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Bis ins 19.Jahrhundert war es keineswegs ausgemacht, wer die Ostereier bringt. Wie es kam, daß sich das scheue Langohr als Eierbringer durchsetzte und welch wundersame Geschichten sich um den Osterhasen ranken, ist zur Zeit im Waldkircher Elztalmuseum zu sehen. "Hasengeschichten" heißt die Ausstellung, zu deren Besuch sich am 04. April 2012 siebzehn Feierabend-Mitglieder aufmachten. Treffpunkt war um 15.00 Uhr vor dem Museum.

Zuerst noch eine kurze Erklärung zum Elztalmuseum: Es befindet sich in der ehemaligen Propstei des Chorherrenstifts St. Margaretha, erbaut in den Jahren 1753-1755 von dem Villinger Baumeister Ludwig Oswald. Das Haus, in dem die Pröpste als erste Würdenträger residierten, war dessen weltlicher Mittelpunkt, solange das Stift bestand.

Die Bekrönung des Gebäudes bildet die kunstvolle Sandsteinfigur der heiligen Margaretha, der Patronin des Stifts. Die Innenräume sind mit Stuckarbeiten verziert.

Nach Verwendung als Lazarett, Baumwollweberei, Hotel (Kaiser Wilhelm I. war 1880 hier zu Gast) und Schule, wird das Haus seit 1983 als Museum genutzt. Eine ganze Etage ist der Stadtgeschichte Waldkirchs vorbehalten. Weiterhin können die Besucher alles über den Waldkircher Orgelbau erfahren, der Musik der Konzertorgeln lauschen und sich über "Automatenträume" informieren.

Und regelmäßig werden Sonderausstellungen gezeigt. Wir kennen schon die große Weihnachtsausstellung. Der jetzigen Jahreszeit entsprechend gibt es zur Zeit im ersten Stockwerk in fünf kleinen Räumen die österliche Ausstellung "Hasengeschichten".

In seiner wichtigen Rolle als Osterhase ist der Hase im deutschsprachigen Raum in Brauchtum und Tradition unbestritten. So lässt sich im Frühjahr sein geschäftiges Treiben auf den Wiesen und Feldern erklären. Während die Vogelnester noch leer sind, ist das große Hasennest bereits mit farbenprächtigen Ostereiern gefüllt.

In Frankreich und Italien gibt es keinen Osterhasen. In Belgien, den Niederlanden und Frankreich werden die Eier zu Ostern von den Glocken aus Rom mitgebracht. Der Osterhase ist als Gabenbringer für Kinder noch recht jung. Noch im 19. Jahrhundert galt der Kranich in Westfalen als Osterbote, in Thüringen war es der Storch. Der Kuckuck brachte im Emmental die Ostereier und die Osterhenne in Tirol. Aber auch Hahn, Fuchs, Storch und die Zwerge traten in verschiedenen Gegenden als Eierbringer auf. Sie alle haben im Laufe des 19. Jahrhunderts ihre Aufgabe als österliche Boten verloren.

- Helga/Tinsky, die Verfasserin dieses Berichtes! -

In Bilderbüchern erobert der Hase die Herzen der Kinder. Heinrich Hoffmann ("Der Struwwelpeter", erstmals erschienen 1848 in Frankfurt) lässt seinen Hasen gewitzt im Kampf mit dem Jäger siegen.

Die Gebrüder Grimm nehmen 1843 die Geschichte vom "Tödlichen Wettrennen des stolzen Hasen mit dem Igel" in ihre Hausmärchen auf. Als schreckliches Ungeheuer erscheint er schließlich den tölpelhaften "Sieben Schwaben". Der Hase gilt als Symbol der Fruchtbarkeit.

Seine Hasenpfote ist ein Glücksbringer. Sprichwörtlich ist sein Hasenherz. Wittert er Gefahr, zeigt sich sein Hasenfuß. Es gibt Angsthasen, falsche Hasen in Großmutters Kochbuch und den einzigartigen Osterhasen. Auf eine kritische Frage "Wo liegt der Hase im Pfeffer?" gibt er die passende Antwort: "Mein Name ist Hase - ich weiß von nichts".

Das Bilderbuch "Die Häschenschule" von Albert Sixtus ist eines der ausgestellten Kinderbücher. Dort wird dem kleinen Leser erzählt, dass Osterhasen eine strenge Schule durchlaufen müssen, bevor sie die bunten Eier verstecken dürfen.

Von der Künstlerin Edith Pfister sind fünf Hühnereier auf der Vorderseite fein bemalt mit Szenen aus der "Häschenschule", und auf der Rückseite sind in zierlicher Schrift Textpassagen aus dem Buch geschrieben.

In geschickt ausgeleuchteten Glasvitrinen sind die schönen und putzigen Häschenfiguren aus vielen Ländern ausgestellt. Von bekannten Porzellanfirmen wie Hutschenreuther, Rosenthal, Meißen, Seltmann Weiden, Nymphenburg, von den ungarischen Marken Herend und Zsolnay. Es gibt Hasen rundum: aus Keramik, aus edlen Metallen. Sie sind zu sehen auf einem Taschentuch, auf Krawatten, auf Briefmarken. Es gibt Gussformen für Zuckerhasen. Der Hase im Topf war wohl auch begehrt: Eine Terrine für eine Hasenpastete nach Original des 18. Jahrhunderts ist vorhanden; das dazu gehörige interessante Rezept für die Pastete ebenfalls.

Ohne ein Gruppenfoto zum Abschluss auf der Freitreppe des Museums ging es natürlich nicht. Dann teilte sich die Gruppe. Einige wollten den Nachmittag noch mit Kaffee und Kuchen beschließen, andere mussten den frühen Zug nach Freiburg erreichen. Es war ein schöner Nachmittag!

Fotos: Gisela/Goosi, Trudel

Bericht: Helga Köster (Tinsky)

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