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Heute ist Sommeranfang, der 21. Juni 2012.

20 Feierabend-Mitglieder aus Freiburg ziehr es bei herrlichem Wetter auf den Feldberg, wo wir eine Führung durch das Haus der Natur haben werden. Wir erreichen unseren Treffpunkt Feldberg mit dem Bus, mit dem Auto, und... mit dem Rad. Es ist unsere ReBo Margit, die - ganz sportlich - den Weg von Freiburg auf den Feldberg per Mountainbike zurücklegt.

Das Naturschutzzentrum Südschwarzwald wird von einer gemeinnützigen Stiftung getragen, deren Hauptaufgaben die Pflege und Betreuung des Naturschutzgebietes Feldberg sowie die Information der vielen Feldberg-Besucher sind. Es ist eines von sieben Zentren in Baden-Württemberg.

Haus der Natur
- ein Teil ist per Bahn/Bus gekommem -
Haus der Natur
- Welche Überraschung: unsere Dilldapp arbeitet hier im Haus der Natur! -
Haus der Natur
- an der Kasse dauert es ein bisschen -
Haus der Natur
... aber das macht nichts, denn
Haus der Natur
dann kommt der sympathische Herr Knoblauch, der uns durchs "Haus der Natur" führen wird.

Herr Hubertus Knoblauch ist der stellvertretende Leiter des Naturschutzzentrums, und er zeigt uns auf unterhaltsame Weise den "Roten Faden" durch die Ausstellung. Kaum irgedwo anders sind Naturschutz und Tourismus so eng miteinander verflochten wie am Feldberg. Doch hier wird keine Käseglocke über die Natur gestülpt, sondern Naturschutz gemeinsam mit dem Menschen verwirklicht. Das Miteinander von Mensch und Natur ist das zentrale Thema der anschaulichen Dauerausstellung im Haus der Natur. Die Entstehung der Landschaft, die natürlichen Lebensräume typischer Pflanzen und Tiere werden ebenso vorgestellt wie die historische und aktuelle Nutzung der Landschaft durch den Menschen. Und das Beste ist: Durch viele interaktive Elemente werden die Besucher aller Altersgruppen angesprochen und für einen schonenden Umgang mit der Natur sensibilisiert.

Naturschutz und Tourismus müssen sich nicht widersprechen. Die Menschen am Feldberg leben vom Tourismus, der Tourismus profitiert von einer intakten Landschaft und eine intakte Landschaft beherbergt viele seltene Pflanzen und Tiere. So dient der Naturschutz einer gemeinsamen gesunden Umwelt.

Im 10. Jahrhundert begann die Besiedlung der Hochlagen des Schwarzwaldes. Vorher bedeckten ausgedehnte Wälder die rauen Gebirgslagen. Die wachsende Bevölkerung zwang zur Rodung und Besiedlung des "Urwaldes", dem Wasserlaufe folgend. Adel und Kirchen siedelten ihnen untergebene "Grundholder" an, die Abgaben leisten mussten. Dadurch wuchsen Macht, politischer Einfluss und Einkünfte der adligen und kirchlichen Herren. Maßgebliche Wegbereiter waren die Klöster, die durch die Landesherren im unerschlossenen Gebirgswald gegründet wurden. Durch die Vergabe von Lehen an Bauern, die Ansiedlung und Förderung von Waldgewerben, Bergbau, Glasbläsern sowie die Brennholzflößerei wurde der Wald immer weiter zurückgedrängt. Aus Wald wurde Weideland.

Der ursprüngliche Wald im Hochschwarzwald war ein Buchen-, Tannen-, Fichten- und Bergahorn-Wald. Nachdem der Mensch den Urwald vor 300 Jahren fast vollständig gerodet hatte, setzt sich die Fichte als wirtschaftlichere Baumart durch. Sie bedeckt heute ca. 70 % der Fläche, 30 % sind Wiese und Weide. Die dunklen eintönigen Fichtenforste sind für den Naturschutz interessant. Ziel der heutigen Forstwirtschaft jedoch und auch des Naturschutzes ist ein standortangepasster Bergmischwald mit heimischen Baumarten. In den nächsten 30 Jahren wird sich das Bild des Schwarzwaldes verändern. In der heutigen Zeit ist der Förster vom Waldhüter zum Ökosystemmanager geworden.

Haus der Natur
Netter Besuch aus Vietnam war auch dabei!

Mit 1493 m ü. NN ist der Feldberg der höchste deutsche Berg außerhalb der Alpen. Blütenreiche Hochweiden, urige Wälder, schroffe Felsen, geheimnisvolle Moore, lichte Lawinenbahnen und der klare, über 30 m tiefe Feldsee sind Lebensräume vieler seltener Tiere und Pflanzen. Einige von ihnen gelten sogar als Relikte aus der letzten Eiszeit. Aus diesem Grunde wurde der Feldberg bereits 1937 unter Naturschutz gestellt.

Haus der Natur
... dies ist ein Hochsitz, kein Baumhaus!
Haus der Natur
- die kleine Attraktion, die Eisenbahn -

Der Badische Riesenregenwurm (Lumbricus badensis) kommt weltweit ausschließlich im Gebiet zwischen Feldberg, Belchen und Wiesental oberhalb von etwa 1000 m Meereshöhe vor. Anhand eines Exemplars aus Todtmoos wurde erst 1907 festgestellt, dass es sich um eine eigenständige Art handelt. Der Riesenregenwurm ist die größte deutsche Regenwurmart. Er wird bis zu 60 cm lang und wiegt ausgewachsen zwischen 25 und 35 g - das ist so viel wie eine recht große Maus! Lumbricus badensis kann im Boden Wohnröhren bis 2,5 m Tiefe graben. Seine Nahrung sind pflanzliche Materialien, die er an der Bodenoberfläche aufnimmt und in den Untergrund zieht. So trägt er hier zur Humusbildung bei. Der Riesenregenwurm wird gern vom Fuchs gefressen, steht aber auch auf dem Speisezettel von Dachsen und wahrscheinlich Eulen.

Die Vegetation in den Gipfellagen ist sehr trittempfindlich. Um Bodenschäden zu verhindern, dürfen die Wege nicht verlassen werden. Das Auerwild ist stark gefährdet. Es benötigt in seinen Lebensräumen absolute Schonung, auch deshalb gilt das Wegegebot. Es gilt: Keiner verlässt den Weg, keiner pflückt Blumen oder Pflanzen, alle Hunde an die Leine!

Nach der Führung und nach der Mittagspause besteht für uns die Möglichkeit, alle Angebote der Ausstellung, die 3D-Schau, die fünfminütige "virtuelle Ballonfahrt" über den Naturpark Südschwarzwald, den "Talking Ranger" noch einmal für uns selbst zu erkunden. Der "Talking Ranger" ist der erste Kunst-Ranger der Welt, und er beantwortet alles, was man schon immer über Naturschutz wissen wollte, aber nie zu fragen wagte. Und die Antworten sind so ganz anders, als man es von einem deutschen Naturschützer erwartet: Kein erhobener Zeigefinger, dafür grasende Naturschützer, fliegende Kühe, starke Männer, seltene Tiere, energiegeladene Zäune - und das alles mit sehr viel Humor!

Haus der Natur
- er beantwortet die häufigsten Fragen -
Haus der Natur
- Sie unternahmen eine Ballonfahrt! -

Bei der 3D-Schau kann man in faszinierenden Stereobildern das Naturschutzgebiet Feldberg und den Naturpark Südschwarzwald in einer neuen Dimension erleben. Und die neue historische Schau bietet eine dreidimensionale Reise durch den Südschwarzwald vor 100 Jahren.

Haus der Natur
... und einen 3D Film konnte man sich auch noch ansehen!

Zum Abschluss ist noch ein Rundgang durch den Kräutergarten angesagt, oder vielleicht noch eine kleine Wanderung? Jeder nach seinem Sinn, die Gruppe wird immer kleiner.

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- Später, beim Gang durch den Garten -
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- Kuckuckslichtnelke -
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- Wollgras -
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- die Rückseite des Hauses der Natur -
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Angelika/Wibldibl und Siegfried/Simdobel sind mit Klara runter zum Feldsee gelaufen!
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- Bunte Blumenpracht am Feldsee! -
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Simdobel/Siegfried schützt die Felsen vorm Abstürzen!
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- drei Grazien vom Feldberg - Foto und Titel von Goosi! -

Das Wetter ist fast vollkommen, die Luft ist klar, ein lindes Lüftchen weht. Wir haben wieder einen schönen Tag erlebt.

Bericht: Helga (Tinsky)

Fotos: Angelika/Wiblddibl, Margit/anmargi

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