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Eigentlich interessierte mich an der Todtnaufahrt nur die Rodelbahn. Das Dauerwellenmuseum stellte ich mir langweilig vor. Aber da habe ich mich gewaltig getäuscht. Ich hätte etwas verpasst, wenn ich mich davor gedrückt hätte.

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Die Todtnauer Kirche
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Warten auf die Bus- und Bahnfahrer
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Der Narrenbrunnen, Detail
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Nesslers Geburtshaus

Es war eine kleine Ausstellung, wie in einem gemütlichen Wohnzimmer.

Frau Schneider, die ehrenamtliche Mitarbeiterin und Organisatorin, bereitete uns eine spannende Stunde. In dieser Arbeit und der Vermittlung steckte ihr Herzblut, weil sie mit Begeisterung das Leben von Karl Ludwig Nessler erzählte.

Er war Erfinder, Künstler und Abenteurer, und ein großherziger Spender, der nach dem Brand in Todtnau und der Inflation mit großen Geldsummen und 34 Zentnern Kleider und Wäsche seiner Heimatstadt geholfen hat.

Seine Erfindungen machten ihn weltberühmt. Am 2. Mai 1872 als Sohn eines Schuhmachers geboren, mit vielen Geschwistern, musste er früh eine Lehre als Barbier und Dentist beginnen. Mit der ausgestellten Zahnbohrmaschine, einem bedrohlichen Instrument, bezog er eine deftige Ohrfeige nach einer schmerzhaften Zahnextraktion. In Genf begann er dann eine Frisörlehre.

Schick muss er ausgesehen haben mit Zylinder, Frack oder Gehrock und blauer Halsschleife einer Zunftsuniform. Hier änderte er seinen Namen von Nessler in Nestlé. Er widmete sich dem Haarstudium. Später in Paris lernte er seine Frau kennen, die das Opfer seiner ersten Dauerwelle wurde mit Brandblasen und versengten Haaren.

Vorher konnte man nur mit einer Brennschere die Haare ondulieren. Diese Wellen hielten jedoch nicht lange. Frau Schneider demonstrierte uns die von ihm erfundene Technik.

Die Locken wurden gebacken. Mit erfundener Tinktur, Pappe und Filzscheiben zum Schutz der Kopfhaut und erhitzten Metallröhrchen wurde jede Strähne eingepackt. 10 Minuten pro Wickler, 12 Wickler in der Stunde. Eine lange Prozedur. Es ging auch manches schief. Eine Schweizerin verklagte ihn.

1906, das Jahr der ersten Dauerwelle, Einladungen von Kollegen, Erfindung der künstlichen Wimpern und Augenbrauen. Damit verdiente er viel Geld.

In London wollte er nicht Brite werden. Sein Haus wurde konfisziert und er interniert, er hatte alles verloren.

In New York hat er mit 500 Angestellten neu begonnen. Ein ganzes Stadtviertel war sein Eigentum. Seinen Heimatangestellten bezahlte er die Überfahrt (heute gibt es noch die Nobeladresse in der South Moton Street).

Eine weitere Entwicklung war ein Heimapparat für 15 Dollar.
Als Folge der Weltwirtschaftskrise hat er wieder alles verloren. Im 2. Weltkrieg musste er seinen Betrieb schließen (auch sein Gerät Cha Ness hatte keinen Erfolg mehr).

1951 starb er krank und einsam in New Jersey. Heute werden seine Erfindungen und Taten in Todtnau geehrt.

Frau Schneider brachte die Leistungen so eindrucksvoll nahe, dass alle 22 Teilnehmer restlos begeistert waren. Sie hat unser Interesse gespürt: herzlichen Dank an sie.

Zwei winzige Ausstellungen über Bürstenbinder(ehemalige Angestellte von Nestlé) und die kleine Todtnauerbahn mit dem verstellbaren Rückenlehnsitz, der Schaffnermütze und dem kleinen Schienenstück waren ein weiteres Thema. Bei den Bürstenbinderutensilien, der Schneidemaschine sagte eine Teilnehmerin: "damit wurden wohl die Zöpfe geschnitten"! (Das erinnerte mich an die Opferung meiner dicken Zöpfe, die ich mal vor langer Zeit aufgesteckt trug wie Julia Timoschenko!!).

Auf kleinem Raum viel Information, die spannend dargestellt wurde. Nicht zu vergessen die köstliche Arbeit von Hundertwasser.

Vier Mutige haben dann auch noch, nach stundenlangem Warten die spektakulärste Rodelbahn Deutschlands bewältigt.
Ein erlebnisreicher Tag im Schwarzwald bei schönstem Wetter und guter Sicht.

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kathrin60 vergnügte sich lieber mit einem Eis

Das Mittagessen nahmen wir alle im Restaurant „Bella Italia“ ein.

Diese fröhlichen 4 Damen warteten auf uns:

Fotos: anmargi

Autor: quinnyrose

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