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Musys Vortrag über:
Der Müller und die Mühle im Märchen und im Volkslied

Es waren 15 „Feierabendler“, die sich am 27.11.2014 im Heinrich-Hansjakob-Haus eingefunden haben, um dem Vortrag unserer Musy zu lauschen. Musy ist eine kompetente Erzählerin, sie war auch Mitglied in der Deutschen Märchengesellschaft, insofern waren wir auf ihren Vortrag sehr gespannt.
Musy versteht es immer wieder, uns Märchen interessant darzubieten. So auch heute.

Sie erzählte uns das norwegische Märchen von der Hand- und Wundermühle und warum das Meerwasser salzig ist: Weil der Besitzer das Stichwort für das Abstellen der Mühle nicht wusste und die Mühle auf dem Meeresgrund immer weiter Salz mahlte.
Für die Menschen war die Mühle stets von einem Geheimnis umgeben, daher konnte eine Wundermühle nur aus der Hölle, nämlich vom Teufel, kommen.
Das Geheimnis um die Mühle bleibt auch, als im 1.Jhdt. v.Chr. die Wassermühle erfunden wurde. Nun brauchten die Menschen nicht mehr die Muskelkraft zum Drehen der schweren Mühlsteine, sondern das wurde ihnen von der „Maschine“ abgenommen. Die Menschen konnten sich aber nicht vorstellen, dass nur die Naturkraft des Wassers die Mühle betrieb. Da mussten Geister, Kobolde, Nixen oder Nymphen die Hand im Spiel haben. Kein Wunder, dass phantastische Vorstellungen im Volk mit der Mühle verbunden wurden. Damit war für den Aberglauben, aber auch für Märchen und Sagen der Grundstein gelegt. Die Furcht vor der Maschine übertrug sich dann auch auf die Müller, die verstanden mit diesem Teufelswerk umzugehen und es gab Zweifel, ob beim Müller und seiner Mühle alles mit rechten Dingen zugehe.

Es gab auch sog. mystische Mühlen. So ist auf dem Kapitell einer Kirche in Vezelay/Burgund u.a. auch eine Mühle dargestellt. Dort war es der Prophet Jesaja, der das alte Testament als Getreide einfüllt und als Mehl das neue Testament herauskommt, das von Paulus in einem Sack aufgefangen wird.

Müller galt neben vielen anderen als „unehrlicher Beruf“, insbesondere weil viele Leute im Müller einen Betrüger sahen. Aber auch als „Zauberer“ wurde der Müller verschrien oder als einer, der mit dem Teufel im Bunde stand. Einer der berühmten Müllergesellen war Krabat.
Die Mühle war auch ein Ort des erotischen Geschehens, dort trieben sich oft auch Prostituierte, Gaukler und Spielleute herum.
In der Romantik wurde die Mühle dagegen besungen in vielen Volks- und Kunstliedern. Auch die Altweibermühle in Tripsdrill und eine Altmännermühle, bei denen jeweils Alte reingeworfen wurden und jung wieder herauskamen, wurde erwähnt.

Heute ist jeweils der Pfingstmontag sogenannter „Mühlentag“, an dem sämtliche Mühlen im Land für das Publikum geöffnet sind.
Mit diesen Erzählungen beendete Musy ihren hochinteressanten Vortrag und lud alle zu Kaffee und Kuchen ein, wo wir noch gemütlich beisammen saßen.

Fotos: ReRe

Autor: Bleistift01

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