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brücke

Inhaltsverzeichnis

Unsere Studienreise durchs Burgund im September 2006

Herr Dr. Schubring plante mit uns Kursteilnehmern der
Pädagogischen Hochschule
eine Exkursion ins Burgund,
an der ich gerne teilnahm.
Jetzt möchte ich Euch teilnehmen
lassen an dieser so interessanten
und gelungenen Reise.

Wir fuhren mit dem Bus und machten unsere 1. Station in Montbéliard, einem hübschen Städtchen, das wir zu Fuss erkundeten.

Der nächste Halt war in Besancon,
das im 17. Jhdt Dôle als Hauptstadt
des Franche-Comté ablöste und
das wir unter kundiger
Führung besichtigten.

In Dôle spazierten wir
durch die engen Gäßle,
die sich durch das historische Viertel
winden, bis zur
Kirche Notre Dame mit dem
hohen Glockenturm hinauf

Am späten Nachmittag konnten
wir dann unser Standquartier
in Dijon beziehen.

Am nächsten Morgen fuhren
wir in die frühere Kartause Champmol
jetzt pychiatrische Klinik).
Unser Ziel war der Mosesbrunnen.

Der für seine Skulpturen berühmte
Claus Sluter erschuf die monumentale
Plastik mit den lebensechten Prophetenfiguren. Früher war das Gesamtwerk noch ausgemalt

(an manchen Stellen sieht man es noch),
aber da es so sehr der Witterung
ausgesetzt war,
überbaute man das gesamt
Kunstwerk.

In der Dijon Stadt trafen
wir uns dann am Place de la
Libération – einem großen halbrunden Platz,
der wunderbar den Blick
auf den Herzogspalast freigibt.

Im Museum stehen die Sarkophage
der Herzöge Philippe und Jean,
gearbeitet aus schwarzem Marmor
und weißem Alabaster.

Der Trauerzug ist lebensecht
gestaltet und man staunt über die feine Ausarbeitung der Gewänder und Gesichter.

Die Stadt mit ihren geschichtsträchtigen und schönen Bürgerhäusern, mit den großartigen Kirchen, den hübschen Plätzen und engen Gassen erkundeten wir wieder zu Fuss.

Die Markthallen sind schon
einen Besuch wert,
aber leider waren
mittwochs die Stände verwaist.

Besonders beeindruckt war
ch von der Sauberkeit der Städte,
in denen es wirklich auch
fast ganz ohne Grafitti geht.

Da der Festungsbaumeister Vauban
in Freiburg auch kein Unbekannter ist,
besuchten wir sein Chateau de Bazoches,
das ursprünglich einmal der Großmutter
Vaubans gehört hatte.

Die Besichtigung der Zimmer
und Säle mit den vielen
Kostbarkeiten machte
viel Spass.

Wie die Pilger stiegen wir über die schmale Straße hoch zur Basilika Maria Magdalena – der einstigen Klosterkirche – in Vézeley,

die auch als Ausgangspunkt
für die Wallfahrt nach
Santiago de Compostella
bekannt ist

Das Innere der Kirche ist
sehr beeindruckend durch die Größe,
sie ist ausnehmend hell und freundlich,
die Gurtbögen des Längsschiffs zeigen abwechselnd helle und dunkle Steine.

Über Semur en Auxois erreichten wir das Chateau de Bussy-Rabutin, das aus dem 16.u.17.Jhdt stammt, und in das der Graf von Ludwig dem XIV. wegen seiner „Histoire amoureuse“ verbannt wurde.

Er ließ das Schloß mit originellen Malereien ausschmücken, deren Motive er selbst bestimmte. Sie zeigen zum Teil mythologische Szenen, aber auch das galante Hofleben jener Zeit. Einen herrlichen Rundblick in die Landschaft genießt man von der Gartenanlage.

Im Jahre 58 v.Chr. fielen die Römer in das Land der Gallier ein und es kam zu einem erbitterten Kampf zwischen Cäsars und Vercingetorix ` Truppen.

Vercingetorix ergab sich schließlich selbst in Cäsars Hände und wurde in Rom hingerichtet. Sein Denkmal überragt das ehemalige Schlachtfeld.
Die Abtei von Fontenay – im Jahre 1118 von H. Bernhard von Clairvaux gegründet - erzählt eine weniger grausame Geschichte.

Die Zisterzienser wollten dem Klosterleben wieder strengere Regeln geben und predigten ein Leben in Armut und Einsamkeit. Sie legten das sumpfige Gelände trocken und erbauten die wunderschöne Abtei, zu der in der Blütezeit 200 Mönche zählten. Sie waren wirtschaftlich unabhängig, besassen ein großes Klostergut, auf dem Ackerbau und Viehzucht betrieben wurden und hatten ebenfalls ihre eigenen Werkstätten für die notwendigen Geräte.

Alle schliefen zusammen im Schlafsaal – den man über eine Treppe vom Querschiff der Kirche aus erreichte - auf nacktem Boden auf einfachen Strohsäcken nur durch niedrige Zwischenwände getrennt. Das Herzstück – die Kirche sowie auch der wunderschöne Kreuzgang um den fast quadratischen Innenhof des Klosters – ist besonders sehenswert.
In Autun besichtigten wir zuerst die Kathedrale St. Lazare (aus dem 12.-15. Jhdt) mit dem vielbewunderten „Jüngsten Gericht“ des Bildhauers Gislebertus im Bogenfeld, das vor der franz. Revolution gerettet werden konnte, weil man das gesamte Portal vergipste

In Autun ist auch noch das Musée Rolin im ehemaligen Palais des burgundischen Kanzlers Rolin aus dem 15. Jhdt sehenswert. Es besitzt großartige Kunstschätze aus verschiedenen Epochen.
Natürlich verpassten wir auch nicht das Amphitheater aus dem 1. Jhdt nach Chr., das einstmals 12. Bis 20.000 Sitzplätze bot. Ein Teil ist immerhin noch erhalten.

In Beaune kommt man natürlich nicht am Armenspital Hôtel-Dieu vorbei. Es wurde von Nicolas Rolin, der einstmals Kanzler des Herzogs Philipp des Guten war, und seiner Ehefrau Guigone de Salins gegründet und erbaut als Rettung für ihre Seelen.

Nach dem 100-jähr. Krieg herrschten Armut und Hunger, ¾ der Bewohner Beaunes waren mittellos. Sie fanden nun bei Krankheit und Not Unterkunft und Pflege im vorbildlichen Hospital. Der Armensaal ist 50 m lang, 14 m breit und 16 m hoch. Die Betten sind so aufgereiht, dass den Patienten Einsicht in die Kapelle gewährt wurde während der Messe. In der Mitte befanden sich Tische und Bänke für die Mahlzeiten. Ausgestattet ist das Krankenhaus mit einer vorbildlichen Küche und einer großen Apotheke. Bis vor einiger Zeit war ein Teil des Anwesens noch als Krankenhaus in Betrieb, wurde aber jetzt in ein Altenheim umfunktioniert, da ein neues Krankenhaus gebaut wurde.

In Tournus steht eine der größten Bauten im Burgund, die Abbaye de St. Philibert, die im 9. Jhdt. von Mönchen als Abteikirche gebaut wurde. Ein Narthex leitet zum Hauptschiff mit aufstrebenden Pfeilern und einem mächtigen romanischen schwarz-weißem Gewölbe. Hoch über dem Gewölbe lassen große Fenster das Licht herein. Unter dem Chor befindet sich eine ausgedehnte Krypta mit gut erhaltenen Kapitellen.
Sehr schön – und mit vielen leuchtenden Blumen geschmückt – präsentierte sich auch der Kreuzgang.

In Berzé-la-Ville wurden in der dortigen Kirche unter weißer Tünche 1887 wunderschöne alte Fresken wiederentdeckt. Sie zeigen deutlich byzantinischen Einfluss und sind sehr gut erhalten.
Die frisch renovierte Basilika Sacré-Coeur in Paray-le-Monial wird als verkleinerte Ausgabe der zerstörten Abteikirche von Cluny angesehen. Sie besticht durch harmonische und puristische Romanik. Das Hauptschiff hat eine Höhe von 22 m. Die acht Säulen sind mit Kapitellenschmuck verziert.

Cluny, das einstige „Wunder des Abendlandes“ und Zentrum der Christenheit im Mittelalter ist leider nur noch in wenigen Teilen erhalten. Von der Abteikirche – die bis zum Bau des Petersdomes die größte Kirche des Abendlandes war – sieht man nur noch Bruchstücke. Das Kloster wurde einst vom 910 bis ins 12. Jhdt ununterbrochen vergrößert.

Es entstand nach Cluny I und Cluny II schließlich Cluny III mit einer riesigen Pfeilerbasilika von 1270 m (!) Länge. In einem 3D-Film wurde die Abtei von Cluny mit der „Maior Ecclesia“ wieder zu neuem Leben erweckt.
Ein kleiner Abstecher brachte uns noch nach Taizé, wo 1940 durch Roger Schütz eine Ordensgemeinschaft gegründet wurde, die jährlich Tausende von meist Jugendlichen zu ökumenischen Treffen anzieht.
Die Brüder leben in ökumenischer Gemeinschaft und arbeiten als Handwerker, Landwirte, Ärzte usw

Auf der Heimfahrt konnten wir noch einen Abstecher nach Arc-et-Senans zur „Saline Royale“ einfügen. Die Pläne für die Modellstadt entwarf der franz. Baumeister und Architekt Claude-Nicolas Ledoux. Leider blieb der finanzielle Erfolg der großartigen Pläne aus, aber die großartigen Bauten und die Anlage beeindrucken noch heute.
Durch die Schweiz über Murten kamen wir gesund und glücklich wieder in Freiburg an nach einer mehr als erlebnisreichen Reise.

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