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»Zürcher Impressionen.«

Freiburg: 7:30 Uhr, Busbahnhof 10°C Regen.
Zürich: 10:15 Uhr, Busbahnhof 12°C Regen.

Dazwischen lag eine ereignislose Reise auf der uns die knatternden Fahnen vor dem Konzerthaus verabschiedeten. Durchs Ried, es zeigte sich melancholisch, hin und wieder grüßte das schüchterne Gelb einer einsamen Kornellkirsche, Weißdorn versteckte seine Blüten, und die Märzenbecher vergruben sich mit verdrießlichen Gesichtern im Unterholz.
Nur der Bus zeigte sich in schön lackiertem Maigrün.

Das einschläfernde Geräusch das der Bus erzeugte betäubte meine schlechte Stimmung. Und überhaupt: Die Reisegesellschaft war trotz des unaufhörlich gegen den Bus klatschenden Regens bester Stimmung.

Warum auch nicht?

Zürich
- Wir fahren mit meinfernbus.de, eine feine Sache! -

- Peter/ReRe und Trudel habe die Fahrt nach Zürich mit Stadtführung, Aussuchen der Sehenswürdigkeiten und des Restaurants perfekt vorbereitet -

Zürich
- Trudel verteilt Stadtpläne an alle -

Zürich, die Stadt der Superlative.

Es ist schlichtweg nicht möglich, die Stadtgeschichte Zürichs von ihrem Anfang bis in die Gegenwart in einen Reisebericht hineinzupacken, der den Verlauf eines Tagesbesuchs schildern soll. Also lasse ich die Geschicke der Stadt im Dunkel der vergangenen Zeit liegen und betrachte die Stadt Zürich von heute.

Zürich ist nicht nur die größte Stadt der Schweiz, sie ist auch das wichtigste wissenschaftliche und gesellschaftliche Zentrum der Schweiz.
In der Metropolregion leben 1.83 Mio. Bürger. Im Zentrum allerdings nur 394.000 Einwohner. Zürich besitzt den größten Bahnhof der Schweiz und den größten Flughafen. Und ganz selbstverständlich ist Zürich auch der größte Bankenplatz der Schweiz.

Zürich liegt inmitten einer nahezu idealen Landschaft.

Die Berge die sich hinter den südlichen Ufern des Sees erheben, Etzel, Flubrig und Aubrig und die Kette der Glarner Alpen dahinter, vom Glärnisch über den Drusberg und dem Clariden bis hin zum weißen Dreieck des Titlis, vergruben ihre Gipfel hinter einem dichten Grauschleier der über dem See lag.

Erst am Mittag schimmerten einige Gipfel, hervorgelockt durch eine zögerliche Sonne, in makellosem Weiß.

Und dann der See, ein Binnenmeer, welches sich mit seinen endlosen Ufern nach beiden Seiten, im verschwimmenden Licht verliert.
Zürich gilt als eine Stadt mit höchster Lebensqualität, allerdings gepaart mit den höchsten Lebenshaltungskosten der Welt! Zürich übertrifft damit noch Tokio und Genf. Den ersten Platz beim „ Wohlfühlfaktor“ verlor Zürich aber inzwischen an die Metropole Wien.

Zürich
- der Schutzengel von Niki de Saint Phalle -

Zürich Hauptbahnhof.

Nachdem wir schon wissen, dass Zürich HB der größte Bahnhof der Schweiz ist, darf noch hinzugefügt werden, das pro Tag fast 3.000 Zugfahrten erfolgen, mit 400.000 Fahrgästen!

In der riesigen Halle angekommen, versammelten wir uns zum Beginn der Exkursion durch Zürich. Einziger Schmuck der Halle ist ein Schutzengel von Niki de Saint Phalle. Die pralle Dame breitet ihre vergoldeten Flügel schützend über die Fahrgäste aus, insbesondere über jene die an Agoraphobie leiden. In der Neorenaissance-Halle gibt es kein einziges Werbeplakat, keinen einzigen Bildschirm, keinerlei Reklame gleich welcher Couleur. Erst nachdem man das realisiert hat, begreift man das mystische Halbdunkel das die Halle wie eine Aura umgibt.

Bummel durch die Bahnhofsstraße.

Alfred Escher, der “Eisenbahnkönig“ der Schweiz steht mit respektheischendem Blick vor dem Bahnhof, als Denkmal erinnert es an den Erbauer des St. Gotthardtunnels.

Die Bahnhofsstraße, zur Fußgängerzone erklärt, ist eine der teuersten Shoppingstraßen der Welt! Da war es doch kein Wunder, dass wir nur "Windowshopping" machten, welches früher Schaufensterbummel hieß. Aber einen Besuch im Hauptsitz der USB-Bank ließen wir uns nicht entgehen.

Die Empfangshalle ist vom Stil her dem Historismus zuzuordnen. Marmor, Stuck, Blattgold und Bronze bestimmen den Eindruck von Noblesse und Gediegenheit. Hier sitzt man nicht auf Stühlen sondern in Fauteuils mit schwarzem, weichem Leder bezogen.

Zürich
- der Trinkwasserbrunnen aus Frankreich -
Zürich
- Bistros - leergefegt! -
Zürich
- hier hätte sich manch einer gerne was gekauft - leider alles viel zu teuer! -
Zürich
- Blick auf die Limmatt -
Zürich
- Windowshopping -
Zürich
- Ideen muss man haben! -
Zürich
- Hauswanddekoration -

Paradeplatz.

Der Paradeplatz ist das Filetstück der Bahnhofsstraße. Im 18.Jh. fand hier der Viehmarkt statt. Seit die Schweizer Großbanken hier residieren, hat sich der Platz als größter Geldumschlagsplatz einen Namen gemacht. Hier befinden sich auch die großen Warenhäuser der Schweiz. Und der Platz bündelt auch den Tramverkehr. Nun besuchten wir noch die Augustinergasse, sie ist eine der schönsten historischen Gassen Zürichs. Schön verzierte Erker schmücken die Häuser. Sie sind versetzt gegenüber den Hauseingängen angebracht und bieten so Ausblick auf ankommende Gäste. Die Augustinergasse verbindet die geschäftige Bahnhofsstraße mit der „Oase“ St. Peterhofstatt in der pittoresken Altstadt.

Lindenhof.

Auf dem Weg zum Lindenhof streiften wir die Pestalozzi-Anlage, dem großen Schweizer Pädagogen gewidmet. Schauerliches Detail, der Platz war früher Hinrichtungsstätte. Bevor man den Lindenhof betreten kann, ist erstmal Treppensteigen angesagt, denn der Hof ist der höchste Punkt der linksufrigen Seite der Limmat. Also stiegen und stiegen wir unter unseren Regenschirmen und es schien als wolle es kein Ende nehmen. Dafür wird man aber mehr als entlohnt, mit einer fulminanten Aussicht auf das rechte Ufer der Limmat, der Altstadt, des Großmünsters, der Universität. Nach und nach hörte der Regen auf.

Bis das erste helle Licht über der Stadt zwischen den Gassen hindurchfloss, zeigte sich die Sonne hinter einem zartgrünen Schleier von Nebel über der Limmat, den sie später wegwischte. Der Lindenhof war zur Römerzeit Zollstation. Im 9.Jh. wurde Karl d. Großen eine Pfalz erbaut. 1798 wurde auf dem Lindenhof der Eid auf die helvetische Verfassung geschworen. In der Gegenwart bietet sich der Lindenhof zur Rast und zum verweilenden Nichtstun an.

Zürich
- der schönste Ausblick auf Zürich -

Fraumünster.

Die Kirche mit einem Frauenkloster wurde 853 von König Ludwig dem Deutschen gestiftet und von Frauen des europäischen Hochadels bewohnt. Das Kloster genoss die Gunst von Königen, so hatte die Äbtissin das Münzrecht von Zürich bis ins 13.Jh. inne. Nach der Reformation kamen Kirche und Kloster in den Besitz von Zürich. Bedeutende Bauteile der Pfeilerbasilika sind der romanische Chor und das Querschiff. Das Langhaus wurde 1911 umgebaut, nachdem schon im 18.Jh. der Nordturm erhöht und der Südturm abgetragen wurde. Fraumünster birgt die größte Orgel des Kantons Zürich.

Erlesenster Schmuck der Kirche sind seine Fenster. Die Nordfenster im Querschiff stammen von Augusto Giacometti. Der fünfteilige Fensterzyklus im Chor und die Rosette im südlichen Querschiff sind Arbeiten von Marc Chagall. Im Chor dichtgedrängt, die Besucher. Angemessene Stille, Andacht. Die Leuchtkraft der Fenster lässt die Betrachter die Inspiration Chagalls fühlen. Die Viertelstunde in diesem wunderbar dekorierten, sakralen Raum erzeugt tiefe Gemütsbewegungen.

(Hier durfte leider nicht fotografiert werden.)

Zürich
- das größte Zifferblatt Europas! -
Zürich
- Ausstellung der Gebrüder Grimm - wir dachten an unsere Musy -
Zürich
- eindeutig, in welchem Land wir uns befinden -
Zürich
- ein origineller Name! -
Zürich
- klangvolle Markennamen! -
Zürich
- wir kommen beim See an und schon traut sich die Sonne etwas hervor! -

Spaziergang am See, zum Opernhaus.

Über dem See klarte es auf, die Sonne eroberte sich ihren Platz über dem See zurück. Nach dem Spaziergang auf der Seepromenade streiften wir das Weichbild der Oper, konnten aber nur von Ferne den Prachtbau des Historismus bewundern weil eine Baustelle Paroli bot. Die Fassade zeigt eine zweistöckige Vorhalle, die auch von Palladio stammen könnte. 12 Säulen tragen den Entwurf der Wiener Architekten Fellner & Hellmer. Ein richtiger Treppenwitz ist die Tatsache, dass die Pläne eigentlich für Krakau bestimmt waren, dann aber in Zürich zuerst verbaut wurden.

Zürich
- heitere Gespräche nach dem Essen -

Kunsthaus Zürich.

Nachdem sich das Gros der FAler zum 15:00 Uhr Bus nach Freiburg verabschiedet hatte, gesellte ich mich zu einer Gruppe von vier kunstsinnigen Teilnehmern, die nun ins Kunsthaus zur Chagallausstellung wollten.

Zunächst ging es aber ziemlich steil über Treppen nach oben um an das Kunsthaus zu gelangen. Das Kunsthaus zeigt sich in einer wahrlich puristischen Architektur. Ärgerlich war auch die Tatsache dass der Museumspass hier nicht galt, dabei haben den doch die Schweizer erfunden. „Wer hat’s erfunden?“

Statt einer Kritik an der Ausstellung erzähle ich Euch einen jüdischen Witz:

Chagall fragt: „Nu, Moischele hats dir gfalln?“
Moischele: „Nu, mer lacht!“

Café GRANDE

Im Abstieg durch die rechtsufrige Altstadt streiften wir Stüssihofstatt, Hirschenplatz, Rosengasse und andere schmale Gassen. Auffallend war die dichte Folge von Kneipen aller Couleur.

Und schon saßen sie wieder draußen an der frischen Luft mit ihren Zigaretten und ihren grimmigen Existentialistengesichtern.
Und starrten in die Gläser, oder in den Himmel, der sich inzwischen wieder zugezogen hatte.

Wir okkupierten linksufrig der Limmat noch das Café GRANDE, ein kleiner Kaffeetempel mit einem sehr leckeren Cappuccino.

Es regnete inzwischen wieder.

Jetzt wurde es Zeit für den 19:00 Bus, der mit kleiner Verspätung sich auf den Weg machte. Mehr Fahrgäste als morgens.

Und noch etwas: In Freiburg, der „sonnenreichsten Großstadt Deutschlands“ regnete es noch immer!

Trudel und Peter stellten diese ereignisreiche Exkursion zusammen, und führten uns mit Empathie durch Zürich. Dafür von der Gruppe herzlichen Dank und bald mal wieder eine Städtetour.

Danke auch an die Teilnehmer.

Zürich
- Trudel und Peter/ReRe, unsere beiden Organisatoren! -
Zürich
- Pitt, der Berichtschreiber -

©Helmut Büchler / Pitt 70

Quellen:
Zürich Tourismus
Wikipedia
P.Rembold

Fotos: Margit/anmargi

Autor: Pitt70

Helmut Buechler

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