Neu hier? Werde gleich Mitglied! Lies hier über die Vorteile.
Mitglied werden einloggen




Passwort vergessen?

Bequem mit Facebook einloggen:

facebook login

Für Gestaltung und Inhalt dieser Regionalseiten sind ausschließlich die jeweiligen Regionalbotschafter verantwortlich. Die von den Regionalbotschaftern eingegebenen und heraufgeladenen Inhalte unterliegen grundsätzlich weder einer Kontrolle durch Feierabend, noch nimmt Feierabend hierauf Einfluss. Hiervon ausgenommen sind werbliche Einblendungen und Beiträge die von Feierabend direkt eingestellt wurden und als solche gekennzeichnet sind.

Bericht über den Ausflug nach Riehen zu der Courbet-Ausstellung am 02.12.14

„Mir san mit’m Radl do“! Könnte man meinen, wenn man unsere Gruppe vor den vielen Drahteseln betrachtet.

Aber nein -, Gretl hatte eine wunderbare Zugverbindung gefunden. Mir war es völlig neu, dass es einen direkten Anschluss nach Riehen gibt. Bis jetzt bin ich immer durch die endlos lange Halle zur Straßenbahn gehetzt. Jetzt konnten wir bei der Rückfahrt sogar auf demselben Bahnsteig die sofortige Weiterfahrt erleben. Wieder etwas gelernt! Das ist das Schöne, dass ich mich in der Gruppe auf die anderen verlassen kann und einfach so mittrottele.

Richtiges Museumswetter – nass und kalt. Anneliese und ich waren die einzigen, die sich Stühlchen und Audioguide gönnten. So rutschten wir von Bild zu Bild. Die anderen waren aber alle fleißig und studierten die erklärenden Bildbeschreibungen im Führer.

Gustave Courbet wurde am 10. Juni 1819 irgendwo bei Ornans geboren. Die Gerüchte reichen sogar zu der Behauptung „Unter einem Baum“.

Damit begann das Leben eines eigenwilligen, selbstbewussten Menschen. Er begründete seine Existenz als „L’homme libre“ Dieser Eindruck wird im ersten Raum in dem Bild „Die Begegnung“ bestätigt. Vor Selbstherrlichkeit strotzend inszeniert er sich. Die Auseinandersetzung mit sich selbst dokumentiert er in vielen Selbstportraits, wobei oft das Gesicht beleuchtet und erkennbar ist, während der Hintergrund nur Schwärze zeigt. Ur bei dem Selbstbildnis in Form einer Pfeife ist es nicht der Fall. Ich konnte damit nicht viel anfangen. Es gibt andere Bilder von ihm selbst, in denen er Angst, Verletzung, Melancholie, Wahnsinn und Selbstbewusstsein darstellt.

Die Ausstellung ist nicht chronologisch sondern nach Motiven geordnet. Da gibt es einen Raum mit Landschaften, der nackten Frauen, Schnee, Meer und Saal 7 mit dem Bild „Der Ursprung der Welt.“

Warum habe ich von der Fachkraft mit dem Schildchen „Ask me“ nichts gewusst?
Hätte ich den Mut gehabt über dieses „Skandalbild“ zu diskutieren?
Hatte das Motiv von Höhlen, Grotten und Schlünden etwas mit dem „unverhüllten Schoß“ zu tun?
Mit dem Titel des Bildes wohl denkbar.
Einst als der „Gipfel der Verruchtheit“ angesehen, wird es erst seit 1995 öffentlich in Paris gezeigt und in Basel zum ersten Mal im Ausland.

Die Lust zur Provokation ist auch in dem Bild „Die Frau mit den weißen Strümpfen“ zu sehen. Auch die nackten Frauen sind sehr sinnlich, aber wunderschön mit ihrer weißen Alabasterhaut.
Die Meeresbilder bedrohten mich etwas, aber andere fanden sie beeindruckend. Jemand der selbst malt (Anneliese) sagte, wie schwer es ist, diese ständige Bewegung festzuhalten. Der Danziger hatte natürlich einen besonderen Bezug zum Wasser.

Weitere Stimmen aus der Gruppe: „
„Mir hat der Strauß mit den Astern am besten gefallen“ –
„Mir war es zu düster und teilweise unheimlich“ –
„Die Bilder von Cezanne, Monet und Gauguin sind es, die mich ansprechen“ -(Dauerausstellung)
„Das große Landschaftsbild war schön“ –
„Die wunderbare Darstellung der Haut“ –
„Das Frühlingsblumenbild, sie sind nicht in einer Vase angeordnet, sondern liegen wie ein Berg übereinander“ –

Bei allen war aber doch sicher das Erlebnis die Werke eines großen Malers zu sehen sehr beeindruckend.

Mit Pinsel und Spachtel erzeugte er neue Bildeffekte, die Farben scheinen teilweise wirklich zu vibrieren. Feinheiten bei der rothaarigen Badenden ließen mich lange davor verweilen.

Wir können unser Wissen über Courbet dank Wikipedia noch vertiefen. Der Maler mit dem eigenen Pavillon „neuer Realismus“ war geachtet und angefeindet. Courbet benahm sich aufrührerisch und wurde schließlich wegen der Zerstörung der Vendôme-Säule mit hoher Geldstrafe und Gefängnis bestraft. Die letzten Jahre verbrachte er im Exil am Genfer See und starb 1877.

Mit dem letzten Bild in der Ausstellung scheint er die Besucher zu verabschieden, - winkend, allein auf dem Felsen in Caspar David Friedrich Manier.

Es war ein wunderbares Erlebnis!

Eine kleine Gruppe besuchte anschließend noch die Gedenkstätte für Flüchtlinge zur Zeit des 2. Weltkrieges in der Inzlingerstrasse 44 in Riehen und war davon tief beeindruckt.
(http://www.gedenkstaetteriehen.ch)

Die nachfolgenden Fotos, geben einen kleinen Einblick von dieser Gedenkstätte.

Fotos: Trudel

Autor: quinnyrose

Artikel Teilen

Per Mail versenden


Artikel bewerten
4 Sterne (17 Bewertungen)

Nutze die Sterne, um eine Bewertung abzugeben:


Artikel kommentieren