verwandt).

Wir laufen auf Moosen und weichem Waldboden. Manchmal hat man das Gefühl durch einen Tunnel von Pflanzen zu gehen, nur weil die Sonne scheint, hat man noch gute Sicht.

Der Bambus wuchert und die Orchideen verstecken sich. Beeindruckend auch die Araukarien mit ihrem bizarren Wuchs. Dampfende Feuchtigkeit mitten im Urwald begleitet uns bis zur Baumgrenze. Als wir dann den Fluss überqueren,

haben wir eine tolle Sicht bis zum Pazifik in der Ferne. Jetzt liegt der dichte grüne Regenwald unter uns. Insgesamt ist der Park nicht gut erschlossen, aber am Weg sind Fähnchen aus Plastikstreifen an den Bäumen, die uns den besten Weg zeigen. Für uns geht es stetig bergauf, über Felsen, spärliche Bergwiesen, alte Lavafelder bis wir zum Rastplatz kommen.

Von hier aus sollte man den schönsten Blick auf den Vulkan Calbuco – der 1961 das letzte Mal ausgebrochen ist – haben, aber er versteckt sich immer wieder in den Wolken und lugt nur von Zeit zu Zeit hervor. So machen wir uns wieder auf den Rückweg – die Orientierung geben uns auch diesmal die Fähnchen und dann – beim Zurückschauen – zeigt sich „unser“ Vulkan endlich!

Unsere Reiseleiterin erzählt uns, dass man sich in Chile jetzt auf die Lachszucht spezialisiert hat. Die kleinen Lachse werden zuerst in Süßwasserteichen gehalten, dann in riesigen Aufzuchtbecken im Pazifik untergebracht. Der Export geht aber hauptsächlich in den asiatischen Raum. Interessant war die gegerbte Haut des Lachses, die sie uns mitgebracht hatte und die wie eine Schlangenhaut aussieht und zu Geldbeuteln, Handtaschen, Gürteln usw. verarbeitet wird.

Unser nächstes Hotel lag in Puerto Varas am Lago Llanquihue. Wieder wurden wir verwöhnt mit dem grandiosen Blick auf den Osorno. Der Ort ist geprägt von einer netten Kleinstadt-Atmosphäre mit den baulichen Zeugen der Kolonialgeschichte. Der Kirche (Iglesia del Sagrado Corazón) sieht man genau an, woher die Siedler und Baumeister kamen, es ist eine naturgetreue Kopie einer Marienkirche aus dem Schwarzwald. Sie wurde 1915 komplett aus Holz gebaut, aber leider verrät die Inschrift nicht, aus welchem Ort im Schwarzwald sie kopiert wurde.

Bei Puerto Montt befinden wir uns nun an der schmalsten Stelle Chile

Um weiter in den Süden zu kommen bleibt uns – weil wir nicht auf dem Landweg über Argentinien reisen möchten – nur die Fähre MS Evangelistas, die einmal wöchentlich nach Puerto Natales fährt. Es ist eine dreitägige Reise. Bis zur Einschiffung haben wir noch ein wenig Zeit, so laufen wir vom Hafen in die Stadt. Viele Straßenhändler bieten ihre Waren an, wer hungrig ist, hat hier eine Auswahl zur Verfügung. Es ist ein buntes Treiben, und es gibt viel zu sehen. In der Stadt ist dann eine Ruhepause mit einem Kaffee angesagt, bevor es am Strand entlang wieder zurück zum Hafen geht. Es ist noch Zeit bis zur Abfahrt der Fähre, so muss ein Abstecher zum Fischereihafen sein. Hier gibt es alles zu kaufen, nicht nur Fisch.

Der Anblick all der Köstlichkeiten hat uns hungrig gemacht, so kehren wir in einem netten Restaurant ein, bevor wir uns auf der „Evangelistas“ einfinden müssen.

Es ist das einzige Passagier- und Frachtschiff, das die Route durch die zerklüfteten Fjorde mit den großen Eismassen entlang der patagonischen Küste bis zum südlichsten Hafen Puerto Natales befährt. Wir kommen an der großen Insel Chiloé vorbei, an schneebedeckten Gipfeln, durch eisige Fjorde und enge Kanäle. An der engsten Stelle (bei White Narrows) ist die Durchfahrt grade mal 80 m breit!!! Man hält die Luft an beim Schauen.

Die tiefste Stelle ist dann 1200 m, die flachste jedoch nur 60 m tief. Bei der engen (nicht engsten) Stelle von 160 m kann man noch verschiedene Wracks sehen, u.a. das Wrack der „Cotopaxi“, das jetzt als Leuchtfeuer noch seine Dienste tut.

Zwischendurch muss der Golfo de Penas gekreuzt werden, diese mind. 12-stündige Strecke über den offenen Pazifik ist meist sehr hart (Windstärke 9 und mehr sind hier keine Seltenheit) und bringt viele Reisende in die Seekrankheit. Aber siehe da, wir hatten unheimliches Glück, ein leichtes Schaukeln bei Windstärke 3 begleitete unsern Schlaf. So konnten wir einen Besuch in Puerto Edén machen, einem kleinen Örtchen, das 1961 von Carmeliterinnen gegründet wurde, dann als Wetterstation, später Militärstation und jetzt als kleines Fischerdorf mit 180 Ew. ums Überleben kämpft. Allerdings ist eine Schule, Post, Telefonstation, Supermercado usw. vorhanden. Die Fischerboote holten uns ab und brachten uns nach unserm Ausflug durch den Ort wieder auf unser Schiff zurück.

Dann setzte allerdings ein Regen ein, der uns eine Weile begleitete, auch der Wind pfiff ganz schön, doch wir ließen uns nicht davon abhalten, den hängenden Gletscher (Zamudio-Gletscher) im Vorbeifahren zu bestaunen und zu fotografieren. Auch Delphine und Seelöwen begleiteten ab und an unser Schiff. Es ist ja klar, dass wir auch einen Besuch auf der Brücke machten, ganz interessant.

Als der Regen dann nachließ, hatten wir eine ganz tolle Aussicht auf die Schneeberge, der Himmel wurde blau .... aber ein gewaltiger Wind mit hohen Wellen zwang den Kapitän, das Anlegemanöver zu verschieben. So kreuzten wir ein wenig vor dem Ort und hatten eine schöne Sicht auf Puerto Natales. Gegen 21°° (es war noch hell, da wir hier ja Sommer hatten) konnte uns dann doch unser Reiseführer abholen und ins Hotel „Lady Florence Dixie“ (sehr nett) bringen. Die Namensgeberin war eine Reiterin, die bei einem Ausritt die Torres-Spitzen gesehen hatte und sie „Spitzen der Kleopatra“ genannt hatte, jetzt heißen sie aber Torres-Spitzen und gehören zu dem 1959 gegründeten 142.142 ha umfassenden Naturpark Torres del Paine.

Patagonien

Autor: tanteklara

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