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Meersburg
- Wertvolle Hilfe beim Kassieren! -
Meersburg
- Ankunft am Bodensee -
Meersburg
- Auf der Fähre von Konstanz nach Meersburg -
Meersburg
- Wir nähern uns Meersburg -
Meersburg
- von Peter/ReRe, unserem "Ehrenmitglied", stammen auch einige der Fotos -
Meersburg
- ein guter Start mit einem Apéritiv! -
Meersburg
- das Essen hat prima geschmeckt im "Wilden Mann" -
Meersburg
- Werke im Hafen des Bildhauers Peter Lenk -

Meersburg - wer denkt da nicht sogleich an die Dichterin Annette von Droste Hülshoff, die sich im „Fürstenhäuschen“ inmitten der Weinberge ihren Alterswohnsitz auserkoren hat. Deswegen zum Einstieg ein für sie typisches Gedicht:


Am Turme

Ich steh auf hohem Balkone am Turm, umstrichen vom schreienden Stare,
und lass gleich einer Mänade den Sturm mir wühlen im flatternden Haare.
O wilder Geselle, o toller Fant, ich möchte dich kräftig umschlingen und,
Sehne an Sehne, zwei Schritte vom Rand auf Tod und Leben ringen!

Wär ich ein Jäger auf freier Flur, ein Stück nur von einem Soldaten,
wär ich ein Mann doch mindestens nur, so würde der Himmel mir raten.
Nun muss ich sitzen so fein und klar, gleich einem artigen Kinde,
und darf nur heimlich lösen mein Haar und lass es flattern im Winde!

Meersburg
- Im Fürstenhäusle erlebten wir eine ausgezeichnete Führung und erfuhren viel über Annette von Droste-Hülshoff -

Welch bildhaftes Gedicht, das den ganzen Seelenspagat ausdrückt, den Annette von Droste Hülshoff leisten musste: Einerseits die zarte, junge Frau, ewig kränkelnd, die im Frauenbild des Biedermeier verhaftet war. Andererseits, und da war sie ihrer Zeit weit voraus, unterschied sie sich durch ihr starkes Interesse an Kunst und Natur. Sie lernte alte und neue Sprachen, war mathematisch ebenso begabt wie musikalisch und verbrachte Stunden mit dem Sammeln von Pflanzen und Insekten und natürlich ihrem Schreiben.

Geboren wurde sie 1797 als Anna, Elisabeth, Franziska, Adolphine, Wilhelmine, Luise, Maria Freiin von Droste zu Hülshoff in Westfalen (welch eine Last, diese Litanei von Vornamen!).

Sie hatte noch drei weitere Geschwister, darunter ihre Schwester Jenny, der sie 1848 nach Meersburg folgte. Sie selbst hatte nie geheiratet, sondern widmete sich ganz, wie es sich in der damaligen Zeit gehörte, der Fürsorge für die Familie, bzw. ihrem literarischen Schaffen. darunter die Novelle „Die Judenbuche“. Leider wurde sie weder von ihrer Familie noch von anderen literarischen Grössen ihrer Zeit als Dichterin ernstgenommen („unsinnige Schwärmerei“), da diese Tätigkeit in keinster Weise dem klassischen Frauenbild entsprach. Mit den Gebrüdern Grimm allerdings stand sie in regem Austausch und hat sie zu zweien ihrer Märchen inspiriert.

Sie starb 1848 im Alter von nur 51 Jahren an den Folgen ihrer Lungenkrankheit.

Wir hatten das grosse Glück, einer aussergewöhnlichen Führung teilhaft zu werden, lebendig, witzig vorgetragen mit Vergleichen zur Gegenwart, deren Höhepunkt ein kleiner Vortrag auf dem Hammerklavier war.

Meersburg
- Goosi übt am kleinen Hammerklavier -
Meersburg
- die unglaubliche Aussicht aus Annette von Droste Hülshoff's Häuschen -

Wer wollte, konnte sich noch das Alte Schloss ansehen, eine mittelalterliche Burganlage. mit dem Arbeits-und Sterbezimer der Annette von Droste Hülshoff.

Man konnte aber auch ganz einfach die Stadt geniessen mit dem Blick auf den Bodensee. Und da zwischen Ober- und Unterstadt ein Höhenunterschied von 60 m liegt, war das Mittagessen schnell verdaut...

Meersburg
- nochmal ein kleiner Gang durch den malerischen Ort Meersburg -
Meersburg
- kleine Szenen am Wasser -
Meersburg
- die Dame, die zauberhafte Scherenschnitte herstellt - der Erlös ist für Not leidende Hunde -

Dank sei unserem immer coolen Busfahrer Greybear, der uns auf der Hinfahrt zunächst gemütlich nach Konstanz schaukelte. Von dort erreichten wir mit der Fähre Meersburg, das uns von der Seeseite begrüsste. Altes Schloss, Neues Schloss, alte Dächer, Türmchen und gottseidank noch wenig Touristenrummel.

Und da der Tag zur freien Verfügung stand, verzogen sich denn auch gleich kleinere Grüppchen in alle Richtungen. Sogar die Sonne blitzte, allen Unkenrufen zum Trotz, immer wieder zwischen den Wolken hervor..

Der Regen holte uns erst unterwegs auf der Rückfahrt ein. Aber das konnte uns dann ja egal sein... Selbst als wir gegen 19.00 Uhr wohlbehalten wieder in Kirchzarten ankamen.

Insgesamt ein gelungener Tag, und unser aller Dank geht deshalb auch an die Initiatoren.

Meersburg
- Greybear ist natürlich schon da - er wird uns sicher nach Hause bringen! -
Meersburg
... und kaum sitzen wir gemütlich im Bus,
Meersburg
... weint der Himmel, weil wir Meersburg verlassen!

Fotos: ReRe, lupus05, anmargi

Autor: Lavandel

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