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Besuch im Erdbeerfeld

Die Absicht mit dem Fahrrad von Freiburg nach Merdingen zu fahren geben wir auf als wir verwundert feststellen, dass sich Wasenweiler nur 2 km entfernt von Harald Wochners Erdbeerfeldern in Merdingen befindet.
Am Hauptbahnhof Freiburg steigen wir in die Breisgau-S-Bahn ein und lassen uns an den Bahnhof von Wasenweiler fahren.
In der Bahn treffen wir zufällig auf Chipchip, die sich auf dem Heimweg von Freiburg nach Breisach befindet.
Ein ganz bestimmtes Erdbeerfeld in Merdingen haben wir im Sinn - nämlich das von Harald Wochner.
Nur bei Harald Wochner gibt es die köstliche LAMBADA-Erdbeere zu kaufen.
Die sehr aromatische Erdbeere, Highlight aller Erdbeeren weit und breit ist Genuss pur!

Am Bahnhof in Wasenweiler angekommen laufen wir die Merdinger Strasse entlang den Rucksack auf dem Buckel.

Es ist eine von Bäumen gesäumte kleine Landstrasse mit weiter Aussicht über Maisfelder bis nach Merdingen.
Den Kirchturm entdecken wir bereits in der Ferne

Nach einiger Zeit stellt Peter fest, dass er seinen Wanderstock vermisst.
Entweder hat er ihn im Zug gelassen oder am Bahnhof Wasenweiler vergessen, wo wir uns einen Moment aufgehalten haben.
Er läuft zurück zum Bahnhof, kommt aber ohne Stock zurück.

Wir hoffen, dass Chipchip den liegen gelassenen Stock noch im Zug an sich nimmt.
Beim gemütlichen Schlendern entlang der Allee entdecken wir wunderschöne Blumen und Pflanzen am Straßenrand die sich dort scheinbar wohl fühlen.

Wir sind nicht lange unterwegs, als wir beglückt eine im Sonnenschein rot leuchtende Riesenerdbeere am Feldrain entdecken.
Ein übergroßes, unübersehbares Schild lädt uns zum Erdbeer-Selberpflücken ein.
Wir haben unser Ziel erreicht und sind bei den Erdbeerfeldern angekommen.
Im hübschen, kleinen Verkaufskiosk ist Harald Wochner damit beschäftigt, Kisten voller frischer Erdbeeren zu stapeln.

Im Erdbeerfeld weint ein Kind wütend an der Hand seiner Mutter.
Es tut uns sehr leid.
Das langweilige Erdbeerpflücken der Mutter nimmt schließlich ein Ende.
Mutter, Kind und vollgefüllte Gefäße verschwinden im Auto.

Peter will gleich in das LAMBADA-Feld ziehen, wird aber von Herrn Wochner zurück gehalten.
„Leider ist der Ertrag der LAMBADA nur mittelmäßig, sodass wir das Feld den Selbstpflückern nicht überlassen können“
belehrt er uns.
Inzwischen hat sich seine hübsche, freundlich lächelnde Frau zu uns gesellt und bringt zwei Schalen zum Selberpflücken.
Lambada-Erdbeeren sind empfindlich.
Sie haben ein Spitzenaroma mit fruchtiger Säure und werden auch von Allergikern vertragen.
Die Pflanzen sind teuer als andere, der Ertrag dafür nur halb so groß!


Ein ganz bestimmtes Feld wird uns von Herrn Wochner zum Selberpflücken zugewiesen

Weil wir nur ein Schälchen Erdbeeren zum Vesper pflücken möchten sind wir schnell fertig mit der Arbeit.
Wir bezahlen „unsere“ Erdbeeren, kaufen noch eine Schale Lambada und verabschieden uns.
Die Erdbeeren, von Frau Wochner gut verpackt lagern im Rucksack.
Wir freuen uns auf eine Erdbeer-Pause im Tuniberg und begeben uns auf den Weg über den Tuniberg nach Waltershofen.

Den richtigen Weg zu finden gestaltet sich schwierig.
Die Richtung kennen wir, aber nirgendwo finden wir einen Weg der uns in die Richtung führt.
Peter entfernt sich, um im dichten Wald den passenden Weg zu finden.
Nach einer Weile bittet er mich laut rufend nachzukommen und stiefelt mit mir über Stock und Stein durch einen dunklen, dichten Wald auf einen steilen Abhang zu.
Hier hat Peter das Problem, ohne Stock den glatten Hang hochzuklettern.
Mit dem abgebrochenen Ast eines Baumes quält er sich hoch.

„Man sollte nicht vom Weg abgehen und sich in unbekannte Gefilde begeben“!
Das hat schon Rotkäppchens Mama gepredigt, lasse ich Peter wissen.
Was tue ich wenn sich Peter ein Bein bricht?
Niemand würde uns finden, ein Helikopter könnte hier nicht landen und Wege für einen Krankenwagen gibt es auch nicht
Mein Kopf steckt voller schlimmer Gedanken.
Nach einer Weile sehe ich Licht am Ende des Tunnels.
Nach großen Anstrengungen sind wir endlich oben auf einem Weinberg gelandet.
Ich atme tief durch und denke „Sei uns Willkommen TUNIBERG!!“

Der Weg hinunter nach Waltershofen führt uns zunächst ein Stück entlang des Tuniberg mit traumhaften Aussichten in verschiedene Richtungen.
Die empfindlichen Erdbeeren im Rucksack sollten bald gegessen werden.
Wir sind auch sehr durstig, aber nirgendwo ist eine Bank zu finden zum Ausruhen.

Ein riesiger Steinhaufen an einem Hohlweg kurz vor Waltershofen ist unsere Rettung.
Wir stapeln flache Steine zu einem Platz aufeinander, so dass wir absitzen können.
Als ich meinen Rucksack öffne um die Erdbeeren rauszuholen, kullern sie bereits zum Teil im Rucksack herum. Oh Schreck!!
Das trockene T-Shirt, das ich als Ersatz mitgenommen habe kann ich noch schnell retten vor Erdbeerflecken.

Uns direkt gegenüber befindet sich ein renovierungsbedürftiges Rebhüsli, in dem sich scheinbar ein menschliches Wesen befindet.
Plötzlich rattert ein Gerät los, so dass unsere Ruhe empfindlich gestört wird.


Als das Geräusch beendet ist, schaut ein Mann rüber zu uns und grüßt freundlich.
Wir freuen uns über seinen Gruss und grüßen zurück.
Er lädt uns ein, nach der Vesperpause seinen Kirschbaum plündern zu dürfen.
Wir verspeisen unser Vesper und alle Erdbeeren in Vorfreude auf den großen Kirschbaum hinter dem Rebhüsli.
Beim Rebhüsli-Eigentümer bedanken wir uns für die Kirschbaum-Einladung und füllen die Tüten, die sich noch im Rucksack befinden mit saftigen Kirschen.


Er zeigt uns voller Stolz sein Hüsli umgeben von Reben, das er zurzeit renoviert für die Familie.
Drei Kinder hat er, die hier romantische Ferien mit ihren Eltern verbringen dürfen.
Der Rasenmäher aus alten Zeiten hat inzwischen seinen Geist aufgegeben.
Als wir uns verabschieden kniet der Mann bereits wieder vor seinem antiken Rasenmäher in der Hoffnung, ihn zum Laufen zu bringen.

Wir erreichen Waltershofen und bummeln durch den Ort bis zu einem Bus-Stop.

Während wir noch den Fahrplan studieren fährt schon ein Bus in Richtung Freiburg an.

Wir steigen ein und an der Paduaallee in Freiburg wieder aus.
Die Linie 1 der Stadtbahn bringt uns zurück an den Hauptbahnhof.
Ein wunderschöner, erlebnisreicher aber auch aufregender Tag am Tuniberg findet hier sein Ende.

Der Knabe im Erdbeerschlag

E Büebli lauft, es goht in Wald
am Sunntig Nomittag;
es chunnt in d'Hürst und findet bald
Erdbeeri Schlag an Schlag;
es günnt und ißt si halber z'tod
und denkt: "Das isch my Obedbrot."

und wie nes ißt, se ruuschts im Laub;
es chunnt e schöne Chnab.
Er het e Rock, wie Silberstaub
und treit e goldgne Stab.
Er glänzt wie d'Sunn am Schwizer-Schnee.
Si lebelang hets nüt so gseh.

Druf redt der Chnab mi Büebli a:
"Was ißisch? i halts mit?"
"He, nüt" seit's Büebli, luegt en a,
und lüpft si Chäppli nit.
Druf seit der Chnab: "He, ißisch nüt,
Du grobe Burst, se battet's nüt!"

Verschwunden isch my Chnab, unds stöhn
die nöchste Hürst im Duft;
drus fliegt en Engli wunderschön
uf in die blaui Luft;
und's Büebli stoht und luegt ein no,
und chratzt im Hoor, und lauft dervo.

Und sieder isch kei Sege meh
im Beeri-Esse gsi.
I ha mi lebtig nüt so gseh,
sie bschießen ebe nie.
Iß hampflevoll, so viel de witt,
si stillen eim der Hunger nit!

Was gib i der für Lehre dri?
Was seisch derzu? Me mueß
vor fremde Lüte fründli si
mit Wort und Red und Grueß;
und's Chäppli lüpfe z'rechter Zit;
sust het me Schimpf, und chunnt nit wit.


(Johann Peter Hebel)

Autor: trudel

Gertrud Wissler

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