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Schade, dass so viele von dieser Veranstaltung abgesagt hatten – diese (bereits 2.) Führung durch die Münsterbauhütte war so aufschlussreich und interessant!

Sie begann um 13:00 h vor der Münsterbauhütte – Herr Joachim Scheck erläuterte kurz das Münster und zeigte uns den wohl attraktivsten Platz fürs Foto!

Münsterbauhütte
- In einer Mauer auf dem Weg zur Münsterbauhütte -
Münsterbauhütte
- Herr Joachim Scheck erklärt... -
Münsterbauhütte
... und alle hören zu.

Der Bau des Münsters begann 80 Jahre nach der Stadtgründung durch die Zähringer, als Freiburg ca. 5000 Einwohner zählte. Zu dieser Zeit war Freiburg noch keine Bischofsstadt gewesen, seine Bürger finanzierten den Bau selbst (u.a. durch den Silberabbau auf dem Schauinsland). Die Fenster sind von den Zünften gestiftet worden, die mit ihren Symbolen (z.B. die Bäcker mit einer Brezel, die Schneider mit einer Schere etc.) Werbung machten. Der Turm wurde schon im Mittelalter im Jahr 1330 ohne technische und statische Hilfsmittel fertig gestellt. Er überstand den Angriff am 27. November 1944 und mehrere Erdbeben (der gefährdete Rheingraben reicht bis zum Schlossberg, hinter dem Münster). Der Turm ist architektonisch eine Sensation. Man hat sich oft nach der Symbolik gefragt; eine besagt, dass er eine Verbindung zwischen Himmel und Erde darstellt.

Münsterbauhütte
- Wir liefen durch das kleine Stadttor -

Wir liefen nun durch ein kleines ehemaliges Stadttor in den Innenhof der Münsterbauhütte. Er gehörte zum ehemaligen Kapuzinerkloster. Hier hatten auch die Winzer vom Weinberg des Schlossbergs gewohnt. Die Münsterbauhütte wurde im Jahre 1900 aufgekauft, sie war ein ehemaliger Kutschereibetrieb. Sie beinhaltet die Bauhütte, Verwaltung und einen großen Saal, den man mieten kann. Der Verein hat 5000 Mitglieder! 15 – 18 Steinmetze (zuständig für Maßwerkstücke) und Bildhauer (Figuren, Skulpturen) sind in festem Arbeitsverhältnis. Einige von uns konnten sich noch erinnern, als vor einigen Jahren 2 Tage lang ein Hubschrauber um den Münsterturm gekreist war – aus den Aufnahmen wurden Pläne erstellt, die als Vorlage für die Werkstatt dienten und z.B. Schadensmarkierungen ermöglichten.

Münsterbauhütte
- Im Innenhof der Münsterbauhütte -

Im Hof liegen Rohlinge, die aus Lahr/Kuhbach angeliefert werden sowie Wasserspeier. Ihre furchterregenden Fratzen sollen Dämonen verjagen! Eine Auslegung besagt sogar, dass die Kirche in der Lage war, Dämonen in ihre Dienste zu nehmen! Der Buntsandstein kommt aus der Vorbergzone – es ist ein Kuchen aus feinen Sandkörnern – die Körner selbst sind hart. Er ist deshalb leicht zu bearbeiten, aber auch sehr anfällig für Umweltschäden.

Der erste Steinbruch war am Lorettoberg, es war der Sandstein für die romanischen Teile, die Farben waren rot und gelb. Später wurde er von Tennenbach, Heimbach, Freiamt, Pfaffenweiler geholt. Um 1900 wurde für die Restaurierung Sandstein vom Almendsberg geholt, bald stellte sich jedoch dessen schlechte Qualität heraus. Noch schlechter war der Stein, den man in den 50er Jahren aus Freudenstadt holte!

Münsterbauhütte
- Wasserspeier - zu erwerben für 3.000 Euro! -
Münsterbauhütte
- Rohlinge -

Nun ging es rein in die Bauhütte – hier wurde feste gearbeitet; laut war es, aber so interessant. Wir konnten einem Bildhauer beim Erstellen einer Fiale beobachten, sie wird aus einem einzigen Stück hergestellt, es darf kein Fehler passieren. Die Arbeit dauert ca. 1 ganzes Jahr!

Münsterbauhütte
- Erstellung einer Fiale -
Münsterbauhütte
- Platz für Humor ist auch!!! -
Münsterbauhütte
- Das Werkzeug -

Die Geschichte der Bauhütte

Es gibt sie seit dem Baubeginn des Münsters. Das Wissen der Arbeiter wurde von Generation zu Generation übertragen. Bei der Gründung des Großherzogtums Baden wurde sie aufgelöst; das Münster zerfiel nach und nach. Man bemerkte den Zerfall 1880 und holte Fachleute von anderen Bauhütten nach Freiburg. Das Münster wurde bis zur Spitze aufgerüstet. Der Münsterbauverein rekrutierte in kürzester Zeit 4.000 Mitglieder und sammelte sehr viel Geld ein. In einem Großprojekt wurden in nur 20 Jahren von allen Figuren Gipsabzüge erstellt, die noch heute als Vorlage benutzt werden – sie sind in einem besseren Zustand als die Originale!

Im Museum war es lausig kalt! Herr Scheck erklärte uns die alten Werkzeuge, zum Teil weichen die heutigen nicht sehr davon ab. Die „gotische Greifzange“ wurde in ein Loch im Stein gesteckt, sie spreizt sich auf beim Herausziehen – auf diese Weise war es möglich, den Stein anzuheben. Die vielen Löcher in den Steinen rühren daher, nicht etwa von Bombeneinschlägen. Die Steine haben 100e von Jahren keine Schäden aufgewiesen; diese sind erst in den vergangenen 60 Jahren durch sauren Regen und Taubenkot aufgekommen.

Herr Scheck erklärte auch, wie man mit Blei Fugen verklebte und wie Eisenhaken den Turm zusammenhielten. Er zeigte uns die Original-Turmspitze! Bis zum Einbau eines Blitzableiters wurde sie häufig durch Einschläge zerstört. Er zeigte uns das Grafity in der Spitze und erzählte, dass Studenten sogar einmal ein Gipfelbuch in den Turm gelegt hätten!

Wir konnten auch ein Holzmodell des Münsters von 1826 bewundern.

Münsterbauhütte
- Alte Werkzeuge, u.a. Zange zum Heben eines Steines -
Münsterbauhütte
- Ganz schön schwer! -
Münsterbauhütte
- Die verschiedenen Oberflächenbearbeitungen der Steine -
Münsterbauhütte
- Beide sahen einmal gleich aus! -
Münsterbauhütte
- Eisenvorrichtungen halten die Turmspitze zusammen -
Münsterbauhütte
- Die Eisenvorrichtungen - weisen kaum Rost auf! -
Münsterbauhütte
- Die Originalspitze des Münsterturms!!! -
Münsterbauhütte
- Alte Wasserspeier -
Münsterbauhütte
- Das Holzmodell des Münsters -

Vielen herzlichen Dank, Herr Scheck – Ihre Führung brachte vielen von uns neue und interessante Erkenntnisse! Wir konnten feststellen, dass Sie mit Leib und Seele Münsterbauhütten-Mitglied sind! Keine unserer Fragen blieb unbeantwortet.

Eine offene Münsterbauhütten-Führung findet jeden Samstag um 14:00 h statt und startet direkt hinter dem Münster am Brunnen in der Herrenstrasse 30.


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Autor: Anmargi

Margit Anhut

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