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Bei einem Wetter das keine Wünsche offen ließ, wurden wir in Bähnle und Bus durch unseren Schwarzwald geschaukelt - malerische Aus- und Anblicke boten sich uns!

Wir erreichten nach nur 2-maligem Umstieg in Seebrugg und St. Blasien wohlbehalten Menzenschwand.

Menzenschwand
- Blick aus dem Zugfenster auf den Schluchsee -
Menzenschwand
- Tettane und Lisianne, unser Ehrenmitglied! -
Menzenschwand
- Der Dom in St. Blasien -
Menzenschwand
- Fahrt durch Bernau -

Unsere Dilldapp/Helga - sie hat das Glück in diesen Höhen zu leben - begrüßte uns herzlich am Bus. Sie hatte hier oben den Aufenthalt für uns gestaltet, vielen Dank dafür!

Menzschwend
- unsere Dilldapp -

Menzenschwand hat 3 Dorfkerne, Vorderdorf, Mitteldorf und Hinterdorf, für das Gasthaus Waldeck stiegen wir in Mitteldorf aus, wo auch die Autofahrer schon auf uns warteten. Fast hätte man den Eindruck haben können, das Dorf hätte sich extra für uns herausgeputzt, aber ich glaube, es sieht hier immer so schön aus!

Helga hatte den gemütlichen und liebevoll eingerichteten Nebenraum für uns reserviert, und obwohl wir uns draußen so rundherum wohl fühlten bei den angenehmen Temperaturen in der Sonne gingen wir rein - der Hunger meldete sich inzwischen. Die Gerichte schmeckten sehr gut und wir wurden überaus freundlich bedient. "Dieses Lokal kann man weiterempfehlen oder gar selbst einmal wiederkommen", so der Tenor.

Menzenschwand
- das Gasthaus Waldeck -
Menzenschwand
- im Gasthaus Waldeck fühlten wir uns herzlich Willkommen geheißen -
Menzenschwand
- Köstliche Gerichte -
Menzenschwand
- unsere hell begeisterte Tettane, die sich kurz entschlossen am letzten Tag nicht ab-, sondern noch anmeldete! -

So wie das Bernauer Tal, wo wir erst kürzlich die Miró-Ausstellung besucht hatten, endet das von Gletscherströmen geprägte Menzenschwander Tal in 800 m Höhe vor dem Feldbergmassiv (1493 m). Die alten Schwarzwaldhäuser, mit Geranien und Petunien in voller Blüte an Fenstern und Balkonen geschmückt, wenig Modernes (vielleicht mit Ausnahme des Radonbades), die Weitläufigkeit und damit Lieblichkeit des Tales, eingerahmt von Bergen die nicht erdrücken, lassen Maler verstehen. Die Sonne des nahe bevorstehenden Herbstes tauchte all das dazu in ein ganz besonderes Licht.

Viele Informationen zu Menzenschwand, so z.B. zu seiner ersten Erwähnung, seiner Umgebung, über Bergbau, Fremdenverkehr, Bodenschätze, Persönlichkeiten usw. gibt das Internet her.

Menzenschwand
- das Radonbad -
Menzschwand
- im Vordergrund das Geburtshaus von den Winterhalter-Brüdern, im Hintergrund das Museum "Le Petit Salon" -

Wir waren heute wegen einer bzw. zwei Persönlichkeiten nach Menzenschwand gekommen: den Malern Franz Xaver und seinem Bruder Hermann Winterhalter.

DAS FOTOGRAFIEREN IM WINTERHALTER MUSEUM IST AUSDRÜCKLICH ERLAUBT!

Menzenschwand
- Franz Xaver Winterhalter's wohl berühmtestes Bild von Kaiserin Sissi -

Frau Elisabeth Kaiser hat uns die beiden Künstler mit Herzblut und Hingabe in erfrischendem Alemannisch vorgestellt - es war eine helle Freude ihr zuzuhören. Und in unserer sonst so lebhaften Gruppe war es plötzlich mucksmäuschenstill. Für mich unmöglich, hier alles wiederzugeben, so weitreichend waren ihre Informationen.
Deshalb habe ich der Einfachheit halber den Lebenslauf des Franz Xaver Winterhalter aus Wikipedia für Euch kopiert.

Franz Xaver Winterhalter (* 20. April 1805 in Menzenschwand im Schwarzwald; † 8. Juli 1873 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Porträtmaler und Lithograf.

Winterhalter war eines von neun Geschwistern, von denen aber nur fünf das Kindesalter überlebten. Nach dem Besuch der Klosterschule des Benediktinerstiftes St. Blasien erlernte er von 1818 bis 1824 am Herderschen Kunstinstitut in Freiburg den Beruf des Lithografen.

Mit einem Stipendium studierte er anschließend an der Kunstakademie München Malerei. Während dieser Zeit arbeitete Winterhalter, dessen Bruder Hermann Fidel Winterhalter (1808–1891) ebenfalls als Maler erfolgreich war, im Atelier des Porträtmalers Joseph Karl Stieler und war nebenbei als Lithograf tätig. Nach dem Studium ging er 1828 nach Karlsruhe, wo er als Zeichenlehrer der Markgräfin von Baden Anstellung fand und Porträts der Großherzoglichen Familie entstanden.

Von 1833 bis 1834 bereiste er Italien, wo er sich das Atelier mit Johann Baptist Kriner teilte. Hauptsächlich entstanden romantische Genreszenen im Stil Louis Léopold Roberts. In Rom schloss er sich einem Kreis französischer Künstler an. Nach seiner Rückkehr wurde er 1834 in Karlsruhe von Großherzog Leopold zum badischen Hofmaler ernannt, verließ jedoch schon kurze Zeit später den großherzoglichen Hof, um nach Paris überzusiedeln. Hier erregte er in den Salons von 1836 und 1838 mit italienischen Genreszenen große Aufmerksamkeit.

Durch Protektion König Louis Philippes stieg Winterhalter zum gefragtesten Porträtmaler in Frankreich auf. Als französischer Hofmaler malte er Bildnisse der gesamten königlichen Familie und der führenden Mitglieder des Hofes. Der Erfolg dieser Bilder brachte ihm das Renommee eines Fachmannes für aristokratische Porträts ein, sodass er Aufträge von vielen europäischen Adels- und Herrscherhäusern erhielt. Königin Victoria berief ihn 1841 an den britischen Hof.

1852 folgte er dem Ruf von Königin Isabella nach Spanien. Nach der Thronbesteigung Napoléons III. ging er zurück nach Paris. Zu seinen Kunden gehörten auch das belgische Königshaus und die kaiserlichen Höfe in Sankt Petersburg und Wien. Die Bildnisse der österreichischen Kaiserin Elisabeth zählen zu seinen bekanntesten Werken. Neben einzelnen Porträts entstanden Gruppenbilder, wobei er seine Kompositionen immer freier gestaltete und seine Malerei sich auflockerte.

Winterhalters Grabdenkmal auf dem Frankfurter Hauptfriedhof
Franz Xaver Winterhalter starb mit 68 Jahren während eines Aufenthaltes in Frankfurt am Main an Typhus. Er ist auf dem dortigen Hauptfriedhof bestattet.

Bereits zu Lebzeiten nannten ihn seine Zeitgenossen, teils anerkennend, teils von Neid getrieben, den „Fürstenmaler“. Seine Auftraggeber waren fast durchwegs Protagonisten des europäischen Adels von Lissabon bis Moskau, vom Freiherrn bis zum Kaiser. Winterhalters Porträts wurden für ihre subtile Intimität geschätzt, wobei seine Begabung, von den Porträtierten ein Wunschbild zu erschaffen, sicher zu seiner großen Beliebtheit beitrug. Er kombinierte die Ähnlichkeit der Dargestellten mit Schmeichelei und stellte höfische Prachtentfaltung mit der aktuellen Mode seiner Zeit dar. Ihm gelang es, das gesellschaftliche und politische Klima jeden Hofes einzufangen und seinen Stil den jeweiligen Kunden anzupassen. Seine offiziellen Hofporträts dienten der Selbstdarstellung der Monarchien und wurden gezielt zur Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt. Um die wachsende Nachfrage an Porträts zu befriedigen, von denen viele in verschiedenen Versionen entstanden, unterhielt Winterhalter ein großes Atelier mit zahlreichen Assistenten. Überdies fanden seine Arbeiten mittels lithografischer Vervielfältigung ein großes Publikum.

Die Porträts Winterhalters waren so beliebt, dass er oft damit beauftragt wurde, mehrere Kopien von einem Einzelstück anzufertigen. Vor allem eine größere Anzahl der Staatsporträts war sehr gefragt, nicht zuletzt auch um in Ministerien und Amtsstuben eindrucksvolle Präsenz zu zeigen. So entstanden alleine vom Staatsporträt Napoleons III. sechs bekannte Fassungen. Diese Repliken wurden teils von Franz Xaver Winterhalter selbst hergestellt, oftmals war es aber auch sein Bruder Hermann, der solche Kopien anfertigte. Der Pinselstich der beiden Brüder ist fast identisch, sodass es heute problematisch ist, mit Sicherheit zu bestimmen, von wem der beiden Künstler die jeweilige Replik stammt. Bei näherer Betrachtung der Porträts und den Kopien dazu fällt bisweilen auch auf, dass die Gesichtszüge und die Physiognomie der dargestellten Personen um einiges subtiler und feiner gemalt sind als der Rest des Körpers sowie des Hintergrundes. Dieses Phänomen ist in der europäischen Kunstgeschichte bekannt: Oftmals war es der Meister selbst, der Kopf und Gesicht malte, während er den Rest seiner Werkstätte, also den Gesellen und Gehilfen, überließ.

Königin Victoria von Großbritannien, in deren Sammlung sich über 100 seiner Bilder befanden, schrieb nach seinem Tod an ihre Tochter Vicky in Berlin: „Dieser Tod ist schrecklich, nicht wieder gutzumachen [...]. Seine Arbeiten aber werden in späterer Zeit mit denen von van Dyck konkurrieren.“ Auch wenn diese Einordnung mehr als ein Jahrhundert später von Kunsthistorikern nicht geteilt wird, gelten seine Bilder als Spiegelbild der regierenden Klasse in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Von den in Frankreich in der Malerei aufbrechenden neuen Strömungen wie der Schule von Barbizon oder des beginnenden Impressionismus weitgehend unbeeindruckt, blieben seine Arbeiten, obschon handwerklich auf sehr hohem Niveau, für die nachfolgenden Künstlergenerationen ohne nennenswerten Einfluss.

Auf dem Kunstmarkt werden heute für Ölgemälde von Winterhalter bis zu 371.000 US-Dollar bezahlt.

Im Jahr 2008 wurde in Winterhalters Heimatort Menzenschwand ein Verein gegründet, der dort das Museum Le Petit Salon betreibt. Es soll das Lebenswerk der beiden Winterhalter-Brüder würdigen.

Menzenschwand
- Frau Elisabeth Kaiser stellte uns die beiden Künstler spannend und in charmantem Alemannisch vor, ein Erlebnis! -
Menzenschwand
- gemalt von Franz Xaver Winterhalter im Kindesalter von 11 Jahren! -
Menzenschwand
- oben in wunderschön gestalteten Räumen gibt es Landschaftsbilder und Aquarelle zu sehen -
Menzenschwand
- noch ein wenig in den ausgelegten Büchern blättern -

Uns blieb noch ein wenig Zeit und so spazierten wir ein Stück in der Nähe des "Petit Salon" - wir wollten uns gar nicht so recht trennen von dieser stimmungsvollen Landschaft.

Menzschwand
- die Eberesche trägt Früchte, ein untrügliches Zeichen für den Herbstbeginn -

Trotz aller Unkenrufe fuhr der Bus fahrplanmäßig ab, die freundliche Fahrerin von heute Morgen brachte uns zurück über Bernau und St. Blasien nach Seebrugg.

Hier blieben noch einige Minuten, einen Blick über den Schluchsee bis hin zum Feldberg zu genießen.

Es ging dann wieder mit dem Zug über Bärental, entlang des Titisees, über Hinterzarten zurück nach Freiburg, wo uns drückende Wärme und Menschenmengen am Hauptbahnhof empfingen.

Obwohl ich die Ausstellung bereits gekannt habe, ging ich, erfüllt von vielen schönen Eindrücken nach Hause, und hoffe sehr, dass es Euch allen auch so ergangen ist.


Fotos: ibifix und anmargi

Autor: Anmargi

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