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Unsere Märchenrzählerin Gisela/Musy hatte zu einem Märchennachmittag ins Heinrich-Hansjakob-Haus geladen und viele Feierabendler kamen, um sie zu hören.

Der Nachmittag stand unter dem Titel „Die Vögel im Zaubermärchen“ und so empfing uns als Erstes auf der von Peter/ReRe aufgestellten Leinwand ein Bild aus dem Märchen „Die sieben Raben“. Darunter stand: „Der Morgenstern gab dem Mädchen ein Hinkelbeinchen und sprach: Wenn du das Beinchen nicht hast, kannst du den Glasberg nicht aufschließen und in dem Glasberg sind deine sieben Brüder“.

Damit war schon der Anfang gelegt, für das Märchen „Die sieben Raben“. –Ein Mann hatte sieben Söhne, aber kein Mädchen....

Musy erzählte uns nun in gekonnter Weise, von der Bedeutung der Vögel im Märchen.

Unter „Vögel sind alle flugbereiten Tiere zu verstehen, auch Gans und Ente“, erklärte sie und gab uns eine Zusammenstellung der Märchen, in denen Vögel vorkommen, angefangen von den 7 Raben, über den Vogel Phönix, die goldene Gans, die Krähen, den Fundevogel bis zum Vogel Greif und viele andere.

Im alten Ägypten waren Vögel hoch angesehen, z. B. der goldene Vogel Phönix = der Zauber- und Glücksvogel. Er ist aller Geheimnisse kundig. Phönix ist in vielen Sprachen wiederzufinden. Bei den Griechen wurde er zur Nachtigall, im Christentum als Symbol für den aufopfernden Heiland.

Man sprach den Vögeln auch die Kraft der Selbstverjüngung zu. Sie waren Künder des ewigen Zeitalters und Sinnbild für die Auferstehung. Selbst heute noch künden Redewendungen wie „Phönix aus der Asche“, von dem alten Glauben an die Zauberkraft der Vögel. Zaubervögel legen goldene Eier und haben ein goldenes Gefieder. Immer wieder kommen im Märchen Zaubervögel vor: Ein armer Mensch kommt in den Besitz von Federn oder Eier dieser Vögel. Diese verhelfen ihm die Königstochter zu heiraten, einen Schatz zu finden oder sonst irgendwie das Glück zu erlangen. Sie sind als Wunder- oder Glücksvögel Helfer der Menschen.

Im Garten des Zaren war es der Feuervogel, der Strawinsky als Vorlage für sein weltberühmtes Ballett diente.

Daneben gibt es im Märchen auch Vögel, die allwissend sind, z.B. der Vogel Greif, der oft als halb Löwe, halb Vogel dargestellt wird.

Aber auch als Verwandlungs- und Seelentiere kommen Vögel vor, so z.B. im Märchen „Die goldene Gans“, wo in den Wurzeln eines Baumes eine goldene Gans mit Federn aus purem Gold saß. Auch in „Jorinde und Joringel“ kommen Turteltaube und Nachtigall vor, ebenso wie die Nachteule, die das Dämonische verkörpert.

Als Helfer der Menschen traten immer wieder Vögel auf, so warnten die Gänse mit ihrem Geschnatter im Kapitol die Menschen vor dem Erscheinen der Feinde. Aber auch die Verwandlung von Menschen in einen Vogel kommt im Märchen vor.

Vögel geleiten die Menschen in das Jenseits, sie sind aber auch Warner vor Unglück. Sogenannte “Vogelpriester“ wurden vor einer Schlacht über die Aufstellung der Heere befragt. So wurde auch der Ausbruch der Pest von Menschen, die der Vogelsprache kundig waren, vorhergesagt. Die Vögel dienten immer als Warner und Schicksalskünder der Menschen.

Auch als Rächer und Richter kommen Vögel im Märchen vor. So z.B. der Hahn als besonderer Vogel: Er vertreibt mit seinem Krähen die Dämonen der Nacht und kündigt gleichzeitig den Beginn des Tages an. Auch bei der Verleugnung von Jesus durch Petrus im Garten Gethsemane spielte der Hahn eine besondere Rolle. Heute ist er oft als „Wetterhahn“ auf Kirchtürmen zu finden.

Im Glauben spielt der Vogel auch eine herausragende Rolle: Die Seele verlässt den Körper in Form eines Vogels. So wurde und wird oft auf Grabsteinen ein Vogel dargestellt, der den Flug der Seele zeigen soll.

In der griechischen Mythologie kommen immer wieder Vögel vor. So verwandelte sich Zeus u.a. in einen Schwan, Athene in eine Eule, Aphrodite in eine Taube und Apollo in einen Raben.

Musy/Gisela nahm mit Ihren Erzählungen uns alle gefangen und wir lauschten interessiert ihren Ausführungen, die von Re/Re/Peter mit Bildern auf der Leinwand vervollständigt wurden.

Kein Wunder, dass Musy sich in den Märchen gut auskennt: Sie war jahrelang Mitglied in der „Deutschen Märchengesellschaft e.V., Bentlage“ und schrieb einige Bücher über Märchen, in denen Vögel eine besondere Rolle spielen.

Nach ihrem interessanten Vortrag lud sie noch zum Kaffee in die Cafeteria des Hans-Jakob-Hauses ein.

So ging ein vielseitiger, interessanter und lehrreicher Nachmittag zu Ende, von dem wir alle viele Eindrücke mitnehmen konnten. Musy und Re/Re sei herzlich gedankt.

Fotos: Peter/ReRe

Autor: Bleistift01

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