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Tagebucharchiv in Emmendingen

Pünktlich traf sich eine Gruppe von uns, Dienstag, den 12.02.08, am Bahnhof Emmendingen, angereist mit dem Zug oder mit dem Auto. Die Kälte machte uns nichts aus, denn wir waren
guter Laune und freuten uns auf das Kommende.

Zuerst gingen wir zum Neuen Rathaus, um die Ausstellung „Lebensspuren“, die zum
10-jährigen Bestehen des Tagebucharchivs stattfand, zu besuchen.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stand das Tagebuch in einer anschaulichen und lebendigen Präsentation. Es wurden verschiedenartige Tagebücher gezeigt und unterschiedliche Tagebuchautoren vorgestellt.


Die ausgewählten Textbeispiele regten zum Nachdenken an. Besonders beeindruckend waren die Kriegstagebücher, wenn z. B. Mutter und Sohn auf den Vater warten, der im Krieg vermisst ist.

Als kein Lebenszeichen kommt, sagt der 4-jährige Sohn:
„Jetzt bete ich nicht mehr, der Vater kommt doch nicht.“ Und er kam auch nicht wieder.

Nach dem Besuch der Ausstellung ging die Gruppe zum „Alten Rathaus“, in dem die Dokumente im „Tagebucharchiv“ aufbewahrt werden. Wir passierten die Lammstraße mit den schönen Fachwerkhäusern, überquerten den reich bestückten Emmendinger Wochenmarkt (Di und Fr)

und wurden in den Räumen des Tagebucharchivs von Frauke von Troschke begrüßt. Sie war es auch, die die Idee, Tagebücher zu sammeln und zu archivieren vor 10 Jahren aus Italien mitbrachte. Dort leitet ihre Schwester das italienische Tagebucharchiv.

Anschließend gab Frau Wernik uns einen informativen Bericht über die Entstehung, die Motivation, Dokumente zu sammeln, die Arbeitsbereiche und die Finanzierung des Tagebucharchivs.

Nachdem die ersten Tagebücher vor 10 Jahren eingetroffen waren, tauchte die Frage auf, was machen wir damit, wie geht es weiter? Es folgte harte Aufbau-
arbeit. So mussten Erfassungsbögen entwickelt werden, nach denen die Tagebücher gelesen und die Inhalte in Stichworten fest gehalten werden.

Themenbereiche, nach denen die Dokumente geordnet werden, sind:
Kindheit, Jugend, Ausbildung, Studium, Familie Ehe, Scheidung, Beruf, Reisen, Liebe, Trauer, Tod, Erster und Zweiter Weltkrieg, Flucht und Vertreibung.

Wer interessiert sich für die Tagebücher? Das Deutsche Tagebucharchiv ist die Recherchestelle schlechthin. Niemand in Deutschland hat so viele Dokumente archiviert wie Emmendingen. Forschungsanfragen zu Diplom-, Magister- und Doktorarbeiten häufen sich, selbst aus New York und Japan kommen Interessenten.

Die Arbeit im Archiv kann nur mit einem großen Team ehrenamtlicher Mitarbeiter geleistet werden. 80 sind es zur Zeit. Es gibt einen kleinen Kreis von Spezialisten, der alte Handschriften (Sütterlin) lesen kann. Das älteste Tagebuch stammt aus dem 18. Jahrhundert
Inzwischen werden fast 6000 Dokumente von 1900 Autoren im Deutschen Tagebucharchiv gelagert. Der Verein zählt 500 Mitglieder.


Zum Schluss der Veranstaltung las Frau Wernik, zur allgemeinen Erheiterung, Auszüge aus dem Tagebuch eines 8-jährigen, wie er sich freute, als seine Schule im 2. Weltkrieg durch eine Bombe zum Trümmerhaufen wurde oder sein Freund den Gag mit dem Tannenzapfen erfand.

Nach der Veranstaltung freuten wir uns auf das Mittagessen in „Der Post“. Die Gespräche zeigten, daß der Besuch in Deutschen Tagebucharchiv uns noch lange beschäftigte

Wie komme ich dazu, diesen Bericht zu schreiben?.
Jemand fragte mich: „Renate, schreibst Du den Bericht?“ Und bevor ich überhaupt Luft holen konnte, sagte Storchi blitzschnell „Ja“. Und so war es beschlossen.


Renate Holmer

Autor: Reviera

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Kleine Speicherstaubrümpelgeschichte von marijo:
Am Ende unseres interessanten Archiv-Besuchs erzähle ich Anneli beiläufig, dass ich im Februar 200l, also noch am Anfang des Archivs, Frau von Truschke den Internierungsbericht eines deutschen Soldaten aus einem Gefangenenlager in Süd-Frankreich übersandt habe. Die mit Zeichnungen und Gedichten gefüllte Dokumentation hatte ich zuvor unter einer dicken Staubschicht auf einem Speicher in der Innenstadt von Freiburg gefunden. Bei den vielen tausend Exponaten, die dem Archiv inzwischen zugegangen sind und die die kleinen Räumlichkeiten des Archivs im Alten Rathaus von Emmendingen zu sprengen drohen, meinte ich, dass mein Beitrag von 2001 verschütt´ gegangen sei. Eine der Archivarinnen fand ihn auch nicht sogleich in ihrer EDV, dann kramte sie in einem alten, offenbar auch dick verstaubten Karteikästchen nach und siehe da, mein Beitrag ist zuverlässig archiviert und soll auch irgendwann und irgendwo einmal verwertet werden.


Anneli und ich stellen fest: "Test bravourös bestanden!"
Dank an Renate für den interessanten Vormittag!
marijo.

Autor: marijo

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