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Besichtigung des Ruheberges Oberried

An einem Samstag im Juni traf sich unsere Feierabendgruppe im Oberried, um an einer Führung des Ruhebergs, ein Naturfriedhof im Schwarzwald, teilzunehmen. Trudel hatte das mit der Gemeinde Oberried organisiert.

Wir trafen uns bei nicht besonders schönem Wetter an der Kirche in Oberried

und fuhren dann in kleinen Gruppen mit dem Auto durch das Zastlertal entlang einer steilen, schmalen und serpentinenartigen Strasse zum Parkplatz des Stollenbacher Hofes.

Wir kamen bei dichtestem Nebel in 1000m Höhe an

Dort warteten schon einige andere Interessenten, die sich auch an der Führung beteiligen wollten.

Insgesamt waren wir 38 Personen.

Nach der Ankunft des Försters Iso Schmid und 2 Begleitern (Andrea Maier und Carlos Solis von der Gemeinde Oberried)

lichtete sich der Nebel und wir stiegen nochmal 100 m zu Fuß in die Höhe in Richtung Ruheberg

Herr Schmid erklärte uns, dass Oberried deutschlandweit als erste Gemeinde einen Ruheberg im Oktober 2006 eingerichtet hat.

Dies ist ein Naturfriedhof für Urnenbestattungen auf einem Berg von 1100m Höhe. Dort kann man sich schon zu Lebzeiten einen Grabplatz für sich, die ganze Familie oder Bekannte sichern. Am Ruheberg angekommen, entdeckten wir eine Tafel, die die Verhaltensregeln für dieses Gelände (entspricht einem Friedhof) anzeigte

Herr Schmid erläuterte die verschiedenen Bäume, die man für die Baumbestattungen vorsah. Dazu gehören Baume mit tiefen Wurzeln, wie Rotbuche, Spitzahorn, Bergahorn und Weisstannen. Der Ruheberg liegt in einer windgeschützten Gegend des Schwarzwaldes und hat eine Größe von 5 ha. Bisher sind etwa 350 Bäume ausgesucht. Die mit grünen Nummern gekennzeichneten Bäume sind noch ganz zu erwerben, während die mit schwarzen Nummern gekennzeichneten Bäume nur als Einzelgräber zu haben sind

Die Bäume haben einen Abstand von 5-10m und die Gräber werden um den Baum in einem Radius von 3m wie auf dem Bild angeordnet

Jede Urne muß verwitterbar sein (also aus Holz bestehen) und einer Norm von 22cm Durchmesser entsprechen. Jeder Beerdigte hat ein Namensschild mit Geburts- und Todesdatum am Baum.

Die Liegezeit beträgt 40 Jahre. Bisher wurden auf diesem Naturfriedhof ca. 40 Bestattungen vorgenommen. Frau Maier erzählte uns, dass sie kürzlich einen Fall hatte, bei dem ein Angehöriger mit einer stattgefundenen anonymen Bestattung psychisch nicht zurechtgekommen und eine Umbettung vom städtischen Friedhof auf diesen Naturfriedhof mit Namensschild vornehmen ließ.

Herr Schmid beantwortete noch Fragen wie z.B. "Wie ist das, wenn im Winter hoher Schnee liegt"?. Dann werden die Urnen zeitweilig im Rathaus in einem Zimmer aufbewahrt und - sofern es jahreszeitlich möglich ist - beerdigt.

Die Gräber werden naturbelassen und erfordern keine Grabpflege, sondern ermöglichen auch im traditionellen Sinne ein neues Stück Heimat und Orientierungspunkt für in alle Winde zerstreute Familien und Lebensgemeinschaften

- unabhängig von persönlichen religiösen Überzeugungen. Die Mobilität der Gesellschaft, der Pluralismus und die Globalisierung fordern uns in der Bestattungskultur zum Umdenken auf.
Ein Teilnehmer der Führung hatte sich spontan ein Einzelplatz an einem Baum ausgesucht und war ganz glücklich, das endlich erledigt zu haben. Bei dieser Gelegenheit hat sich unsere Feierabendgruppe auch überlegt, ob wir nicht einen gemeinsamen Baum für 12 Personen erwerben.

Das würde für jedes Einzelgrab nur 250 Euro bedeuten. Im Verhältnis zum Einzelgrab von 670 Euro ist das schon eine Überlegung wert

Nachdem wir noch einen kleinen Regenschauer über uns ergehen ließen,

traten wir die Rückfahrt nach Oberried in den Hirschen an

und tauschten uns über unsere Eindrücke beim Vespern aus. Ich persönlich werde mich sicher in diese Richtung entscheiden.

Wer ebenso Interesse hat, der kann sich gern bei der Regional-Gruppe Freiburg melden

Anke (Oleander)

Autor: oleander

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