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Die Oase Palmyra, im Herzen der syrischen Wüste, gilt zu Recht als eine der grandiosesten Ruinenstätten der Welt. Hier hat sich, noch ein Rest jenes zeitlosen, von jeder Hektik unberührten Flairs erhalten, das in den Pioniertagen des Fremdenverkehrs die Europäer am Orient so faszinierte.

Pitt70 in Syrien
Der "Hadriansbogen"

In Höhlen des Dschebel Muntar, an dessen Fuß sich die Oase erstreckt, fanden Archäologen Beweise, dass schon 7000 v.Chr. Siedler die Vorzüge des Ortes, insbesondere seine ergiebigen Quellen, zu schätzen wussten. Erstmals schriftlich erwähnt wurde Tadmor - so sein arabischer Name – im 19.Jh.v.Chr. und zwar zeitgleich auf Keilschrifttafeln von Mari und Zentralanatolien. Sein Geschick in assyrischer und auch noch in hellenistischer Zeit ist spärlich dokumentiert. Fest steht, dass Tadmor spätestens unter aramäischer Herrschaft eine blühende Handelsstadt ist.

Palmyra
Gesamtansicht Palmyras

Indem die Römer nach dem Niedergang des Seleukidenreichs ihre Reichsgrenze in Richtung Osten verschieben, wächst die Bedeutung Tadmors, das sie nun Palmyra, die „Stadt der Palmen“ taufen, rasant. Als Kaiser Hadrian ihr 129 n.Chr. anlässlich eines Besuchs den Status einer freien Stadt verleiht, und Caracalla sie schließlich 80 Jahre später zu einer von jeglichen Steuern befreiten Colonia erhebt, ist der Aufstieg zur Metropole perfekt. In dieser Blütezeit erhält die Stadt ihr großstädtisches Aussehen, ihre Kolonnadenstraße, die monumentalen Heiligtümer und Profanbauten.

Als jedoch durch das Auftauchen der Sassaniden die fragile Balance zwischen Ost und West zu schwanken beginnt, kommt es auf Betreiben der legendären Königin Zenobia zwischen 269 und 272 zum kometenhaften Aufstieg und ebenso rasanten Niedergang des palmyrenischen Reiches.

269/270 sandte Zenobia ihre Truppen nach Ägypten. Nach erfolgter Eroberung
besetzten die Truppen Antiochien und Kleinasien. Schließlich befand sich der gesamte vordere Orient unter palmyrenischer Herrschaft.
Kaiser Aurelian besiegt die Truppen des palmyrenischen Reiches in den
Schlachten von Antiochia und Emesa, von diesen Schlägen erholt sich die Stadt nie wieder. Zenobia wird gefangen genommen und nach Rom verbracht. Dort soll sie mit prächtigem Gewand und Goldschmuck behangen im Triumphzug zu ihrer Hinrichtung geführt worden sein.

Palmyra
"Das antike Theater"

Diokletian lässt zur Sicherung der Ostgrenze 297 ein Heerlager errichten. Im 4. Jh. wird Palmyra Bischofssitz und im 6.Jh. ein Glied in der Kette der justinianischen Verteidigungsanlagen. Die Oase versinkt in provinziellen Dauerschlummer. Erst gegen Ende des 17.Jh. wird die Stadt von zwei englischen Kaufleuten für den Westen wiederentdeckt. 1721 veröffentlicht Fischer von Erlach, der Baumeister Kaiser Karl VI., in Europa erste Stiche der Ruinenstadt. Palmyra wird zum Wunschziel romantischer Morgenlandfahrer. Mit professionellen Ausgrabungen wird erst 1924 begonnen, hier sind vor allem französische Archäologen zu nennen.

Kehren wir nun zurück in die Gegenwart. Tauchen wir ein in die unberührte Morgenfrühe eines Novembertages.

Am Hadriansbogen war alles überstrahlt von diesem von der Morgensonne hervorgebrachten Leuchten. Wir traten ein in die Kolonnadenstraße, beim Durchwandern, links und rechts die unendlich hingebreiteten Reste der Ruinen. Die Kolonnaden werden beherrscht von einem kräftigen Licht, das die Säulen trifft und dramatische Schatten wirft.

Palmyra
"Das Tetrapylon"

Wir betreten das antike Theater, im Orchestra singt mein Freund, mit seinem reinen Bassbariton, das Lied: „Erschauernd betrete ich die heiligen Hallen!“

Beim Weiterwandern durch diesen archäologischen Steinbruch treffen wir auf das Tetrapylon von Palmyra, das Bild fordert Seufzer der Bewunderung heraus. An diesen Säulen wechseln sich die Profile als Perlenschnüre, als Mäanderbänder, oder Akanthusranken an den Kapitellen ab.

Eine ruhevolle Stimmung breitete sich aus, wir waren mit drei Kameltreibern ganz alleine und verloren uns in der Weite der Ruinen.

Am Rande der Ruinenstadt erhebt sich das Heiligtum Baalschamin, im Hintergrund schichtet sich der Hügel mit der arabischen Burg Quala’at Ibn Maan auf. Es gibt Orte von makelloser Wüste, hier fanden wir einen vor.

Unser Weg führte uns zum Abschluss dieses grandiosen Erlebnistages in das Tal der Gräber. Eine wellige Wüste, mit weit verstreut liegenden Grabstätten, die wie zufällig angeordnet unter dem gleißenden Nachmittagslicht liegen.

Palmyra
Der "Tempel Baalschamin"

Die ältesten Monumente sind Turmgräber. Sie waren zunächst einfach gestaltet, ihre Loculi (Grabnischen) öffneten sich nach außen. Später wurde auf ihr Erscheinungsbild mehr Sorgfalt verwendet. Die Türme sind von quadratischem Grundriss und erheben sich auf einem abgestuften Podium. Jedes Grab besitzt mehrere Etagen, die durch eine Treppe miteinander verbunden sind.

Wie schreib’ ich einen guten Schluss?

Mit dem Bericht über Palmyra endet die „Syrische Trilogie.“ Die mit dem Bericht „Von Damaskus nach Maalula“ beginnt, und mit dem Bericht:“Von Aleppo nach Kal’at Sim’an“ den Mittelteil bildet.

Der Wandlungsreichtum Syriens zwischen Natur, Landeskultur, Kunst, sakraler und profaner Architektur webt sich aus dem Gespinst dieser Landschaften und aus dem Hintergrund so reicher Geschichte zu einem faszinierenden Teppich.

„Jede Reise war eine wundervolle Facette in dieser syrischen Laterna magica!“

Autor: Pitt70

Helmut Buechler

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