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Das war ein „Baden-Baden-Tag“ am 14. März! Frisches, aber schon warmes, sonniges Wetter regte die Stimmung an, genau wie die bunten Farbtupfer der blühenden Büsche. Und wo es eigentlich noch nicht blühen würde, haben die Baden-Badener mit bunten Primeln nachgeholfen. Wegen der Ausstellungen „JR“ und „Kindheit“ unternahmen wir diese Fahrt, aber auch ohne diese Ausstellungen wäre sie es wert gewesen.

Neun waren wir, alle sind gerne gekommen. Die Bahnfahrt verging mit schönen Gesprächen wie im Flug, die Anschlusszüge wurden ohne Probleme erreicht.

Fast das ganze Haus des Frieder Burda Museums war dem französischen Urban-Art-Star JR (just ridicule) gewidmet (seinen Namen gibt er nicht preis). Freundlich soll er sein, Anfang 30; vor 10 Jahren wurde er noch von der Polizei gejagt! Als Sprayer begann er in Paris, später ließ er s/w Fotos von randalierenden Ausgegrenzten 100-fach vergrößern und plakatierte sie an die Hauswände der Nobelviertel. JR sucht die Konfrontation um Grenzen zu überwinden. „Anonymer Versöhner“ wird er genannt. Jetzt begleiten ihn Mitarbeiter, die seine Kunst in vielen Städten der Welt verbreiten.

Mit seinem Projekt „unframed Baden-Baden“ bat er Einwohner des grenznahen Städtchens um Privatfotos von persönlichen Momenten der Deutsch-Französischen Aussöhnung nach dem 2. Weltkrieg (frei nach einem Artikel der Badischen Zeitung).

1983 in Paris geboren
2001 JR beginnt seine Karriere als Sprayer. Er findet in der U-Bahn einen Fotoapparat und beginnt seine Streifzüge über Dächer und in Tunneln von Paris zu dokumentieren. Er begleitet Street-Art Künstler, macht Portraits von ihnen und bringt diese als erste Portrait-Serie im Pariser Stadtraum an.

2004 – 2006 realisiert das Projekt „Portraits of a Generation“ über Jugendliche der Pariser Banlieues. Nachdem die ersten Portraits in den Nobelvierteln eilig von der Pariser Stadtreinigung beseitigt werden legalisierte die Stadtverwaltung schon bald das Projekt und schlägt JR vor, öffentliche Flächen in der Nähe des Rathauses zu bespielen.

2007 Projekt „Face2Face“ in Israel und im Westjordanland. JR portraitiert Israelis und Palästinenser mit gleichen Berufen und klebt die großformatigen Portraits auf Hauswände von 8 Städten dies- und jenseits der Trennungsmauer, sogar auf den Grenzanlagen selbst. JR veröffentlicht hier ohne Erlaubnis weltweit die größte Ausstellung urbaner Kunst.

2008 Ausstellung „Women are Heroes“ in der Favela Morro da Providencia, Brasilien. Portraitiert Frauen, die meist Opfer von Drogenkriminalität und Gewalt sind und bringt Fotos auf Hütten des Viertels an. Führt das Projekt in Kenia, Liberia, Sierra Leone, Indien und Kambodscha weiter.

Projekt „Wrinkles oft he City“ in Cartagena, Shanghai, Los Angeles, Havanna und Berlin. JR rückt die ältere Generation in den Mittelpunkt des Projektes. Ihre Portraits stehen für die Wandlungen der Städte im 20. Jahrhundert.

2010 Der Film „Women are Heroes“ wird im Wettbewerb um die Goldene Kamera in Cannes präsentiert. 2012 läuft er in französischen Kinos.
JR initiiert „Pervasive Art“, ein Projekt, das Menschen direkt am künstlerischen Prozess teilhaben lässt und das sich auf Gebäuden in den Pariser Banlieues, auf Mauern im Mittleren Osten, auf zerstörten Brücken in Afrika oder in brasilianischen Favelas verbreitet.

2011 Auszeichnung mit dem TED Preis, der es ihm ermöglicht „einen Wunsch zu äußern, der die Welt verändern könnte“. Mit dem Preisgeld realisiert er das partizipative Projekt „Inside Out“, an dem Menschen auf der ganzen Welt teilnehmen können, in dem sie mit ihrem Portrait für eine eigene Sache einstehen können.

Auszeichnung der UNESCO mit dem Preis junger Künstler für seinen Beitrag zum interkulturellen Dialog zwischen der Arabischen und der Westlichen Welt.

Seit 2012 arbeitet er weltweit an den Projekten „The Wrinkles of a City“ in Havanna, Berlin, „Unframed“ Marseille/Kulturhauptstadt 2013, Baden-Baden „Inside-Out“.

Vier von uns ließen es sich nicht nehmen, mit viel Spaß ein Riesenfoto auch von sich ausdrucken zu lassen.

Beeindruckt von dem Mut dieses jungen Mannes und dieser ganz besonderen Ausstellung machten sich einige auf den Weg zur Ausstellung „Kindheit, eine Erfindung des 19. Jahrhunderts“ im übernächsten Gebäude LA8.

Kinder gab es nicht schon immer, 9 oder 11-jährige wurden als zu kleine Erwachsene gesehen, nicht als Menschen in ihrer dem Alter entsprechenden Lebensphase. Vorher sah man sie als Engelchen, antikische Luftgeister. Auf den Gemälden kann man die unterschiedlichsten Gesichtsausdrücke wahrnehmen, neugierig, verzagt, munter oder versonnen, auch die Nähe zu den Eltern kann man erkennen. Allerdings bildet sich die Familie, wie wir sie heute kennen erst im frühen 19. Jahrhundert aus. Der Schulbesuch bewirkte eine große Änderung, auch wenn nicht sofort alle Kinder schulpflichtig waren. Zu viele mussten noch industrielle und landwirtschaftliche Kinderarbeit leisten.

„Wo Kinder sind, da ist goldenes Zeitalter“ (Novalis)


„Kindheit“, die den Menschen erst im 19. Jahrhundert bewusst wurde, brachte auch viele technische Neuerungen wie z.B. Spielzeug, Schulbedarf, Einrichtung von Schulen etc.. Kindheit wurde nun als Zukunft gesehen, als dauernde Erneuerung der modernen Gesellschaft aus sich selbst heraus (z.T. entnommen aus dem Ausstellungsprospekt).
„Schulet Kinder durch Schule“ Jean Paul (1763-1825)


Wer gut zu Fuß war, machte sich dann auf durch die ganze Stadt, um die an verschiedenen Stellen angebrachten riesigen Fotos von JR zu finden. Nicht ganz einfach, aber schön die Feststellung an Orte, in Winkel und Gegenden zu kommen, die wir normalerweise nicht aufgesucht hätten.

Ich habe im Frieder Burda Museum angerufen – es ist erlaubt, die Fotos der Ausstellung JR im Internet zu veröffentlichen. Das gilt nicht für die Gemälde aus der Ausstellung „Kindheit“.

Wir ließen es uns zwischendurch so richtig gut sein in den verschiedenen Cafés und in der Sonne!

Wieder mal haben wir miteinander einen wunderschönen FA-Tag verbracht, an dem es an nichts fehlte, alles hatte geklappt wie am Schnürchen!

Fotos: anmargi


Autor: Anmargi

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