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„Kultur und Kaffee in St. Märgen“

„Kultur und Kaffee in St. Märgen“
am 16. Januar 2008.

Blick von der Ohmenkapelle nach St. Märgen (und zum Feldberg).

Wer da meint, im Monat Januar sei „nichts los“, und es sei die schönste Zeit, hinter dem Ofen genüsslich seinen Winterschlaf zu halten, ist seit heute von einer munteren Seniorengruppe von „Feierabend“ Freiburg eines Besseren belehrt. Zugegeben, das Wetter Mitte Januar ist unberechenbar – und tatsächlich meldet „Trudel vom Berg“ heute früh Schneegestöber auf dem Schauinsland. Auch mein Blick in dunkle Wolken verheißt nichts Gutes!
Beruhigend ist lediglich, dass Trudel für die zum Event „ Kultur und Kaffee in St. Märgen“ angemeldeten 25 Senioren zuverlässige und witterungsfeste Transporte organisiert hat, wie gewohnt umsichtig und minutiös.
Wie schon immer, wenn Trudel und ich gemeinsam unterwegs waren, verziehen sich die dunklen Wolken auch heute im Laufe des Vormittags, und – wie kann es bei unserer guten Beziehung zu Petrus anders sein – am Anfang unseres geplanten Rundgangs in St. Märgen wetteifern blauer Himmel, Sonnenschein und eine fantastische klare Fernsicht in ihrem Bemühen um unsere fröhliche Stimmung!
Nur ich – ich armer Tropf – falle aus allen dunklen Wolken, weil mir Anneli und Trudel diesen Ausflugsbericht spontan unter die nicht vorhandene Weste schieben! Keine meiner Ausreden hilft, auch nicht meine voraussichtliche (ich wusste nicht gleich welche!) Erkrankung.
Dabei hat Trudel als Vorauskommando unter Peters Assistenz schon Tage zuvor wunderschöne Aufnahmen mit ausführlichen Erläuterungen in ihre Galerie gestellt, ich habe den Teilnehmern eine 7-seitige Info ausgedruckt, und zu allem Überfluss hätten die Feierabend-Senioren jede Information aus dem Internet entnehmen und sogar auswendig lernen können!
Also Schluss mit Lustig!!

Ich fasse mich deshalb kurz, lasse die schönsten Fotoaufnahmen von Trudel, Peter, Erwin und Anneli hier wirken und mache nur einige kurze Anmerkungen zu diesem wieder äußerst interessanten, erlebnisreichen und fröhlichen Nachmittags mit den Feierabend-Freunden im Wallfahrtsort St. Märgen.
Also wie oben gesagt: Winterschlaf findet bei FA regional Freiburg nicht statt!
Angetan mit Wollenem, High-Tech-Fasern und bewaffnet mit Nordic-Walking-Stöcken absolvieren wir den Tagesplan.

St. Märgen, gelegen an einer der schönsten Panoramastraßen des Schwarzwalds zwischen St. Peter und dem Turner auf 900 – 1100 m Höhe, ist derzeit schneefrei und sehr ruhig, es ist wirklich „nichts los“, wenn man
Touristen, Autoschlangen, Hektik und Rummel meint.
Wir sind fast „unter uns“, denn die Freiburger gelten im Schwarzwald ja wohl als „Einheimische“.

Unser Rundgang beginnt mit der Besichtigung der 1115 von Augustiner Chorherren erbauten „cella s.Mariae“,
Marienzelle – heute St. Märgen.

St. Märgen
1716 der Kirche, die 1718 mit der Fertigstellung der Kirchenfassade aus Buntsandstein baulich vollendet ist
1723 Überführung des Gnadenbildes von Allerheiligen zu Freiburg in die Kirche von St. Märgen (10. Oktober, heute Wallfahrtstag)
weitere Informationen
1725 Kirchenkonsekration durch Weihbischof Franz Joh. Anton v. Sirgenstein, am 29. 4. Grundsteinlegung für das Klostergebäude
1729 Weihe des Klosters durch Abt Andreas Dilger
1733 beginnt Joseph Fiertmayer, Jesuitenbruder aus Rottweil, mit der Ausmalung der Klosterkirche
1735 werden Altargemälde bei Fiertmayer in Rottweil abgeholt
1736 schnitzt Matthias Faller als Klosterbruder Floridus den Gnaden-, den Josefs - und den Kreuzaltar, die bis zum Herbst von Faßmaler Laubacher von Freiburg gefasst werden.

Insbesondere für die Klosterkirche St. Märgen und die Kirchen der näheren Umgebung schuf der Klosterbildhauer Matthias Faller, geb. 1707 auf dem Oberfallengrundhof St. Märgen und gestorben 1791 in St. Märgen, Werke von besonderer Ausdruckskraft und Schönheit.

„Er war einer der bedeutendsten Barockbildhauer Süddeutschlands, seine Werke gehören zum wertvollsten und liebenswürdigsten Kunstbesitz unserer Heimat, den eine lebensfrohe und tiefreligiöse Zeit hinterlassen hat.“ (Zitat)
Sein Grabmal steht an der Klosterkirche.

Nach einem Gang über das Klosterareal.
„Das barocke Kloster in seiner exponierten Panoramalage vermittelt auch heute noch das eindrucksvolle Zusammenspiel klösterlicher Kultur mit der einmaligen Landschaft des Hochschwarzwaldes“.
(Zitat)

St. Märgen
Die Ohmenkapelle auf dem Ohmenberg liegt ungefähr ein km außerhalb des Ortes und gehört zur Kirchengemeinde St.Märgen. War es ein keltischer Kultort, wie das keltische Wort Ohmen nahelegt?

St. Märgen
Ohmenkapelle in St. Märgen


Es war noch ein halbstündiger Spaziergang auf dem Stationenweg zur 1734 erbauten, ganz herrlich auf dem „Ohmen“ gelegenen Kapelle geplant, kaum noch zu schaffen bei dem reichen Angebot St. Märgens an sakraler Geschichte und Kunst.

Das Kloster-Museum St. Märgen informiert uns über die Klostergeschichte, über den Klosterbildhauer Matthias Faller, die Anfänge der Schwarzwälder Uhr ab 17. Jahrhundert, „Die Reise ins Uhrenland“ des Andreas Löffler aus St. Märgen nach Cambridge und die Schwarzwälder Hinterglasmalerei.
(Hier bedanke ich mich bei unserem Aali für seinen Artikel über das Klostermuseum St. Märgen)

Museum-Sonderraum Barockbildhauer„Matthias Faller“

Museum-Sonderraum „Eine Reise ins Uhrenland“
Andreas Löffler St. Märgen – Cambridge.

Eine besondere Freude macht uns Franz Wagner mit seiner engagierten und kenntnisreichen Museums-Führung; er stammt aus St. Märgen, spricht ein schönes einheimisches Alemannisch, ist von Haus aus Sattler- und Polsterermeister und entdeckte erst vor 10 Jahren seine Passion zum Kunstführer. Er lässt für uns Kuckucks-, Trompeten-, Augenroller- und die schöne barocke Spieluhr des Matthias Faller laufen und erzählt die spannende Geschichte eines auch von Matthias Faller im 18. Jrh. geschaffenen Kruzifixes.


Dieses sei vor einigen Jahrzehnten aus der Ohmenkapelle gestohlen, von einem Priester in Ravensburg auf dem Flohmarkt entdeckt, von diesem für 60 DM erstanden und schließlich wieder auf Umwegen nach St. Märgen zurückgebracht worden.
Franz Wagner erzählt interessant und spannend, und wir stünden jetzt noch mit offenen Mündern da, wenn nicht so viel geistreiche Kost bald nach körperlicher Stärkung verlangen würde!

Als letzten Tagesordnungspunkt steuern wir daher die „Goldene Krone“ an und sitzen in der gemütlichen Gaststube der Landfrauen von St. Märgen, unsere Herren Senioren sogleich bei einem Bier! Was sonst?!


Ursprünglich Mitte des 18. Jrh. als Pilgerheim erbaut, erlebte das Haus eine außergewöhnlich bewegte und interessante Bau- und Personal-Geschichte über die 250 Jahre hinweg, „Vom Pilgerheim zum Grandhotel“.
Zum Beispiel befand sich hier Ende des 18. Jrh. der Altersruhesitz des erwähnten Klosterbildhauers Matthias Faller, später logierten hier geistliche und weltliche Herrschaften, hier traf sich die Haute Volée, es war das Reiseziel europäischer Gäste, Treffpunkt für Künstler und Philosophen (Edith Stein, Husserl, Heidegger), auch Konrad Adenauer war hier zu Gast.
Heute – nach vollständiger Restaurierung des im Jugendstil 1902 errichteten Neuaufbaus – befinden sich im Haus „Goldene Krone“ Ferienwohnungen, ein von den Landfrauen aus St. Märgen geführtes Café-Restaurant und der im Jugendstil wiederhergestellte Krone-Saal als kulturelle Begegnungsstätte.

St. Märgen
ein köstlicher Eintopf zum Mittagessen in der "Goldene Krone"

Wir werden von den Landfrauen aus St. Märgen, den Pächterinnen des Café-Restaurants, liebevoll und kalorienreich betreut. Hier können wir auch allerlei von ihnen selbst hergestellte Köstlichkeiten, wie Marmeladen, Schnäpse, Cremes, einen „Käse-Michel“, Rezeptbücher u.v.a.m. kaufen.
Als ein „Jungbrunnen“ wird hier eine Kosmetik aus Molke angeboten.

Nach dem Abzug der - wie immer - gut gelaunten FA-Truppe per Bus genieße ich noch allein die wirklich „himmlische Ruhe“ der letzten Minuten des Tages in St. Märgen.

Es ist die Zeit der Abendandacht: Beten, philosophieren oder einfach in die Weite schauen – St. Märgen lädt dazu ein!

Die Heimfahrt im Sonnenuntergang und mit dem wunderschönen klaren Ausblick auf die Schneeberge des Schwarzwalds und der Vogesen ist in ihrem Genuss zu vergleichen mit einem Sahnehäubchen auf der sechsstöckigen Schwarzwälder Kirschtorte der Landfrauen von St. Märgen.

Nur beim nächsten Ausflug mit Euch, liebe Regionalbotschafterinnen, werdet Ihr meiner nicht habhaft, da befinde ich mich nämlich unter der Tarnkappe – und dann kann den Bericht machen, wer will!! – Ich nicht!!
(Das ist ja Arbeit und unter dem Begriff „ Nachtschichten“ habe ich bisher etwas Schöneres vermutet!!)

Johanne.

Danke, liebe marijo!
Da Deine Berichte immer so pfiffig und gut sind,
werden wir immer wieder an Dich herantreten!
Deine dankbare Storchi

Autor: marijo

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