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Führung im Theater in Freiburg

am 24. Oktober 2007

Die Feierabendgruppe Freiburg war mal wieder auf Achse, worüber wir uns alle immer sehr freuen.

Nachdem unsere Bosse allerdings in München einer Einladung von Yahoo folgten, um das Urgestein, den Schauspieler und Sänger Johannes Heesters leibhaftig zu erleben, hat der Storchenmann sich unserer angenommen.

Bereits rechtzeitig vor der vereinbarten Zeit bildete sich schon eine große Traube von FA`lern am Seiteneingang des Theaters.

Der Wind blies uns kräftig um die Ohren. Chici führte eine Liste und der Storchenmann kassierte den Eintritt, und mich verdonnerte man zur Berichterstattung.

Um 14,30 Uhr wurden wir dann hinein gebeten und im Treppenhaus stellte sich Herr Wilfried Seeger - Pensionär im vorgeschrittenen Alter - vor

Stolz erwähnte er, daß er dem Theater 36 Jahre angehörte und seit dem Ruhestand bereits 790 Führungen durchführte.


Bevor er uns treppauf zur Hauptbühne führte bat er uns - einem Aberglauben folgend - bitte keinen Hut oder Mütze auf dem Kopf zu lassen.

Auf der Hauptbühne mit den Maßen B 18,5 m, T 23 m und H 26 m standen wir auf der Drehbühne und Herr Seeger erklärte, daß das Theater wenig Platz und Zeit habe und daher die Proben in der Zeit von 10.00 bis 13,30 Uhr nur stattfinden können, weil danach das Bühnenbild für die Abendvorstellung aufgebaut werden muß

Um eine Zeitvorstellung zu haben, kommt jetzt im Oktober der Bühnenbildner mit seinen Plänen um für eine Aufführung im Februar 2008 alles aufzubauen.

Das nennt man Bauprobe und danach muß die technische Leitung dieses abnehmen, d.h. für OK erklären.


Die Deko besteht aus zwei Teilen, nämlich einmal auf der Drehbühne bzw. unten und aufgehängt auf Stangen = Züge genannt

Es gibt 35 Stangen (Züge), was den Schnürboden ausmacht. B 16 und H 13 m, wobei eine Stange mit bis zu 350 kg belastet werden kann. (Der Schnürboden ist bei allen Theatern der Welt gleich und ein Begriff)

Anschließend ging es an das Inspizientenpult.
Dieses ist die wichtigste Einrichtung, weil von hieraus alles per Knopfdruck pp. gesteuert wird.

So ist links und rechts je ein Monitor zu sehen und viele, viele Knöpfe und natürlich auch noch eine Rufanlage. So genügt z.B. ein Druck auf einen bestimmten Knopf und der Dirigent erhält sein Signal zum Anfangen.

Voller Stolz zeigte er uns ein dickes großes Buch, und wir sollten raten was das wohl sei. Keiner wußte es.

Dieses Buch ist ein Klavierauszug und jede Seite hat noch dazu eine leere Seite. Auf diese leere Seite werden Eintragungen vorgenommen, was zu tun ist, wenn gesungen wird.

Weiter ging es, und wir standen auf dem Orchestergraben, welcher in jede Höhe verstellbar ist. Das war jetzt mal was ganz anderes, wir schauten in die Ränge und waren sehr erstaunt, denn 910 Sitzplätze waren vor uns. Das Orchester besteht aus 60 Personen, wobei der Frauenanteil sehr groß ist.

Jeweils am Ende des 1. Ranges ist ein Monitor angebracht, auf dem während der Vorstellung der Kapellmeister zu sehen ist. Unten hinten befindet sich das Kommandofeld/Synchronanlage und ganz hinten oben die Beleuchtungs-, Betitelungs- und Tonzentrale.

Für das Einstellen der 340 Scheinwerfer ist eine Probe von 3 1/2 Tagen notwendig, wozu statt Schauspieler dann Ersatzpersonen eingesetzt werden.


Diese Einstellungen werden dann auf CD gespeichert und für die Aufführung nur noch abgerufen.

Zu erwähnen ist, daß das Theater 1974 für 7 Monate geschlossen war um einen Umbau vorzunehmen und Brandschutzmaßnahmen zu erfüllen. Früher befand sich über der Bühne ein Bassin mit Wasser, jetzt sind Rohre verlegt und drei eiserne Vorhänge.

Weiter ging es in die Werkstätten, wo alles für die Aufführungen gebastelt und gebaut wird. Das Theater stellt alles selbst her.

Im Plastiker-Raum, der seit 25 Jahren besteht, werden u.a. auch übergroße Figuren hergestellt wie z.B. Pferd, Riese, was so gebraucht wird.
Hier wurde es heiter unter den FA`lern.

Der Malsaal besteht seit dem Umbau von 1974 und hat sehr große Ausmaße. Hier werden u.a. die großen Leinwände hergestellt und anschliessend aufgerollt im schmalen Nebenraum gelagert. Für den Transport einer einzigen Rolle müssen 6 bis 7 Personen ihre Kraft einsetzen.

Von hieraus gibt es einen direkten schmalen Weg zur Bühne und auch zum Treppenhaus. Herr Seeger fragte uns, ob wir den Aufzug oder die Stufen wollen. Keiner wagte den Aufzug zu erwähnen, und so mußten wir FA`ler bereits schon fußmüde noch über 60 Stufen hoch zur Maske laufen.

Das hat sich aber gelohnt. Hier wurde es noch einmal sehr interessant. Viele hübsche Damen = Maskenbildnerinnen waren bei der Arbeit. Sie knüpften Perücken mit Echthaar aus China, was in bis zu 90 cm Länge geliefert wird. Eine Perücke braucht ca. 40 bis 50 Stunden zur Fertigstellung.

Diese Damen sind zu bewundern, sie verfügen fast über keine Freizeit, weil ihre Arbeit Montag um 8.00 Uhr beginnt und Sonntag nach der Vorstellung endet. Sie müssen halt auch bei jeder Vorstellung präsent sein. Ideal ist bei diesem Beruf, wenn sie gelernte Friseurin sind und danach sich zur Maskenbildnerin ausbilden lassen.

Der letzte Gang war dann zur Kostümabteilung - dem sog. Fundus. Auch hier war es sehr interessant. Von dem Ausmaß kann man sich gar keine Vorstellung machen, das muß man gesehen haben.

Alles ist genau geordnet nach Jahrgang wie z.B. Mode der 60iger oder 70iger Jahre und je nach Aufführung (Oper, Operette, Schauspiel) einfach toll

Hüte in jeder Größe und Form meterlang aufgehängt sowie das Schuhwerk am Boden. Die 62000 bis 64000 Teile sind in drei Stockwerken untergebracht.


Damit war die Führung zu Ende und wir mußten nun das Rätsel lösen, welches Herr Seeger uns am Anfang gestellt hatte, nämlich was war seine Tätigkeit im Theater.

Theaterbesichtigung
Besichtigung

In der Maske und im Fundus geriet er ins Schwärmen, so daß man annehmen konnte, hier des Rätsels Lösung gefunden zu haben. Ja, so war es. Herr Seeger war Gewandmeister im Theater (Leiter der Kostümabteilung) und heute als vitaler Ruheständler noch für das Theater tätig.

Wir bedankten uns und eilten schnellen Schrittes um 16,30 Uhr zum Italiener um uns zu stärken.

Es war mal wieder ein schöner Tag mit Feierabend - Gruppe Freiburg -, und wir freuen uns schon jetzt auf die nächste Aktion.

Autor: wasserpflanze

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