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Radtour zum Longinuskreuz im Föhrental am 15. September 2014

Pitt hat zu einer Radtour eingeladen. Und wieder einmal hat er das Ziel so ausgewählt, dass wir nicht nur die wunderschöne, spätsommerliche Landschaft genießen können, er vermittelt uns gleichzeitig, en passant, volkskundlich, kulturgeschichtlich Wissens- und Sehenswertes.

Strahlender Sonnenschein. Wir radeln vorbei an Obstbäumen, die die Fülle ihrer Früchte kaum noch tragen können.

Ein Blick auf die Weinberge des Glottertales. Wie wird wohl der Wein des Jahrgangs 2014 ausfallen?

Auf Wirtschaftswegen geht es hinein ins Glottertal. Das Kandelmassiv zieht unsere Blicke auf sich. So oft man diesen Weg auch nimmt, zu jeder Jahreszeit ist er eine wahre Freude.

Hier stoßen zu der Gruppe, die am Bürgerhaus in Zähringen gestartet war, weitere FA-Freundinnen und ein Hund hinzu, der sich unter seinem Sonnensegel gern spazieren fahren lässt.

Stetig bergan geht es , vorbei an Schwarzwaldhöfen mit ihren tief heruntergezogenen Dächern. Und an einem dieser Höfe im Föhrental machen wir Halt. An der Hauswand ist es angebracht, das Longinuskreuz oder Armakreuz, das Pitt uns vorstellt.

Eine Besonderheit im Schwarzwald, nur hier entwickelte sich unter dem Einfluss der Jesuiten, Kapuziner und Zisterzienser diese ganz eigene Kreuzform.

Armakreuze nennt man all jene Kreuze, die um den Körper des Gekreuzigten die Marterwerkzeuge der Leidensgeschichte, die „arma christi“ aufweisen. Arma ist das lateinische Wort für Waffe, Werkzeug. Diese Folterwerkzeuge sind die Waffen Christi, mit denen er nach christlichem Glauben Tod und Hölle besiegt hat.

Die Evangelisten Matthäus und Markus berichten in der Passionsgeschichte von einem Hauptmann, der bei der Kreuzigung anwesend war. „Als der Hauptmann, der Jesus gegenüberstand, ihn auf diese Weise sterben sah, sagte er: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn“ (Mk 15,39)
Der Evangelist Johannes erzählt „Einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite und sogleich floss Wasser und Blut heraus“ (Joh,19,34)

Die Legende hat diesem Hauptmann den Namen Longinus gegeben, der bei den Longinuskreuzen, hoch zu Ross mit der Lanze in der Hand, gern als badischer Dragoner in schmucker, blauer Soldatenuniform dargestellt wird.

Auf dem vor uns stehenden Kreuz fehlt der Longinus, aber dennoch ist auf dem Doppelbalkenkreuz, das ganze Passionsgeschehen dargestellt. Wir versuchen gemeinsam die Gegenstände zu deuten. Wir sehen die Lanze, den Essigschwamm, Leiter, Hammer, Geißel. Den Geldsack des Judas, die Würfel mit denen um die Verteilung von Jesu Rock gewürfelt wurde, (Joh. 19,24) den Hahn dessen Krähen Petrus daran gemahnt, dass er Jesus verleugnet, (Joh. 19,25-27)die Laterne bei der Gefangennahme. Manche Dinge haben mehrfache Bedeutung. So symbolisiert der Kelch das Abendmahl, aber auch die Stärkung und das Gefäß in dem Jesus Blut aufgefangen wurde. Rätsel gibt uns eine kleine Figurengruppe auf dem oberen Querbalken auf. Es handelt sich wahrscheinlich um die selten vorkommende Darstellung des Judaskusses.

Nach dieser volkskundlichen Betrachtung geht es zurück ins Glottertal. Da darf natürlich eine Einkehr zu Kaffee und, der Jahreszeit angepasst, frischem Zwetschenkuchen nicht fehlen. Am Glotterbach entlang lassen wir unsere Räder dann gemütlich wieder gen Heimat rollen.

Dank Dir, Pitt, dass Du uns solch einen schönen Spätsommertag beschert und uns dieses Kleinod gezeigt hast. Man fährt an solchen Kostbarkeiten sonst einfach vorbei, ohne sie zu beachten.

Fotos von Anmargi

Autor: sternwald

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