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K&U Neuenburg
... bevor wir den recht langen Weg antreten konnten, musste erst mal die Bahn durchgelassen werden.

Eigentlich hatten wir ja schon am 10. März eine Verabredung zur Besichtigung der K+U Bäckerei. Aber durch den Streik der Lokführer und weil es daraus resultierend keine Zugverbindung nach Neuenburg gab, wurde der Termin kurzfristig abgesagt.

Wie gut, dass Margit nicht aufgegeben hat und unsere Gruppe erneut angemeldet hat. Danke, Margit, denn sonst hätten wir wirklich eine interessante Besichtigung verpasst.

Am 05. Mai war es also soweit. Eine Gruppe von 15 FA'lern traf kurz nach 10.00 Uhr leicht verspätet vor dem Betriebsgebäude K+U ein. Wir wurden in einen Konferenzraum geleitet. Kaffee und ein Imbiss waren schon aufgetischt. Da wir aber etwas knapp mit der Zeit waren, war nur Gelegenheit für ein schnelles Tässchen Kaffee, während Frau Weyherter sich vorstellte und uns über den geplanten Ablauf der Führung informierte. Frau Weyherter ist ausgebildete Konditormeisterin. Seit ca. einem Jahr ist sie für die Betriebsführungen der Besuchergruppen zuständig.

K&U Neuenburg
Ankunft bei K&U, beim Hausverkauf.
K&U Neuenburg
Die nette und kompetente Frau Weyherdter hat uns in Empfang genommen.
K&U Neuenburg
... und es gab die rote Kopfbedeckung und einen Kittel vor dem Rundgang.

Die Hygienevorschriften verlangen, dass in den Backräumen von den Besuchern Schutzkleidung getragen wird. Wir bekamen deshalb jeder ein weisses Vliesmäntelchen und ein rotes Gazehäubchen, dazu ein Audio-Guide-Gerät. Frau Weyherter konnte also ihre Erklärungen in normaler Lautstärke in ihr Mikrophon sprechen, und über unser Headset konnten wir sie gut verstehen (wie wir es bei Führungen im Museum schon erlebt haben).

Die K+U Grossbäckerei ist einer der grössten Neuenburger Betriebe (12.000 qm Produktionsfläche, über 200 Mitarbeiter). Hier werden Backwaren für den gesamten südwestlichen Raum hergestellt. Der Umsatz ist über 200 Millionen Euro im Jahr; über 4.700 MitarbeiterInnen; 4 Backbetriebe in: Neuenburg, Reutlingen, Mannheim und Hilzingen/Bodensee. Über 700 Filialen im Südwesten Deutschlands. Die K+U Bäckerei ist eine 100-prozentige Konzerntochter der EDEKA Südwest.

Brot ist für K+U mehr als nur ein Grundnahrungsmittel; 48 verschiedene Brotsorten werden bei K+U gebacken. Die Kundschaft bevorzugt ein sattes, saftiges Brot, aber nicht nur aufs Sattwerden kommt es an, sondern vor allem auf beste Qualität und feinsten Geschmack sowie auf handwerklich beste Verarbeitung. Das weiss man bei K+U, und da das Prinzip Geschmack bei den Zutaten beginnt, kommen bei den Rohstoffen hochwertige Produkte, hauptsächlich aus der Region, zum Einsatz, die nach strengen Kriterien gekauft werden. Auf Konservierungsstoffe wird verzichtet, da jeden Tag frisch gebacken wird und die Filialen täglich frische Ware erhalten. Die Filialleitung gibt nachmittags die Bestellung für den Folgetag auf.

Die Führung durch die Produktion zeigt die einzelnen Etappen verschiedener Brotherstellungen von der Teigmischung bis zum fertigen Produkt.

Frau Weyherter zeigte die einzelnen Produktionsabteilungen sehr ausführlich. Sicher kann ich nicht alles erzählen, was wir gesehen haben, deshalb einzelne "Highlights"; die Reihenfolge kann etwas durcheinander sein:

In der KONDITOREI waren gerade die Quark- und Nußstriezel an der Reihe. In 10 Backöfen, die mit 20 Blechen pro Ofen bestückt waren, wurden sie gebacken. Mit einem Computer an jedem Backofen wird der Backvorgang kontrolliert. Da kann nichts schiefgehen.

Die Linzertorte wird das ganze Jahr hindurch gern gekauft. Bei den Obstkuchen richtet sich die Sorte Obst nach der Erntezeit; jetzt ist Saison für Erdbeerschnitten. 600 Erdbeerschnitten täglich; 1 t Erdbeeren wird in der Saison verbraucht. Die Backformen für die Erdbeerschnitten sind nicht rund, sondern viereckig/länglich. Die fertigen Kuchen werden mit einem Ultraschallgerät geschnitten, sie sind deshalb Stück für Stück gleich groß, und es fallen keine Randstücke an.

Wir kamen gerade hinzu, als bei den Schwarzwälder Kirschschnitten die Kuchenböden mit Kirschwasser getränkt wurden. Da haben einige FA'ler doch die Hand unter die Flasche gehalten, um etwas vom Kirschwasser auf die Handfläche zu bekomme! Hmm, und die wurde dann abgeschleckt.


Bei der "Berliner" Backstrasse notierte ich mir, dass für Rosenmontag 120.000 Stück (!) Berliner Ballen hergestellt wurden.

Die Herstellung der Blätterteigschnitten konnten wir in voller Länge von Anfang bis Ende bewundern, denn der Teig wurde auf einem Förderband weitergeleitet. Beim Blätterteig werden 144 mal die Teig- und Fettschichten immer wieder umgewälzt. Macht denn nun die Maschine die ganze Arbeit? Nein, so ist es nicht ganz. Es ist wichtig, dass nicht nur alle Arbeitsgänge immer vom Konditor überwacht werden, Fachwissen ist gefragt, viel Handarbeit, nicht umsonst sind hier ausgebildete Konditoren am Werk. Wir sahen z.B., wie der Behälter mit der Obstfüllung plötzlich überzulaufen drohte, weil er zu voll war. Hei, da war aber schnell der Konditor zur Stelle und hat den Stau behoben.

Durch die vielen unterschiedlichen Produkte, die hergestellt werden, bleibt die Arbeit abwechslungsreich.

Frau Weyherter wies uns auch auf die Absauganlagen hin: da alles Mehl über Rohre transportiert wird, ist kein Mehlstaub in der Luft, der die Atmung der Mitarbeiter beeinträchtigen könnte. Auf Nachhaltigkeit legt K+U grossen Wert. Im Backbetrieb wird die Abwärme der Öfen für die Erwärmung von Wasser und Raumheizung genutzt.

Nicht umsonst ist K+U Bioland-Partner. Sie legen Wert auf Rohstoffe und daher ist das Bioland-Qualitätssiegel für Lebensmittel aus ökologischem Anbau ein wichtiges Auswahl-Kriterium für ihre Zutaten. Ein Beispiel ist das Wasser. Es wird vor dem Backen in einem speziellen Verfahren (es fliesst über Edelsteine) verwirbelt und entspannt und zu sogenanntem Elisa-Waser veredelt. Das ist besonders bekömmlich und hat nahezu Quellwasserqualität. Der Teig lässt sich besser verarbeiten und die Inhaltsstoffe des Getreides werden besser erschlossen.

Im angeschlossenen Backshop ist als Blickfang eine kleinere solche Anlage für Elisa-Waser aufgestellt. Dort kann der Kunde das Wasser testen. Ich habe ein Gläschen davon getrunken und fand es richtig gut.

Die berühmten K+U Brötchen darf ich nicht vergessen! Vom Teigkneten bis zum Modell des Brötchen konnten wir die Herstellung sehen. Die Rohlinge werden schockgefrostet und bei +1°C im Froster aufbewahrt, allerdings nicht länger als 6 Tage. Die Brötchen werden in der Filiale gebacken und damit ofenfrisch an den Kunden verkauft.

Zum Schluss zeigte uns Frau Weyherter im Konferenzraum noch eine Präsentation. die unsere durch die Führung gewonnenen Eindrücke verfestigte. Ganz wichtig aber auch waren die Informationen über die Ausbildung junger Menschen, die K+U sehr wichtig ist. Ihr Ausbildungssytem wurde beim renommierten "AusbildungsAss" preisgekrönt und letztes Jahr wurde K+U zum Ausbilder des Jahres 2009 gewählt. Die Azubi's werden engmaschig betreut, sie haben sogar eine eigene Klasse in der Berufsschule.

Nachdem wir uns dann noch ganz entspannt über die Präsentation unterhalten und Kaffee und Kuchen verzehrt hatten, erhielten wir von Frau Weyherter noch einen Gutschein für den nächsten Einkauf bei K+U. Diesen Einkauf tätigte ich am Samstag in der Filiale K+U in unserer Strasse. Hinter der Theke tauchte ein junger Mann auf im grün-weiss quergestreiften T-Shirt (die K+U Farben) mit dem Emblem "Ausbilder des Jahres 2009" in Brustmitte aufgenäht. Er bemerkte, dass ich überrascht das Emblem betrachtete und meinte ganz stolz: "Diese Auszeichnung hat K+U gewonnen". Ich erzählte von der Besichtigung des Betriebes in Neuenburg und konnte richtig merken, dass sich der junge Azubi mit seiner Arbeit und seiner Ausbildung identifiziert. Demnach spricht vieles dafür, dass er seinen Beruf später gern ausüben wird. Und das ist doch etwas!

Bericht: Helga/Tinsky

Es sollten möglichst wenig Fotos aufgenommen werden, deshalb sind hier weniger zu sehen, als wir gerne gezeigt hätten.

Fotos: Christa/Libana, Margit/anmargi

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