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Schon zeitig waren die FA`ler da, in der Halle des Hbf. Freiburg. Die BW-Tickets wurden gekauft und dann los ans Gleis 2. Um 9.03 Uhr war Abfahrt gen Offenburg und Umstieg in die bekannte „Schwarzwaldbahn“ Richtung Triberg durchs Kinzigtal:

Die Burg Ortenberg liegt klar im Morgenlicht. Dann geht’s über Gengenbach, Haslach, Hornberg mit Burg nach Triberg, das auf 600 m bis 1038 m Höhe liegt. Am Bahnhof wartet schon der Bus, der uns in die Nähe des Schwarzwaldmuseums bringt. Die Fahrt durch das enge Tal im kräftigen Frühjahrsgrün ist allein schon ein Erlebnis.

Triberg
auf dem Weg ins Museum

Es ist so gegen 11 Uhr als wir dort eintreffen. Nach den „Zusteigern“ unterwegs sind wir eine Gruppe von 19 Personen. Im Museum erwartet uns Frau Angelika Offenburger um uns in 1 ½ Stunden einen Teil der Exponate nahezubringen. Und wir lauschen ihren Worten, stellen Fragen. Seit 1936 ist das Museum in einer alten Gewerbehalle in Betrieb.

Triberg
am Museums-Eingang
Triberg
Hermann und Johanna Schwer

Das Ehepaar Hermann und Johanna Schwer sind die Gestalter, deren Bilder wir an der Ehrenwand sehen.

Triberg
Schwarzwälder Trachten

Dann können wir die Schwarzwälder Trachten betrachten. Uns bekannt ist natürlich die Gutacher Tracht mit dem Bollenhut (Rot = ledig, Schwarz = verheiratet), eine evangelische Tracht, wie wir hören. Die Triberger Tracht sei konfessionsneutral.

Bei der Fahrt vom Bahnhof durch die Hauptstraße wurde klar, Triberg war eine Stadt der Schwarzwalduhren. Im Stadtbild nicht zu übersehen: Werbung mit übergroßen Uhren.

Im Museum steht uns dann auch eine lebensgroße Figur gegenüber: der Uhrenträger mit der „Krätze“ und seinem Angebot. So waren sie in ganz Europa unterwegs vor über 100 Jahren.

Bei den Uhren im Umgang angelangt: Lackschilduhren (1650-1700) mit Waag obendrauf, nach 1700 mit Pendel. Kuckucksuhren in verschiedenster Art, mit Gewichten und Blasebalg bestückt um die Kuriositäten z.B. von Kuckuck- und Wachtelruf zu erzeugen. Der „Knödelfresser“ machte uns besonders Spaß, so wie die Version mit dem Hahnenschrei.

Triberg
Karuselluhr

So ging´s weiter: eine Flötenuhr mit Walzenwerk gab`s um 1800, ähnlich auch die Fanfarenuhr.
Weiter zur Karusselluhr (1820), wo sich Paare im Tanz drehen. Was man aus der Schwerkraft der Gewichte, die mit dem Räderwerk verbunden sind, so alles machen kann!

In der Abteilung „Orchestrion“ angekommen: Diese sind schrankgroß mit großem Glasbild mit Schwarzwaldpanorama, mit Eisenbahn und Flugobjekten, die am Himmel fliegen, elektrisch angetrieben durch Stiftwalzen, später Lochkartenrollen, gesteuert; wie auch in elektrischen Klavieren. Ein Orchestrion in Betrieb: das gibt laute Musik, das „rummst“ ordentlich. Diese standen früher in Gaststätten und man tanzte evtl. dazu.

Triberg
>b> Frau Offenbrger, unsere Museumsführerin


Die Drehorgeln auf Rädern machten Spaß, die man im jugendlichen Alter noch in Aktion kannte. Eine davon durfte ich bedienen, mit der Melodie „Lili Marlen“ „An der Laterne............“

Der Vorläufer des bekannten Grammophons mit Schellackplatten, war das „Polyphon“ mit Metallscheibe mit Stiften; mir bisher unbekannt.

Nach dieser Vorstellung war die Führung beendet. Wir machten Pause in der Cafeteria, wo uns Frau Offenburger mit Kaffee und Kuchen versorgte.

Nachher blieb noch Zeit um den noch nicht besichtigten Teil der Sammlung zu erkunden, was zur Geschichte des Schwarzwaldes der letzten
ca. 300 Jahre gehörte: Zum Beispiel die Strohflechtstube, Schneflerwerkstatt, „Schnitzlersepp-Raum“ des Holzschnitzlers Karl Josef Furtwängler (1875-1960), der die Holzarbeiten im Museum gearbeitet hat, z.B die Treppe und Figuren.

Weiter waren zu entdecken: die Bauernschlafstube, die Uhrmacherwerkstatt mit Uhrenschildermaler.

Interessant ist die Ausstellung über die Geschichte der Schwarzwaldbahn durch den Erbauer Ing. Robert Gerwig (1820-1885), die 1873 vollendet wurde. Eine Strecke mit 40 Tunnel! Eine alte Dampflok konnten wir am Bahnhof in Triberg sehen.

Ebenfalls wird die Bergwerksgeschichte behandelt: mit Stollennachbau und Geologie.
Damit war es noch nicht zu Ende. Es bleibt genügend Wissenswertes übrig für weitere Besuche.

Insgesamt spiegelt das Museum wieder, welch arbeitsames und entbehrungsreiches Leben die Menschen in der Bergwelt mit harten Wintern, führen mussten. Im Winter, wenn keine Feldarbeit möglich war, wurde geschnitzt, Uhren gebaut und Schilder gemalt, bei Kienspanbeleuchtung.

Triberg
Wallfahrtskirche "Maria in der Tanne"

Inzwischen war die Mittagszeit da. Wir trennten uns zu Stadtbesichtigung, Mittagessen oder Besuch der Wallfahrtskirche „Maria in der Tanne“, erbaut 1700-1705.
Die berühmten „Triberger Wasserfälle“ haben sich unsere Mitglieder wahrscheinlich für den nächsten Besuch aufgehoben. Denn keiner von uns hat sie an dem Tag besucht.

Zu erwähnen ist noch Wissenswertes über Triberg, dass im Dezember 2012 4778 Einwohner zählte. Die Stadt gehört zum Schwarzwald-Baar-Kreis und liegt an der „Deutschen Uhrenstraße“ und ist Haltepunkt einer der bekanntesten Gebirgsbahnen Europas, der „Schwarzwaldbahn“.
Erstmals erwähnt wurde Triberg 1239 in einer Urkunde. Anno 1330 wurde Triberg erstmals als Stadt bezeichnet.
Triberg errichtete bereits 1884 eine öffentliche elektrische Straßenbeleuchtung, die erste in Deutschland. Der Strom wurde von den über 150 m hohen Wasserfällen der Gutach (nicht zu verwechseln mit der „Wilden Gutach“) gewonnen.

Die früher stark vertretene Uhrenindustrie ist mittlerweile auf Museumsangebote und Verkaufsgeschäfte reduziert. Der bedeutendste Arbeitgeber ist 2013 die Asklepios Klinik.

Der Tourismus stellt heute eine wichtige Einnahmequelle der Stadt dar. Allein die Wasserfälle besuchten Anfang des Jahrzehnts, lt. der „Badischen Zeitung“ , ca. 250.000 Besucher.
(Text teilw. nach Wikipedia)

Noch eine Geschichte am Rande:
Anfang der Zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts besuchte der später berühmte Schriftsteller und Nobelpreisträger Ernest Hemingway Triberg. Später erwähnte er Triberg in seiner Kurzgeschichte 2002 „Schnee auf dem Kilimandscharo“, die auch verfilmt wurde.

Die Episode ist so: Hemingway, geboren 1899, hatte 1921 geheiratet und zog mit seiner Frau Hadlay Richardson nach Paris, wo er als Journalist für die Zeitung „Toronto Star“ tätig war und über Europa nach dem 1. Weltkrieg berichten sollte. Er lernte in Paris ein junges englisches Ehepaar kennen, die einen Trip in den Schwarzwald planten, um dort in Forellenbächen zu angeln, die gute Ausbeute bringen würden. Hemingway versprach sich ein Abenteuer und verabredete sich mit den Engländern in Freiburg.
Er charterte einen kleinen Doppeldecker mit offenen Sitzen mit Pilot und flog von Paris nach Kehl. Von dort fuhren sie mit der Eisenbahn nach Freiburg um sich mit dem englischen Ehepaar zu treffen. Danach fuhren beide Paare in fünf Stunden und vollen Zügen nach Triberg, wie er berichtete.

Triberg
Das Rathaus von Triberg

Dort nahm das Ehepaar Hemingway im besten Hotel des Ortes, im „Parkhotel Wehrle“ in der „Königssuite“ Quartier. Sie konnten es sich leisten. Denn in Deutschland herrschte die galoppierende Inflation und Amerikaner zahlten mit Dollar, einer harten Währung, so konnten sie sehr preiswert wohnen. (Zum Preis von 37 Cent pro Nacht, wie er angab.)

Bei Triberg wollten sie die Angel auswerfen. Der Wirt vermittelte einen Pächter, der ihnen die Fischgewässer zeigte, wollte aber dafür gut bezahlt werden. Das war dem Engländer und Hemingway zu teuer. Dann wollten sie sich beim Amt Angelscheine besorgen. Der Bürgermeister war jedoch fremdenfeindlich und verweigerte dies. Da überlegten die Angler und kamen überein, in der Einsamkeit des Gewässers einfach „schwarz“ zu angeln. Wie Hemingway berichtete, mit gutem Erfolg. Doch plagte beide bald das schlechte Gewissen und die Furcht entdeckt zu werden. Sie hörten, dass in der Elz, nicht weit, ebenfalls gute forellenreiche Gründe wären und wichen dahin aus. Einmal wurden sie auch dort von fremdenfeindlichen Bauern vertrieben, aber an anderer Stelle fischten sie mit zufriedenem Ergebnis. Was sie mit der Beute machten, wurde leider nicht berichtet.
(Quelle: Artikel von Michael Bärmann in der Zeitschrift des Breisgau-Geschichtsvereins „Schauinsland“, 110. Jahresheft 1991)

Gegen 15,15 Uhr fanden wir uns an der Bushaltestelle wieder, vollzählig, wie Gretl / Fuchsie feststellte. Sie hatte die Idee Triberg zu besuchen. Ich danke Gretl herzlich dafür.

Um 18,00 Uhr erreichten wir wieder Freiburg. Ein Ausflug mit vielen Eindrücken war zu Ende.

Fotos: Lupus05/Wolf Dieter

Autor: Florius

Manfred Berger

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