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Riegel, geschichtsträchtiger Ort am Kaiserstuhl ist heute unser Ausflugsziel.

Vom DB-Bahnhof in Riegel bringt uns der Bus 102 in den Ortskern.
Der erste Besuch gilt der barocken Pfarrkirche St. Martin im Zentrum des Ortes.

Wir schauen uns gemütlich bummelnd im Ort um.
Mir fällt auf, dass die Einheimischen denen wir begegnen uns nett anlächeln und grüssen.

Im Kaiserstuhl scheint die Freundlichkeit zuhause zu sein.

An einer Haustür entdecken wir den Hinweis auf das „Archäologische Museum“ und entscheiden, das Museum zu besuchen. .
Die Haustür ist geöffnet, wir stapfen die Treppe hinauf und stehen nach erneutem Öffnen einer Tür mitten in einer Hebammenpraxis.
Man wundert sich über unser plötzliches Eintreten und schaut uns verdutzt an. Wir müssen lachen und stellen schnell den Rückwärtsgang ein.

Das Museum befindet sich im unteren Stockwerk und ist nur an Wochenenden zu besuchen. Ich quäle mich mit meinem schmerzenden Knie die Treppe wieder runter.

Den Lift haben wir übersehen. Pech gehabt!

Im Ortskern suchen wir verzweifelt nach einem Hinweis auf die Kunsthalle, in der zurzeit die Kinetik-Ausstellung stattfindet.
Wir versorgen uns in einer italienischen Eisdiele mit einem Eis (Fastenzeit!!) und schlendern durch verträumte Gassen bis zur Kunsthalle.

KINETIK ( Kunst in Bewegung) von Tinguely über Soto bis Vasarely.
Es ist Kunst voller faszinierender optischer Effekte und zeitweise beschaulicher Ruhe.

Wir genehmigen uns einen Espresso im „Café Evard“ und treffen zufällig auf Herrn Messmer, der uns begrüßt und in ein Gespräch verwickelt. Er möchte erfahren ob uns die Ausstellung gefallen hat.
Zu der Zeit am frühen Morgen sind wir die einzigen Gäste in der Kunsthalle.

Weil die Zeit nicht drängt bewegen wir uns anschließend in Richtung MITHRÄUM von Riegel.

Das Mithräum, eine ehemalige römische Tempelanlage wurde im Jahre 1974 freigelegt und ist kostenfrei begehbar.

Eine Gruppe Schüler verlässt gerade das Gelände, sodass wir die Anlage in Ruhe besichtigen und fotografieren können.

Das Fundmaterial ist zum großen Teil im Museum für Ur- und Frühgeschichte, Colombischlößle ausgestellt.

Die geplante Wanderung von Riegel nach Endingen haken wir ab (mein Knie streikt) und steigen in einen Bus ein, der ein paar Meter entfernt von uns stopt. Wir fragen den Busfahrer wohin seine Reise geht: „EMMENDINGEN“. Wir steigen zügig zu.

Peter erinnert sich an das Tagebuchmuseum in Emmendingen und würde es mir gerne zeigen. Ein Besuch mit FEIERABEND fand schon ohne mich statt.

Wir genießen die Busfahrt von Riegel nach Emmendingen und entdecken unterwegs blühende Mandelbäume.

Am Busbahnhof verlassen wir den Bus und laufen zum „Deutschen Tagebucharchiv“ im Alten Rathaus. Wir sind zu früh, es öffnet erst um 15 Uhr!

Wir verbringen die Zeit bis dahin auf dem alten Friedhof, besuchen das Grab von Goethes Schwester, Cornelia Schlosser, und suchen nach dem Grab des Flugpioniers Carl Friedrich Meerwein.

Leider haben wir das Grab von Meerwein trotz ausdauernder Durchforstung des kleinen Friedhofs nicht gefunden.

Pünktlich um 15 Uhr steigen wir im Alten Rathaus die Treppe hoch zum Tagebuchmuseum.

Herr Seitz begrüßt uns überrascht und herzlich - man erwartet keine Gäste heute. Er führt uns durch die Räume.

Im Jahre 1998 wurde das Tagebucharchiv von Frauke v. Troschke gegründet. Seit dieser Zeit werden hier autobiografische Dokumente gesammelt, gelesen, ausgewertet und archiviert.Die Arbeit wird vorwiegend von ehrenamtlichen Mitarbeitern geleistet. Lebenszeugnisse aus den zwei Weltkriegen bilden über die Hälfte des Bestandes.

Peter erkundigt sich, ob es in der Datei eventuell Zeitzeugen aus Danzig gibt. Herr Seitz fährt einen Computer hoch und erklärt ihm wie er sich in die Datei einklicken kann.

Erstaunt und sprachlos findet Peter einen Artikel über die Flucht auf der „Pretoria“, die im März 1945 mit verwundeten Soldaten und Pflegepersonal in Kopenhagen an Land gegangen ist. Peter war als verwunderter Soldat mit an Bord der Pretoria.

Ich erkundige mich bei Herrn Seitz, ob Interesse besteht an Briefwechseln von zwei jungen Soldaten mit ihrer Familie.
Es sind die Brüder meines verstorbenen Mannes, die im zweiten Weltkrieg in Russland ums Leben kamen. Beide Brüder starben im Alter von 20 und 21 Jahren. Meine Schwiegermutter hortete diese Briefe in einer kleinen Truhe.

Ich werde gemeinsam mit meinen Kindern überlegen, ob wir die Korrespondenz dem Deutschen Tagebucharchiv „in gute Hände“ als Leihgabe zur Aufbewahrung übergeben.

Bevor uns der Zug zurück bringt nach Freiburg besuchen wir das Markgrafenschloss mit dem Lenzhäuschen.

Ein erlebnisreicher, bemerkenswerter Tag endet bei Café Crème auf dem Goetheplatz in Emmendingen.

Wohin der nächste Ausflug uns führt steht noch in den Sternen.

Bericht und Fotos: Trudel

18. März 2011

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