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Lykien im Mai 2009

Zwischen Dalaman und Antalya bildet das türkische Festland im Südwesten eine Landzunge, die in das Mittelmeer hineinragt. Dieser Landstrich war bereits in der Antike als Lykien bekannt.
Es ist uraltes, besiedeltes Land, auf dem die Lykier die erste Hochkultur mit eigener Schrift errichteten. Dann kamen die Griechen, die Römer, die Byzantiner und alle diese Kulturen hinterließen ihre Spuren mit noch heute eindrucksvollen Ruinen.
Die Küste ist heute ein Eldorado für „Ferien am Mittelmeer“, geprägt durch Buchten mit Sandstränden und Ortschaften, die längst ihre Ursprünglichkeit und Individualität verloren haben, und die sich heute immer weiter die steilen Hänge hinauf ausbreiten.
Unser Quartier, von dem aus unsere Wanderungen ausgingen, meist verbunden mit einer Busfahrt, war dieses Hotel

in Kas. Dieser Ort, ganz im Süden von Lykien, liegt an einer Bucht, errichtet auf den Ruinen des antiken Antiphellos.

Von dieser Vergangenheit zeugen noch einige lykische Hinterlassenschaften, wie dieser Steinsarkophag

und dieses Felsengrab.

Zentrum ist der Hafen mit vielen Restaurants
und vielen Souvenirläden.
Ein Monument von Atatürk darf nicht fehlen.

Alles ist sauber und außerordentlich wohltuend ist die zurückhaltende „Anmache“ durch die vielen Souvenirverkäufer, fast unerwartet hier im schon tiefen Süden.
Die Ortschaften an der Küste sind mit ihrem mediterranen Erscheinungsbild alles andere als unverwechselbar. Kalkan

ist eigentlich nur eine verkleinerte Ausgabe von Kas. Auch das große Fethiye bietet keinen wesentlichen Unterschied in seinem Erscheinungsbild.

Entlang der Küste verläuft der lykische Wanderweg,

mal unmittelbar auf Meeresniveau,

mal bis zu 1000 m hoch über dem Meer mit herrlichen Ausblicken auf die vorgelagerten Inseln.

Zu dieser Jahreszeit (Mai) führt der Weg durch wunderbar blühende Macchia,

durch lichte Pinien- und Kiefernwälder und auch durch kultiviertes Land mit mächtigen Olivenbäumen.

Immer wieder treffen wir auch auf sie

und auf einige wenige pittoreske Bauernhäuser, fast schon archaisch in ihrer einfachen Bauweise, leider verunziert durch diverse Plastikplanen.

Kaum zu glauben, man erhält auch hier den typischen, aromatischen Tee, wie überall sonst.

Der Bewässerung dienende Wasserbauten, wie die Levadas auf Madeira oder die Waale in Südtirol finden sich auch hier in Lykien. Wir stoßen in der Nähe von Delikkemer auf dieses Bauwerk.

Aus welcher Zeit mag diese Wasserleitung stammen? Sicherlich wurde sie wohl noch vor den Römern errichtet. Die Römer kannten Aquädukte, wo das Wasser in mäßigem Gefälle in Rinnen floss. Aber hier ist es eine geschlossene Rohrleitung auf einem Mauerkranz, die an ihrer tiefsten Stelle einem Überdruck von über 1 bar standhalten musste. Die Baumeister

haben das Druckproblem mit einer Muffenleitung gelöst. Die einzelnen Muffen wurden aus Felsgestein geschlagen, wobei die eine Muffe mit einem ringförmigen Vorsprung in die andere Muffe eingepasst wurde. Die Abdichtung erfolgte dann mit Lehm (soviel ist noch zu entdecken) oder wie in Pergamon mit einem Lehm-/Strohgemisch. Eine ganz erstaunliche Bauweise, die sich aber im Laufe der Geschichte wohl nicht durchsetzen konnte. Im weiteren Verlauf dieser Wasserleitung stoßen wir auch auf anderen Bauformen, die Geländeeinschnitte überwinden.

In Apollonia (hier die byzantinische Kirche)

stoßen wir auf viele wahllos herumstehende und herumliegende lykische Sarkophage.

Weiter unten in Apolinair das gleiche Bild.

Diese Verbindung zwischen einer wunderschönen Natur und antiken Ruinen macht sicher den ganz besonderen Charme des lykischen Wanderweges aus, der angeblich zu den schönsten der Welt gehören soll. Wir wollen das gern glauben.
Andere Ruinen-/ Grabungsstätten sind sowohl über den Wanderweg als auch bequem mit dem Fahrzeug zu erreichen.
Hier Letoon (wo das Abenteuer von Zeus mit Leto einen konkreten Ort ausweist),

oder hier das antike Myra, das stets führend im lykischen Bund gewesen ist, mit Felsengräbern

und Theater aus der Römerzeit,

oder auch Xantos, heute Weltkulturerbe, einst in späthellenistischer und römischer Zeit „Hauptstadt“ des lykischen Bundes.

Im Reigen der Ruinenstädte darf Kekova nicht fehlen. Mal führt eine Treppe hinauf ins Nichts, mal eine Tür ins Leere, alles Relikte einer überfluteten, ins Wasser abgerutschten Stadt, die man bequem vom Schiff ansehen kann.

Santa Claus stammt aus Demre! Hier steht das Monument des St. Nikolaus

(in einer islamischen Stadt) und seine Bischofskirche, die leider schon stark verfallen ist.

Auch die jüngere Geschichte hat in Lykien, wie an anderen Orten der Türkei auch, ihre Spuren hinterlassen. Mit dem Bevölkerungsaustausch mussten alle Griechen 1923 das Festland verlassen. Die verlassenen Gebäude und Ortschaften wurden von Türken, die im Gegenzug aus dem heutigen Griechenland zwangsumgesiedelt wurden, weiter genutzt. Aber es blieben auch ganze Ortschaften leer und verfielen zu Ruinen, wie hier der Ort Kayaköy, durch den heute der Wanderweg führt.

Im Hinterland erhebt sich das Taurus- Gebirge mit seinen schneebedeckten Dreitausendern.

Sehr dünn besiedeltes Land, ausgedehnte Wälder mit hohen, alten Bäumen, die Forststraßen blumenübersät.

Mitten im Wald die Ruine einer byzantinischen Felsenkirche.

Der Akdagh (3015 m) lockt zu einer Besteigung. Auch hier oben zwischen 1600 und über 2000 m überwältigt uns die Blumenpracht.

Beim Aufstieg passieren wir den „grünen“ See.

Vereinzelt stehen hier oben uralte Bäume, weit oberhalb der Baumgrenze.

Wir erreichen die Schneegrenze

und wagen uns auf Schneeschuhen weiter.

Es liegt so viel Schnee hier oben, dass wir leider von einer Gipfelbesteigung absehen müssen.

Auf 1800 m liegt die Saklikent- Schlucht. Der kleine Ort am Eingang in die Schlucht ist vom Tourismus beherrscht und macht auf uns keinen sehr einladenden Eindruck. Dies kann allerdings auch am regnerischen Wetter liegen. Immerhin, der Eingang in die Schlucht ist beeindruckend

und oben, oberhalb der Schlucht, haben wir wieder Bergeinsamkeit für uns allein.

Wir haben uns außerhalb der Tourismuszentren bewegt. Wir können daher nicht wissen, wie es dort zugeht. Überwältigt waren wir von einer duftenden, blühenden Macchia, von einem tiefblauen Meer mit zahlreichen Inseln, von schroffen Bergen und tiefen, schattigen Wäldern und nicht zuletzt von den vielen antiken Stätten, die uns immer wieder das Gefühl gaben, dass wir in einem uralten Land unterwegs sind. Wieder haben wir uns bestätigt gefühlt, dass die schönsten Gegenden der Welt nur zu Fuß zu erreichen sind. Schell sind 14 Wandertage vergangen, lange wird uns dieses schöne Land Lykien in Erinnerung bleiben. Wir wollen uns mit diesem Bild verabschieden.

Autor: harzerroller

Lisa Peltz

Autor: glueckspeltz

Dirk Glembin

eingegeben von: anmargi (Margit Anhut)

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