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Am 15.03.2012 trafen sich einige Mitglieder von Feierabend zum Besuch der Ausstellung „Tschernobyl“ im Augustiner-Museum in Freiburg. Nach herzlicher gegenseitiger Begrüßung standen wir erwartungsvoll im Foyer des Museums.
Die Ausstellung wird erstmals im Bundesgebiet in Freiburg gezeigt.

Unsere Führerin, Frau Sofie Decker, erschien und nahm uns sogleich mit in das Untergeschoß, wo sich die Ausstellung befindet.

Hört man das Wort Tschernobyl, dann assoziiert jeder sofort den Super-GAU im Jahr 1986 im Atomkraftwerk, das 1970 gebaut wurde. Aber es gibt auch eine andere Seite und diese wurde uns durch den Besuch der Ausstellung vor Augen geführt. Der Name Tschernobyl kommt von den Kräutern Wermut und Beifuss, die dort in Mengen wachsen und auf russisch Tschernoby genannt werden. Diese Pflanzen werden beim Verwelken schwarz, tschorni russ. = schwarz.

Tschernobyl liegt im Gebiet der Polissja, und diese wiederum erstreckt sich grenzübergreifend zwischen der Ukraine und Weißrussland und ist etwa so groß wie Bayern und Baden-Württemberg. Das Land liegt in einem Sumpfgebiet und hat nur eine geringe Bevölkerungsdichte, heute von christlich/orthodoxer Prägung.

Unter der Zarin Katharina II. wurden im 18. Jahrhundert viele Juden in diesem Gebiet angesiedelt, sie gehörten der religiösen Bewegung der Chassidim an.

Tschernobyl
- Ausgestelltes Foto -

Heute gilt das Gebiet als hochradioaktiv verseucht, viele Ortschaften wurde eingeebnet und die Einwohner evakuiert. Die gläubige Bevölkerung nahm das Atomunglück als in der Offenbarung des Johannes (Apokalypse) vorhergesagte Katastrophe wahr.

Die Ausstellung bringt uns das Leben der Einwohner der Polissja vor dem Atomunglück näher.

Es leben in diesem Gebiet eine Fülle von Völkergruppen ethnisch vermischt. So gibt es neben der Zivilisation der ukrainischen Bauern auch eine kleinstädtische, von Handel und Handwerk geprägte Kultur der religiösen jüdischen Minderheit. Diese lebte im „Schtettl“ und ihre Sprache war jiddisch.

Unsere Führerin zeigte uns in Heimarbeit hergestellte rituelle Tücher sog. Ruschniki.Sie wurden zu festlichen Anlässen getragen. Ihre Hauptfarbe war rot, denn rot steht für schön.

Tschernobyl
- Symbole: Störche oder Kraniche -
Tschernobyl
- ein ausgestelltes Foto -
Tschernobyl
- Kopfbedeckung bei einer Hochzeit -

Wir bekamen neben rituellen Objekten auch Alltagsgegenstände zu sehen. Besonders beeindruckend war ein mannshoher Bienenstock, bestehend aus einem ausgehöhlten Baumstamm. Honig war ein wichtiges Handelsgut.

Auch viele Gegenstände und Geräte aus dem landwirtschaftlichen Bereich bekamen wir zu sehen.

Tschernobyl
- ausgestellte Fotos -
Tschernobyl
- Werner/Bleistift schreibt den Bericht für uns -
Tschernobyl
- Schuhe aus Rinde, die nur 3 Tage halten -
Tschernobyl
- ausgestelltes Foto -
Tschernobyl
- Tschernobyl heute -

Aus der Sammlung der Familie Goldstein aus Lemberg waren Textilien aus der Synagoge, so u.a. ein Teppich zum Abdecken des Thora-Schreines zu sehen, ebenso viele verzierte Kopfbedeckungen, die gläubige Juden trugen. Ihr geistiger Lehrer war der sog. „Rebbe“.

Zum Schluss zeigte uns Frau Decker noch im Großformat das Bild einer verlassenen Straße in Tschernobyl mit der ehemaligen Synagoge im Vordergrund. Diese wurde von den Sowjets enteignet und als Kindergarten umfunktioniert, das Haus steht leer und verfällt, wie alle Häuser in der Stadt, denn es besteht eine Sperrzone von 30 km Durchmesser (etwa doppelt so groß wie Luxemburg) rund um den Atomreaktor. Dennoch kommen sogenannte Katastrophentouristen mit Sondergenehmigung in das Gebiet. Zur Zeit wird ein neuer sogenannter „Sarkophag“ über das Atomkraftwerk gebaut, um die Strahlung einzudämmen.

Wir haben von Frau Decker viel über das Leben der Einwohner der Polissja gelernt und verbinden mit dem Wort Tschernobyl künftig nicht nur den Super GAU.

Nach der Führung saßen einige von uns noch gemütlich in der Brauereigaststätte Feierling beisammen, bis sich die Gruppe gegen 14 Uhr auflöste und jeder seinen Heimweg antrat.

Fotos: anmargi (Es war sehr dunkel in den Räumen und äußerst schwierig zu fotografieren - Blitzlich oder Stativ waren nicht erlaubt.)

Tschernobyl
- Das anschließende Essen in der Feierling Brauerei schmeckte ausgezeichnet, eine nette Runde saß zusammen -

Autor: Bleistift01

Werner Dörflinger

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