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Robert und Clara Schumann – zu Leben und Werk

Musy hält für uns einen Vortrag am Montag, den 4. April 2015

Poesie und Bekenntnis. Unter dieses Motto haben die Schwetzinger Festspiele Aufführungen von Schumanns Musik gestellt, die als Schwerpunktthema in diesem Jahr dort erklingt.
Poesie und Bekenntnis, das könnte auch über dem Vortrag stehen, den Musy für uns, die Freiburger Feierabendgruppe, gehalten hat. Aus ihrem reichhaltigen Wissen schöpfend stellte sie uns das Leben dieses außergewöhnlichen Musikerpaares vor und erläuterte in ausgewählten Musikbeispielen einige Kompositionen.

Schumanns Musik wächst aus dem Privaten. Kunst und Leben sind eins. Darum verwob sich in Musys Vortrag die Lebensgeschichte mit der Beschäftigung und dem Anhören von ausgewählten Musikbeispielen.

Robert Schumann wird 1810 in Zwickau als Sohn eines Buchhändlers geboren. Die literarische Umgebung bringt es mit sich, dass Robert sich lange nicht entscheiden kann, ob er Schriftsteller oder Musiker werden soll. Auf Wunsch der Mutter beginnt er zunächst ein Jurastudium, das er aber abbricht. Im Alter von 20 Jahren wird er Klavier- und Kompositionsschüler des in Leipzig bedeutendsten Lehrers Friedrich Wieck. Bald muss er aber von seinem stürmischen Jugendtraum, ein „Paganini“ des Klaviers zu werden, Abschied nehmen. Sein Ehrgeiz, falsches Training, führt in die pianistische Katastrophe: eine versteifte rechte Hand
- Spätere Biographen sehen darin ein Geschenk der Vorsehung, weil diese Tatsache Schumann zwang, sich seiner eigentlichen Berufung, der Komposition, zu widmen. -

Robert Schumann-Vortrag
Musy hält für uns einen Vortrag über Robert Schumann, Barbara (re) ist ihr eine große Hilfe.

Im Hause Wieck lernt Robert Schumann dessen Tochter Clara (geb. 1819) kennen, die vom Vater zur Klaviervirtuosin ausgebildet wird und bereits als Neunjährige zum ersten Mal im Leipziger Gewandhaus öffentlich auftritt. Als Robert 1830 in den Wieckschen Haushalt einzieht ist Clara noch ein Kind. Nach 1835 entwickelt sich zwischen Robert und Clara eine Liebesbeziehung, die Vater Wieck tyrannisch verbietet. Clara wird auf Konzertreisen geschickt und nur heimlich können Briefe gewechselt werden.

Kleine, persönliche Erinnerung der Berichterstatterin: in meiner Buchhändlerzeit, in den 1960er und Beginn der 1970er Jahre war ein Buch mit dem Briefwechsel zwischen Clara und Robert Schumann aus den Jahren 1836 - 1837 ein sehr beliebtes Präsent unter Liebesleuten.

Schumann hat gern und gut geschrieben. Er wird zuerst als Musikschriftsteller und erst wesentlich später als Komponist bekannt. Wie andere Romantiker, so träumt auch er von einem Bunde Gleichgesinnter. In der von ihm 1834 gegründeten „Neuen Zeitschrift für Musik“ fabuliert er von den „Davidsbündlern“, deren Mitglieder zunächst nur in seiner Phantasie existieren. Unter ihnen als bedeutendste Künstlercharaktere Florestan und Eusebius. Sie können als Abbilder seiner eigenen, persönlichen, seelischen Befindlichkeit gesehen werden, als Personifizierungen der verschiedenen und oft widersprechenden Tendenzen und Stimmungen des Komponisten.

Musy stellte uns zwei Musikbeispiele vor, in denen diese Unterschiedlichkeit der Persönlichkeit deutlich wurde. Als Beispiel für Florestan ein Ausschnitt aus den „Papillons“ - op. 2 (1829-1831) Wir hörten die unbeschwerten Schmetterlinge geradezu in der Luft tanzen. Als Beispiel für den elegischen, kontemplativen Träumer Eusebius spielte sie uns einen Ausschnitt aus den „Davidsbündlern“- op. 6 (1837).

Musy machte uns die große Freude, ein paar kleine Stücke aus den „Kinderszenen“ – op. 15 (1838) und dem „Album für die Jugend“ op. 68 (1848) auf dem Klavier zu spielen und machte uns dabei darauf aufmerksam, dass man sie nicht unterschätzen darf. Deshalb gehören diese Klavierstücke auch zum Repertoire der ganz großen Schumanninterpreten.

In der vom Vater streng überwachten Trennungszeit gibt Clara 1837 Robert ein öffentliches Zeugnis ihrer Gesinnung. Sie spielt am 13. August bei einem Konzert im Gewandhaus Leipzig vier von seinen „Symphonischen Etüden“ – op. 13 (1834). Und im Jahr 1840 kommt es endlich, gegen den Willen des Vaters und durch ein Gerichtsurteil erzwungen, zur Hochzeit zwischen Clara und Robert.

Hatte Robert Schumann bis dahin fast ausschließlich für das Klavier komponiert, wendet er sich nun dem Lied zu. So entstehen in diesem glücklichen Jahr 1840 über 130 Lieder, etwa die Hälfte seines gesamten Liedschaffens. Er erlebt die große Freude Felix Mendelssohn-Bartholdy, mit dem er befreundet ist, und den Clara am Klavier begleitet, im April 1840 seine ersten Lieder singen zu hören.

Auch wir hörten einige Lieder aus den sehr unterschiedlichen Liederzyklen „Liederkreis“ op. 39 (1840)– Vertonungen von Eichendorff-Gedichten – und „Dichterliebe“ – op. 48 (1840) – Vertonungen von Heine-Gedichten – und ließen uns von der Interpretation des Sängers Peter Schreier in die zauberhafte Vereinigung von Poesie und Musik, in die Einheit von Gesang und Klavierspiel hinwegtragen. Das lange Vorspiel, aus dem die Stimme sich erhebt, so wie das lange Nachspiel, in welchem sie untergeht, das ist etwas ganz Neues in der Liedkomposition.

Viele der großen Klavierwerke Schumanns, die er in den folgenden Jahren schreibt, ohne die wir uns heute unsere Konzertprogramme nicht denken können, sind im Blick auf Clara entstanden. Da er wegen seiner Behinderung der rechten Hand nicht öffentlich auftreten kann, interpretiert sie seine Werke am Klavier, macht ihn in ganz Europa bekannt und sorgt auf diese Weise zu einem großen Teil für seinen Ruhm als Komponist. Wir hörten dazu einen Ausschnitt aus dem Klavierkonzert in a-Moll op. 54 (1841-1845)

1844 bewirbt sich Robert Schumann um die Stelle des Orchesterdirigenten am Gewandhaus Leipzig. Weil er sie nicht erhält siedelt die Familie nach Dresden über. Er ist dort bereits in einem Zustand nervöser und seelischer Zerrüttung. Clara geht auf Konzerttourneen, die Robert immer gehasst hat. Wenn er Clara begleitet, hat er nur allzuoft das demütigende Gefühl, in den Augen vieler Leute nur der Gatte der berühmten Pianistin zu sein, denn sein Name und sein Genie sind dem großen Publikum noch wenig bekannt. Zahlreiche Kompositionen entstehen in den Dresdner Jahren – Sinfonien, Kammermusik, Chöre, Werke für Blasinstrumente .... – dennoch wird Schumann in Dresden nicht glücklich. 1850 zieht die Familie, inzwischen sind 6 Kinder geboren, nach Düsseldorf. Und es bleiben nur noch 3 schöpferische Jahre, die Düsseldorfer Jahre gelten als eine seine fruchtbarsten Phasen.

Im September 1853 lernen sich Robert Schumann und Johannes Brahms kennen. Schumann sagt über Brahms: „Eine neue Kraft der Musik scheint sich anzukündigen..... das ist ein Berufener“

Im Februar 1854 bringen qualvolle Halluzinationen Robert Schumann dazu, sich in den Rhein zu stürzen. Rheinschiffer retten ihn und bringen ihn zurück in seine Wohnung. Wenige Wochen später wird er nach Endenich bei Bonn in die Heilanstalt gebracht. Clara, die ihr achtes Kind erwartet, wird von ihm ferngehalten. Freunde, wie Johannes Brahms und der Geiger Joseph Joachim, besuchen ihn. Am 29. Juli 1856 stirbt Robert Schumann, erst 46 Jahre alt.

Clara Schumann ist 37 Jahre alt als Robert stirbt. Johannes Brahms bleibt ihr ein lebenslanger Freund. Sie unternimmt noch viele Jahre erfolgreiche Konzerttourneen in zahlreiche Städte Deutschlands und Europas. Ihr letztes Konzert gibt sie, im Alter von 71 Jahren, im März 1891. Sie gibt Robert Schumanns Werke heraus und veröffentlicht eine Reihe seiner Schriften. Als Clara im März 1896 stirbt, hat sie ihren Mann um 40 Jahre überlebt.

Musy hatte noch ein letztes „Schmankerl“ für uns vorbereitet. Text Heinrich Heine, Komposition Robert Schumann. Im schmissigen Marschrhythmus der Ballade „Die beiden Grenadiere“, in der das Echo der Marseillaise versteckt ist, ging Musys Vortrag zu Ende.

Und dann begaben sich 28 FA-Freunde in fröhlichem Marschrhythmus in die Cafeteria zu Kaffee und Kuchen.

Ein kenntnisreicher, mit Informationen vollgespickter und mit viel Liebe vorgetragener Vortrag. Musy, sei herzlich bedankt!

Robert Schumann-Vortrag
Katrin60 (li) hat fotografiert

Bericht: Barbara/Sternwald

Fotos: katrin60/Karin

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