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Ein Besuch bei der Firma Kalfany in Herbolzheim

Was um himmelswillen ist denn „süße Werbung“? Etwas, was uns auf Schritt und Tritt begegnet, und kaum wahrgenommen wird. Sie sollte diesmal unser Ziel sein, in Herbolzheim, bei der Firma Kalfany, ca. fünfundzwanzig Fußminuten vom Bahnhof entfernt


Viel Mühe hat sie sich gemacht, unsere Lisianne, lange wollte es nicht klappen. Doch sie ist Berlinerin und hartnäckig. Und schließlich wurde sie, und wir alle, belohnt, mit einem Tag zum Staunen. Wie schon oft.

Nach einem zunächst nicht endenwollenden Winter, an einem plötzlichen richtigen Sommertag, - der Frühling wurde unerwartet ausgelassen, trafen sich die interessierten FA-ler unternehmungslustig in der Bahnhofshalle, wie beinahe immer bei solchen Exkursionen; auch unsere Storchi war dabei, sie wollte diesmal mit dem Zug fahren und wir freuen uns sehr, dass es ihr wieder gut geht.

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im Zug nach Herboldsheim
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Angekommen in Herboldsheim
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Renate und Rudi erwarten uns schon

Auf dem Firmengelände begrüßte uns zunächst eine bunte Dekoration aus Osterei-Skulpturen auf einem Stiel, ein ganzer Wald fast davon, ehe wir einen kleineren Eingangsbereich betraten, gespannt, was uns nun wohl erwarten würde, (was kann denn schon dran sein an Gummibärchen?) nachdem uns unsere Lisianne erst einmal eine Liste mit Verboten zugesandt hatte.

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vor der Fabrik
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Osterschmuck

Ausdrücklich striktes Fotografierverbot, das ärgerte manchen von uns, sind wir doch gewohnt, unsere Berichte mit vielen Bildern zu bestücken; Im Grunde ist es zusätzliche Werbung für den von uns besuchten Betrieb. Keine Bonbons mitbringen, hatte es auch geheißen. Na, sollten wir Wasser in den Rhein tragen? Manches ist einfach selbstverständlich und bedarf eigentlich keiner Erwähnung, (nicht rauchen, keine Tiere, nichts berühren, unm.), - aber die Taschen abgeben? Einweghauben sollten wir haben, so etwas kannten wir schon von wo anders her und fanden es eher lustig, doch eine Tasche gab wohl niemand ab und ganz so streng erschien es uns dann doch nicht.

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Am Empfang
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Noch warten

Neugierig waren wir natürlich, ohne zu ahnen, dass uns im Grunde „das tägliche Leben“ auf Schritt und Tritt begegnete: Mit Werbung überall. Oft in allerkleinsten Gebinden oder Päckchen: Als Gästebegrüßung, zur Erinnerung, oder als Gastgeschenk, neben der Kaffeetasse in einem guten Lokal, im Weihnachtskalender, als Jubiläums (bei)gabe, winzige Täfelchen, Traubenzucker oder eben – Schokolade enthaltend, einzeln verpackt mit einem Werbeaufdruck; Nahezu jede Firma, jeder Betrieb macht Werbung in irgendeiner Form und eben auch „süß“, man nimmt es kaum wahr. Schokoladeneier mit Firmenaufdruck und einem Gruß: Frohe Ostern, - zum Beispiel. Und Ostern stand kurz bevor. Praktisch: anschließend konnten wir gleich noch einkaufen. Im Shop. Scheint sich einzubürgern, dieses Wort, Redefaulen entgegenkommend; aber nicht nur dieses. Vielleicht ist unsere Sprache wirklich so kompliziert? Angeblich ist der Inhalt des gleichen (gedruckten) Textes, im zum Beispiel Ungarischen, um etwa 25 % kürzer; man braucht nicht so viele Worte als im Deutschen; Man denke.

Ein junger Mann, ganz in Weiß, mit Haube (Wie wir nun auch eine aufsetzen mussten) begrüßte uns und führte uns zunächst in, einen riesigen Arbeitsraum; Schön warm war es hier und eine Jacke nach der anderen wurde prustend ausgezogen. Wir befanden uns in einer großen Trockenhalle für die Fruchtgummiproduktion. In allen Variationen, von klitzeklein bis größer. Der junge Mann (Name ist entfallen) Erzählte uns, dass Wasser und Zucker Hauptbestandteile seien für die Gummibärchen, unter Zugabe von, Aromen, Johannesbeermus und Bio-Produkten, echten Säften, Fruchtkonzentraten und Farbe und auf Nachfrage, dass für die vielerlei Gummierzeugnisse in der Hauptsache Schweine- und Rinder-Gelatine verarbeitet werde. Viel Maisstärke werde verbraucht, zum trocknen der Gummibärchen, damit die kleinen Dinger nicht aneinander kleben bleiben, später Bienenwachs und Canaubaöl, um den Erzeugnissen den schönen Glanz zu verleihen.

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Wir werden abgeholt

Schön warm war uns und wir atmeten auf, als wir uns gleich darauf in einem Kühlraum wiederfanden, für die Säfte, sie würden sonst beginnen zu gären. Mittlerweile hatte Herr Herbert Just, ein Riese von Gestalt, unsere Gruppe übernommen und führte uns von Halle zu Halle, (die meisten waren zwischendurch wieder warm) erklärte die vielerlei komplizierten, man sollte sagen: raffinierten, Maschinen, von denen unsere Tettane ganz fasziniert war: Was menschlicher Erfindergeist doch so alles zustande bringt. Ein Herr Schubert (o.ä.) er habe eine Konditorei besessen, soll die Idee für die Verpackungfirma gehabt haben und habe schließlich diese Halle gebaut.

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Alle setzen weisse Hauben auf


Doch produziert wird ja auch. Man habe versucht, so wenig Platz wie möglich zu verbrauchen für die vielen Maschinen, sonst müssten die Produktionshallen um ein vielfaches größer sein bzw. länger, erfuhren wir. Sechs Behälter mit den verschiedenen Farben und Säften befanden sich auf einer Art Turm für die Füllmaschine und werden von hier aus durch ein Rohrsystem geleitet. Gleich darunter wurde aus winzigen Düsen die Flüssigkeit in die kleinen Aussparungen in Gipsformen auf großen Paletten gespritzt, 750 in der Stunde, 6600 am Tag, wenn ich jetzt nicht etwas durcheinander bringe.

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Paletten zur Trocknung der Gummibärchen

Sechs Hauptfarben meine ich ausgemacht zu haben, auf jeder Palette; Blau sei sehr schwierig herzustellen erfuhren wir. Herr Just klärte uns außerdem darüber auf, dass, je nach Artikel, jeweils 10 % oder 25 % Saft, bzw. Saftkonzentrat verarbeitet werde.

Freundlich, fast möchte ich sagen; freundschaftlich, führte er uns geduldig durch den Betrieb, durch Lagerhallen, hier lagen zum Beispiel schon die verschieden bebilderten Adventskalender, 16 verschiedene Motive, suchte zu erklären, alle Fragen zu beantworten, und ganz nebenbei erfuhren wir Hintergründe für (manchmal aufgebauschte?) Entlassungen für uns so minimal erscheinende Diebstähle. Er sagte aber auch: „Bei uns darf genascht werden“. Nur eben nichts mitgenommen. Jedenfalls nichts, was nicht vorher angemeldet wurde. Zweimal durften wir auch ganz frische Gummibärchen probieren


Wie weit sind meine Notizen noch lesbar? Mein Gedächtnis gibt nicht allzu viel her.
Verpackungen aller Art sind wohl auch die Hauptsache der Firma „Süße Werbung“, manchmal Winzigkeiten, in erster Linie Kundenwünsche, für Firmen wie Harribo, Euro-Park, Fußballclubs, Hotels, PullMoll, Katjes und wie sie alle heißen, viele namhafte Vereine und Firmen, Allianz Versicherungen und andere: Zu den dort hergestellten Verpackungen gehören auch sogenannte Click-Dosen: Ein Klick, die Dose ist auf oder zu, war mir bisher noch nie begegnet.

Und natürlich Advents-Schoko-Kalender, damit muss man jetzt schon anfangen. Nun kaufe ich zwar nie süßbestückte Weihnachtskalender, trotzdem kam mir plötzlich ein Einfall: “Machen sie doch einmal Osterkalender.“ Sagte ich zu unserem netten Führer durch den Betrieb, Herrn Just. Er lächelte und sagte: „Ja, mit diesem Gedanken haben wir uns tatsächlich auch schon beschäftigt.“ (Ob es stimmt? Und dabei glaubte ich, mal einen neuen Einfall gehabt zu haben.)

Von den Kalendern gebe es 16 Standards, erzählte er uns, mit deren Herstellung seien zu den Feiertagen allein 130 Mitarbeiter beschäftigt und er ließ uns einen Blick in die Druckerei werfen. Um das jeweilige gewünschte Firmen-Logo einzudrucken, werden diese Kalender allerdings in eine spezielle Schrift-Druckerei außer Haus gegeben, kommen zurück und werden dann gefüllt bzw. gefaltet. Und weiter ging es.

Für die kleinen Häppchen in Form von Hase, Nikolaus oder andere kleine Männchen ist ebenfalls eine Standartform vorgesehen, die, besonders zu Weihnachten oder Ostern, jeweils einfach mit dem jeweiligen bunten Papier umwickelt werden, und wieder standen wir vor einer Spezialmaschine.

Interessant zu beobachten war, wie die zerbrechlichen, hohlen Schoko-Hasen entstehen: Sie werden in Formen gegossen und solange gewendet, natürlich maschinell, bis die dünnen Schalen trocken sind und entnommen werden können. Im Grunde ganz einfach, man muss nur darauf kommen. Für alles gibt es Maschinen. Doch zum Glück werden auch noch Menschen gebraucht, - um die Maschinen zu bedienen. Und dann plötzlich eine Ausnahme: Um einem kleinen Tisch standen etwa ein halbes Dutzend Frauen, die kleinere Schoko-Hasen in Cellophantütchen verpackten, einzeln, von Hand!. Das wirkte in diesem Riesenbetrieb schon fast gemütlich. „Ja, Handarbeit gibt es bei uns auch noch“. Sagte Herr Just.

Schließlich gerieten uns zwei große Türme ins Blickfeld, von denen einer ca. 20 Tonnen flüssige Schokolade enthalte, die jeweils angeliefert werde.(Ich meine: Milka, das steht natürlich nirgends drauf) Es müsse darauf geachtet werden, dass eine ganz bestimmte Temperatur peinlich eingehalten wird, nicht zu kühl und nicht zu warm, und aus diesem Turm wird die Schokolade durch ein Röhrensystem zu den verschiedenen Maschinen geführt, zum Beispiel den Düsen für die Osterhasen, die da an einer Stelle auf einer Art Rad Karussell fuhren, bis sie herausgelöst werden konnten.

Eine Verpackungsfirma ist Kalfany. Doch sie stellt eben auch Gummibärchen und ähnliche Erzeugnisse her, und außerdem auch Schoko-Hasen und –Weihnachtsmänner, die restliche Schokolade werde jeweils wieder eingeschmolzen und mittlerweile muss schon wieder an das Weihnachtsgeschäft gedacht werden; wie eben auch bei Mode oder Schuhen braucht alles seine Vorlaufzeit.

Und dann gab es eine Erklärung, gewissermaßen am Rande, weshalb in manchen Verpackungen so viel Luft enthalten ist. Nämlich damit nichts klebt. Die Verpackung besteht zunächst aus einem Schlauch, der gefüllt, dann zugeschweißt wird, die kleinen Tütchen erscheinen deshalb wie kleine Luftkissen.

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alte Rührmaschine - so begann es -

ooooo

Kalfany ist heute der größte Dosen-Bonbonhersteller Europas mit mehr als 200 Mitarbeitern, mit modernster Maschinentechnologie. Und Spezialist für Süßwaren, mit einer marktführenden Stellung im Werbemittelmarkt: Fruchtgummi, Hartkaramellen, Verpackungen. Tätig in den Branchen Ernährungsgewerbe, Essen und Trinken weltweit. Die Bonbons werden in der Niederlassung Müllheim hergestellt. Aus unserem „Rebland-Kurier“ konnte ich außerdem entnehmen, dass Kalfany vom DLG mit einer Goldmedaille geehrt wurde für hervorragende Qualität, verliehen auf der Messe „Biofach“. ( Was es alles gibt)

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vor dem Verkaufsraum


„Jetzt habe ich Hunger“, rief Herr Just, die Hallen waren längst leer, Mittagspause. Die Führung hatte sich länger hingezogen, als vorgesehen und wir bedankten uns für die interessanten Ausführungen. Einkaufen wollten wir uns trotzdem nicht entgehen lassen und dann ging es, ich muss schon sagen: im Schweinsgalopp, zu unserem Gasthaus „Schützen“, wo Lisianne uns das Essen reserviert hatte, zu einem angenehmen Preis wie selten, und schmackhaft vom ersten bis zum letzten Bissen (Jedenfalls für mich).

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Ein gutes Lokal hatte Lisianne ausgesucht
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Schön gedeckt war bereits für uns

Danke, Lisianne, für Deine Mühe und den schönen Tag.

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Der Zug hatte Verspätung

Ach, übrigens, ich habe wirklich noch meinen Anschlusszug gekriegt, er hatte ebenfalls Verspätung.

ooooo


„...Und Geleefrüchte?“ Fragte mich meine Tochter, als ich davon erzählte. Geleefrüchte! Die ich doch selbst so gerne esse! Gesehen habe ich keine. Weshalb hatte ich danach nicht gefragt?

Autor: Heupferd

Irene Sasse

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