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Die Vortour

Ein gewissenhafter Führer verdingt sich zunächst als Scout, immer mit der Prämisse bei der Wegerkundung den besten Weg zu finden. Wenn sich dann noch Hilfsscouts einfinden, ist die Suche nach dem „besten Weg“ ein Vergnügen.

Es war einer jener milden und dunstigen Maitage, die der Himmel zuweilen über dem Breisgau ausbreitet. Das Firmament zeigt sich dann in einem blassen Blau, mit wenigen in großer Höhe schwebenden Wolkengebilden, die hin und wieder die zarte Form von Spiralnebeln annehmen. Leichter fliehender Wind und angenehme Temperaturen sorgten für vollendetes Wohlbefinden auf dem Rad. So rollten wir in Sonntagsstimmung auf den Radwegen des nördlichen Markgräflerlandes hinein ins schwarz-weiß gebänderte Spargelparadies.

Auf dem „Bohrerhof“ angekommen staunten wir nicht schlecht als in kurzen Abständen drei Busse aus der nahen Schweiz hier ankamen und das Zeltrestaurant mit 150 Gästen okkupierten. Wir fanden aber einen schönen Tisch auf der Terrasse und verwöhnten uns mit den lukullischen Angeboten des Restaurants. Heimwärts gerieten wir noch in ein winziges Kaffee an dem Flüsschen Neumagen. Dort wurde dann der Akku mit allerlei Schleckereien aufgefüllt bevor es nun endgültig Heimwärts hieß.

Die Haupttour.

Der zunächst anvisierte Termin fiel buchstäblich ins Wasser. Das Institut Kachelmann in Appenzell kündigte mit unverbrüchlicher Genauigkeit just für den Tag Regen an, an dem wir starten wollten. Inzwischen ist die Präzision der Wetterfrösche so gut, dass es wenig Sinn macht dagegen zu opponieren. Also war Verschieben angesagt.

Heute nun, am 30. Mai konnten wir dann mit 12 Teilnehmern in einen sonnigen Tag hinein radeln. Der Himmel über der Rheinebene zeigte sich um 10°° Uhr wolkenlos, lediglich über dem Schwarzwald und den Vogesen standen riesige Wolkengebirge in strahlendem Weiß. Die ignorieren wir einfach, dachte ich mir.

Die modernen Ritter

Wenn ich mich hin und wieder umschaute was meine Schutzbefohlenen machen, sah ich sie aufgereiht wie Perlen auf einer Kette, auf ihren Rädern sitzen, mit ihren glänzenden Helmen und schimmernden Rüstungen schien es als zöge eine Schar moderner Ritter in ein Gefecht.

FR-St. Georgen, Wolfenweiler, Föhren-schallstadt und Mengen lagen bereits hinter uns. Lediglich in Föhrenschallstadt hob sich der Weg etwas an. Ansonsten bot sich die Rheinebene flach wie eine Flunder an. Wir stießen nach Biengen vor und besuchten die Kirche und den Kirchhof. Die Kirche steht auf dem höchsten Flecken von Biengen.

Vom hochgelegenen Kirchhof aus schaut man in den südlichen Breisgau. Der Blick weitet sich erstaunt, ein fulminantes Panorama, wirklich sehenswert. Hinter Dottighofen radelt man dann völlig unbeschwert auf Landwirtschaftswegen, die Sonne im Gesicht und ihre Wärme auf den Schultern.

Schließlich ist Feldkirch erreicht. Wir liefen im Bohrerhof ein und fanden unsere vorbestellten Plätze auf der Terrasse vor. Und wieder war das gesamte Restaurant vollbesetzt mit Schweizern.

Der Bohrerhof.

Der Bohrerhof ist ein prosperierendes Unternehmen, ein Spargelbauer, der im Frühjahr über die Spargelzeit ein Zeltrestaurant betreibt. Ebenso im Herbst während und nach der Kürbisernte.

Das „Zeltrestaurant“ zeigt sich als nobel eingerichteter Raum, ganz in Weiß gehalten. Palmen mischen sich mit Farbe ein, tragen zu dem gediegenen Charakter des Zeltes bei. Die Speisekarte ist erstaunlich vielseitig und am besten ist es, wenn man sich mit den klassischen Spargelgerichten vergnügt. Da stimmt dann auch das Preis/Leistungs-verhältnis. Froh gestimmt verzehrten wir den “heutigen Anteil unserer Rente“ um dann noch Desserts und Kaffee zu ordern. Ach, wir Südbadener, was sind wir doch für ein Gourmetvölkchen!

Inzwischen, es brach die zweite Stunde unseres Aufenthalts an, schob der Hl. Petrus die Wolken über den beiden Mittelgebirgen ungerührt über die Rheinebene. Die Sonne stand fortan nur noch als fahle Pastille über dem Markgräflerland, als wir aufbrachen. Die Schwüle fühlte sich erträglich an. Der zart über die Felder streichende Wind trug dazu bei. Die Monotonie der jungen Maisfelder nahm uns an. Im Hintergrund stand der Belchen mit seinen weniger hohen Nachbarn wie eine Zitadelle über der Ebene, in jenem magischen Blauschwarz des Waldfrühlings.

Schließlich erreichten wir das Weichbild von Freiburg-St. Georgen. Unterwegs wurden noch Erdbeeren gekauft, die Ernte war voll im Gange, man sah es an den vielen gebückten Leuten die sich in dem Dunkelgrün der Erdbeerplantagen mühten.

Wie immer, fröhlicher, lautstarker Abschied. Einige suchten noch etwas Entspannung in einem Kaffee am Rande von St. Georgen, wetzten die Schnäbel und erzählten sich Geschichten aus fernen Zeiten.

Im Norden, über dem Kamm des Schwarzwaldes stand ein Gewitter, verlosch, glomm wieder auf, um schließlich am Horizont drohend stehenzubleiben. Als es sich schließlich entlud waren wir, die zwölf wackeren Pedalritter, längst zuhause im Trockenen.

Dank an alle Teilnehmer der beiden Touren durch unsere schöne Heimat.

Fotos: Oleander/Anke, Papageno/Dieter

Autor: Pitt70

Helmut Buechler

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