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Steht man in St. Peter auf dem Bertholdplatz, sieht man in der östlichen Häuserzeile eine Tordurchfahrt und wenn man durch diese hindurchgeht, kommt man auf den Klosterplatz. Hier sollte der Bauernmarkt stattfinden.

Als Waldy und ich (wir waren mit dem Bus aus Denzlingen durch das Glottertal nach St. Peter gefahren) dort ankamen, wirkte der Platz noch ziemlich leer, von Markt noch keine Spur. Nur unter der großen Linde in der Mitte des Platzes begannen einige Landfrauen damit, ihre Tische aufzubauen. Zeit also, sich erst einmal umzuschauen. Der Klosterplatz ist an drei Seiten umbaut. Wenn man durch das Tor tritt, fällt einem natürlich zuerst die in der Nordostecke hoch aufragende Westseite der von Peter Thumb errichteten, 1727 geweihten Klosterkirche auf. Auf der Freitreppe vor der Kirche konnte man auch schon einige Feierabendmitglieder entdecken, die wohl in die Kirche wollten. Direkt neben der Kirche schließt nach Süden hin die schöne Westfront der ehemaligen Benediktinerabtei, die in den Jahren zwischen 1720 und 1770 im Stil des Barock und Rokoko errichtet wurde, an.

Besonders schön ist der Blick von der unbebauten Nordseite des Platzes über die Mauer hinweg zu den Wiesen und Wäldern der hier zunächst noch sanft ansteigenden Hänge des Kandelmassivs.

Vor der Mauer steht an einer Stelle der Uhrenträgerbrunnen. Von den Uhrenträgern wird später noch zu berichten sein.

Daneben liegt seit einiger Zeit ein großer Balken, wohl als Sitzgelegenheit gedacht, der auf den Reichtum des Schwarzwalds – den Wald und das Holz - hinweist.

Als wir die Kirche verließen wurde der oben erwähnte große Holzbalken schnell als willkommene Sitzgelegenheit in Beschlag genommen.

Nach meiner kleinen Platzbesichtigung folgte ich den anderen Feierabendausflüglern in die Klosterkirche. Auch wenn man diese Kirche schon oft besucht hat, man kann sich an diesem schönen Kirchenraum mit den Figuren der Zähringerherzöge von Feuchtmayer an den Säulen und den vielen Darstellungen von Petrus, dem Namensgeber der Kirche und des Ortes St. Peter, immer wieder erfreuen.

Als wir die Kirche verließen wurde der oben erwähnte große Holzbalken schnell als willkommene Sitzgelegenheit in Beschlag genommen.

Inzwischen hatten aber auch die Landfrauen ihre Stände aufgebaut: Fünf oder waren es sechs Tische der Landfrauen mit einem überschaubaren Angebot, dazu eine Schildermalerin und ein Schuhmacher. Das war’s. Und was gab es zu sehen und, wenn man wollte, zu kaufen? Da war zunächst ein Tisch mit selbst gehäkelten Spitzen, die teilweise noch von Bändern durchzogen waren, gehäkelten kleinen, bunten Taschen, Spitzendeckchen und gestrickten Socken. An einem anderen Tisch wurde hausgebackenes Brot und Kuchen verkauft. Ganz verführerisch dufteten die Speckbrötchen. Und so sah man bald einige von uns, ich meine nur Herren damit gesehen zu haben, Speckbrötchen mümmelnd auf dem Markt herumspazieren. Peter, den ich abgelichtet habe, gab aber einem Stück Zwetschgenkuchen mit Streuseln den Vorzug.

Was gab es noch? Marmelade von den verschiedensten Früchten solo verarbeitet oder aber als bunte Mischung verschiedener Sorten zusammengekocht. Natürlich gab es auch die verschiedensten Säfte: Holundersaft, Kirschsaft, Himbeersaft, Pflaumensaft usw. und aus dem Saft hergestellte Liköre. Es wurden auch hochprozentige Wässerchen und Wein aus dem Glottertal angeboten. Natürlich durfte auch Speck von der Schmalseite und Käse auf einem Bauernmarkt nicht fehlen. Wer wollte, konnte echten Schwarzwälder Tannenhonig erstehen und, ich wusste gar nicht, dass es das gibt, Honigseife rund, quadratisch oder in Herzform gepresst.

Mehr Zeit haben wir uns bei der Schildermalerin und dem Schuhmacher gelassen. Lackschilduhren werden schon seit ca. 250 Jahren im Schwarzwald hergestellt. Das Herstellen von Uhren bzw. einzelner Teile davon wurde von den Bauern in den langen Schwarzwaldwintern in Heimarbeit fast auf jedem Hof betrieben und brachte so etwas Geld in’s Haus. Dabei wurden auf dem einen Hof nur Schilder gemalt, auf einem anderen nur Gehäuse hergestellt und auf dem nächsten wurden die Uhren dann zusammengebaut. Diese Uhren wurden in ganz Europa vertrieben. Das besorgten die oben erwähnten Uhrenträger, die sich Holzgestelle voll mit Uhren bepackten, sie auf den Rücken luden und dann zu Fuß losmarschierten. Eine harte Arbeit. Hier konnten wir nun einer Schildermalerin zusehen, die mit feinem Pinsel ihre Motive auf die Schilder zauberte. Sehr beliebt sind florale Motive, das bekannteste davon ist wohl die Schwarzwälder Apfelrose, aber auch andere Gräser und Blumen schmücken die Schilder. Es gibt aber auch solche, auf denen z. B. alte Bauernhäuser oder Schwarzwaldlandschaften dargestellt werden. Eine Besonderheit sind die schwarzen Uhrenschilder. Sie wurden früher vor allen Dingen für die südlichen Länder, vor allem Spanien hergestellt, da die Hauptfarbe in diesen Ländern schwarz ist. Die Schildermalerin, die ihre kleine Werkstatt mit Laden übrigens in St. Peter betreibt, arbeitet auch nach den Wünschen ihrer Kunden. Vor sich hatte sie einen Katalog mit vielen abfotografierten Uhrenschildern liegen. Da konnte man auswählen.

Gleich nebenan hatte der Schuhmacher seinen Stand. Er saß auf einem Hocker, hatte vor sich sein Werkzeug liegen und fügte gerade an einen Schaft den Sohlenaufbau an. Der Schaft war über den Leisten gezogen und wurde über der Brandsohle gezwickt. Er erzählte, dass die Schumacher früher die Schäfte, also fertig genähte Oberschuhe, von Schaftmachern bezogen haben. Damals habe es in Freiburg fünf Schaftmacher gegeben, heute gibt es keinen einzigen mehr. Er zeigte und erklärte dann, wie die Sohle weiter aufgebaut wurde. Zum Schluss wurden die Arbeitsschuhe noch mit Nägeln sowie Spitzen- und Absatzeisen versehen. Ein haltbarer, wettertauglicher Arbeitsschuh war fertig. Der Hocker, auf dem er saß stellte sich, als er aufstand, als Truhe heraus, in der das Handwerkszeug und Material verstaut werden konnte. Dann wurden an einer Seite starke Gurte angebracht. Der Truhenhocker konnte wie ein Rucksack getragen werden.

So zogen die Schuhmacher von Hof zu Hof reparierten Schuhe oder passten neue an. Schmunzelnd erzählte er, dass wenn ein Bauer nicht gerade freundlich oder gar besonders geizig war, der Schuhmacher einfach vergaß alle Nägel richtig einzuklopfen. Das hatte schmerzhafte Folgen für den Bauern. Ob diese Geschichte wohl stimmt?

Schnell waren wir mit unserem Rundgang fertig und es wurde der Vorschlag gemacht, noch einen kleinen Spaziergang zu machen. Die Lust hierzu war nicht besonders groß. Als Grund hierfür wurde Hunger angeführt, weil man das Mittagessen ausgelassen habe oder besonders schön, man habe vom Herrgott nur rudimentäre Gehwerkzeuge mitbekommen – in diesem Fall etwas kurz geratene, da wäre das Gehen zu Fuß sowieso nicht das Richtige. Das Café Martin konnte man auf der anderen Seite des Bertholdplatzes sehen und es übte eine magische Anziehungskraft aus. So fanden wir uns ganz schnell an den reservierten Tischen wieder. Die Bedienung arbeitete flott und bald schon stand der Kaffee oder Cappuccino, Kuchen oder Torte vor uns.

Dann gab es noch eine literarische Zugabe. Trudel stieg ein paar Stufen einer Treppe, die in das obere Stockwerk führte empor und las uns aus einem Sagenbuch zwei kleine Geschichten vor, von denen ich eine in verkürzter Form wiedergeben möchte. „Ein Schwarzwaldbauer, ich glaube es war der Blasibauer, hatte seine Beichte beim Pfarrer abgelegt. Die Sünden konnten nicht ganz unerheblich gewesen sein, denn der Pfarrer legte ihm als Buße auf, mit Erbsen in den Schuhen den Berg zur Kapelle hinaufzusteigen, dort seine Sünden noch einmal zu bereuen und um Vergebung zu bitten. Später kamen dem Pfarrer Bedenken, ob diese Buße nicht zu hart gewesen wäre. Ich denke, der Bauer war wohl nicht mehr der Jüngste. Als er ihn später nach seinem Bußgang traf, fragte er ihn deshalb, wie es gegangen sei und ob es nicht zu schwer gewesen wäre. "Ha nein", antwortete der Bauer. "Ich habe die Erbsen doch vorher gekocht".

Die Zeit im Cafe ging bei Gesprächen schnell vorbei. Die Stimmung war fröhlich und oft konnte man uns lachen hören. Dann wurde nach und nach aufgebrochen. Malou/Brigitte fuhr mit dem Elektrobike über den Berg in’s Dreisamtal, die meisten fuhren mit dem Auto wieder zurück. Anneliese, Waldy und ich gingen zur Bushaltestelle. Dort haben wir noch einmal den Seerosenteich bewundert.

Als erstes kam Annelieses Bus, der sie nach Kirchzarten bringen sollte und als Waldy und ich schon im Bus nach Denzlingen saßen, stiegen in letzter Sekunde noch Trudel und Peter zu. Wir sind gemeinsam durch‘s Glottertal gefahren. Waldy und ich sind aber schon im Unterglottertal ausgestiegen und zu Fuß am Glotterbach und Einbollen (ein Berg am Beginn des Glottertals) entlang nach Hause gewandert.

In der Nähe des Heidachsees, einem Biotop, entstanden beim Bau der Schnellstraße nach Waldkirch, stand ein „Insektenhotel“. Hier finden Wildbienen, Schlupfwespen und andere nützliche Insekten einen Unterschlupf. Ich habe gelesen, dass man kleinere Ausgaben eines solchen „Hotels“ auch schon in Baumärkten bekommt und dann im heimischen Garten aufstellen kann. Aktiver Naturschutz. Wäre das nichts für den ein oder anderen im eigenen Garten?

Bauernmarkt St. Peter
- Berichtschreiberin Tettane -

Ein fröhlicher Nachmittag war zu Ende und gelernt haben wir auch noch etwas bei unserem Ausflug zum Bauernmarkt in St. Peter.

Trudel sei Dank für die gute Idee.


Autor: Anne-Grete (Tettane)

Der Bericht wurde geschrieben von Tettane
Die Bilder sind von Tettane und Trudel

Autor: Tettane

Anne-Grete Meier

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