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Auf dem “Berg der Götter”

Am Nachmittag des 23. Septembers fährt unsere österreichische- deutsche Wandergruppe im Kleinbus auf der engen, kurvenreichen Straße von Litochoro nach Prionia, unserem Startpunkt für den Aufstieg zum Olymp.

Schon vor einem halben Jahr haben wir uns für die Besteigung des Olymps interessiert. Damals wussten wir nur, dass der Olymp in der griechischen Mythologie der Sitz der Götter war und der höchste Berg in Griechenland ist. Heute wissen wir einiges mehr. Der Olymp ist kein Berg sondern ein ganzes Gebirge mit einer Flächenausdehnung von 30 mal 40 Kilometern. Auch den Gipfel Olymp gibt es nicht, sondern es gibt mehrere fast gleich hohe Gipfel, die alle ihren eigenen Namen haben.

In Prionia endet die schmale Straße und wir beginnen unseren Aufstieg zur 1000 m höher gelegenen Hütte “Spilios Agapitos”. Anfangs geht es durch einen sehr schönen, hohen Laubwald, der hauptsächlich aus Buchen besteht. 300 m höher wechselt der Laubwald allmählich in einen Kiefernwald. Der Weg wird gerölliger und wir müssen das eine und andere Felsband übersteigen. Nebel kommt auf, der immer dichter wird. Nur noch schemenhaft erkennen wir die näheren Bäume und den unmittelbar vor uns gehenden Mitwanderer. Dann fängt es an zu regnen. Also Regenzeug ausgepackt und hinaufgehastet zur Hütte. Nach 2 ½ Stunden taucht endlich die Hütte auf. In dem Vorraum der Hütte herrscht ein unwahrscheinliches Durcheinander. Natürlich sind auch alle anderen Wandergruppen mit Beginn des Regens von allen Seiten zur Hütte aufgebrochen. In der nassen Enge gelingt es kaum, die Wanderschuhe auszuziehen und gegen Hüttensandalen auszutauschen. In diesem Chaos ist die beste Strategie, Ruhe zu bewahren und abzuwarten. Und tatsächlich, unser Wanderführer Engelbert hat bald 2 Mehrbettzimmer in einem Nebentrakt für die Gruppe reservieren können. Endlich können wir uns trockene Sachen anziehen.

Abends hat dann Engelbert einen Tisch ganz allein für die Gruppe organisiert. Das Kaminfeuer prasselt. Uns wird wohlig warm und eine kroatische Gruppe singt mit voller Inbrunst ihre heimischen Lieder. Die Nacht wird dann hier in 2100 m Höhe kalt, eisig kalt. Selbst unter 2 doppelt gefalteten Wolldecken dauert es lange, bis die Wärme kommt. Der Regen peitscht noch immer gegen die Scheiben. Aber gegen Morgen dann ein sternklarer Nachthimmel. Raus aus den Wolldecken und eilig das bescheidene, griechische Frühstück eingenommen. Noch vor Sonnenaufgang sind wir als erste Gruppe unterwegs.


Erst oberhalb der Baumgrenze erreicht uns der Sonnenaufgang, die Berge leuchten auf im rötlichen Licht. Weiter oben ist dann der Schnee von heute Nacht liegen geblieben. Eiszapfen und gefrorenes Graß leuchten auf in der Sonne. Schräg hinauf geht es nun über einen gewaltigen Geröllhang. Es ist rutschig und die Felspassagen sind sehr glatt. Und kalt ist es. Trotz Handschuhen werden meine Finger durch die Kälte gefühllos. Nebel steigen von unten auf, hüllen uns immer wieder ein und dämpfen jedes Geräusch. Gespenstisch ist diese Stille, unwirklich das trübe Licht. Aber ganz oben ist dann Helle, wir spüren die Wärme der Sonnenstrahlen.


Nach gut 2 Stunden erreichen wir den Skala ( 2866 m), den Gipfel, den wir unbedingt erreichen wollten. Glücklich fallen wir uns in die Arme, hatte wir doch noch morgens gedacht, dass wir nach dem unwetterartigen Regen in der Nacht keinen der Olymp- Gipfel erreichen werden. So sind wir auch nicht allzu betrübt, dass wir heute den Mytikas ( 2918 m) nicht erreichen können. Der Kakoskala, der schmale Grat, der zum Mytikas führt, ist vereist.

Aber wir laufen in gut ½ Stunden hinüber zum Skolio, der nur 7 m niedriger ist. Der Olymp ist oft wolkenverhangen, aber heute haben wir einen grandiosen Blick tief hinein nach Makedonien und Thessalien, der ganze Pindos, das herrliche Gebirge im Nordwesten, liegt zu unseren Füßen.


Einmal hier oben zu stehen und fast 3000 m tief auf das mythenreiche und geschichtsträchtige Griechenland hinabzuschauen, das war ein Traum, den wir uns jetzt erfüllt haben.

25. Novemver 2008

Autor: harzerroller

Lisa Peltz

Autor: glueckspeltz

Dirk Glembin

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