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Wanderung auf dem Bettlerpfad am 27. September 2009


Treffpunkt 09:00 h Bushaltestelle Merzhausen Schule

Pius
Und so kam Pius zu uns!

Alle Feierabendler trafen nach und nach an der Bushaltestelle ein.

Ganz besonders gefreut hatte uns, dass Susanne,Pius, Franz und Hildegard dabei waren und wir uns alle auf dieser Wanderung näher kennenlernen konnten!

Erwin hatte für eine richtig nette Überraschung gesorgt: Irene holte uns ab - im wunderschönen Haus von Erwin’s Sohn gab es einen Sektempfang! So konnte ja nichts schief gehen! Ganz lieben Dank, liebe Irene und lieber Erwin! Schön, dass wir bei dieser Gelegenheit Deine Kinder und Enkel kennengelernt haben!

Kindersekt
Kindersekt!
Hänschen
Schön, dass Hans zum Sektempfang gekommen war!
Sektempfang
Ein fröhlicher Sektempfang - danke, Erwin und Irene!

Leicht beschwingt ging es dann endgültig los auf dem klassischen Wanderweg, dem Bettlerpfad, vom Breisgau ins Markgräfler Land.

Zuverlässig begleitete uns die Sonne heute den ganzen Tag, schien von einem strahlend blauen Himmel zu uns runter und trug zu unserer fröhlichen Stimmung bei.

Der Wegweiser für den Bettlerpfad ist die gelbe Raute.

Der Name „Bettlerpfad hat verschiedene Deutungen:

- Mönche aus den Klöstern der Bettelorden machten sich auf den Weg ins Markgräflerland, um sich Ess- und Trinkbares zu erbetteln. Mit gefüllten Taschen wurden sie dann in Freiburg sehnsüchtig erwartet.
- Einige Eremiten hätten ihre Behausung dort gehabt. Sie erbettelten von den Bauern ihren Lebensunterhalt. Umgekehrt beteten sie dann für ihr Seelenheil.
- Im strengen Winter 1870/71 kam ein Handwerker, der als Bettler bekannt war, von Staufen nach Freiburg. Er suchte Arbeit und verlor im Nebel die Orientierung und erfror. Für ihn wurde später ein Wegkreuz errichtet.

Der Bettlerpfad beginnt in der Weberstrasse, er verläuft vorbei an gepflegten Vorgärten. Nach den Häusern kommen wir zum „Unteren Hauerhof“.

Von der Adlerburg, einem Gasthaus, kann man bei schönem Wetter bis nach Freiburg sehen. Früher soll es „Letthof“ geheißen haben. In diesem Gebiet kommt magerer Ton vor, den man auch „Letten“ nennt. Aus ihm brannte man bis nach Anfang 1900 Ziegel und Backsteine. Aus dem „Letthof“ wurde später wieder die „Adlerburg“, die schon 1904 als Gaststätte erwähnt ist. Es wird vermutet, dass über Au einmal eine Burg gestanden haben soll.

Vom Oberen Heimbachweg aus sehen über das Hexental - eine Sage spricht von einer Hexe, die einmal ein Gewitter heraufbeschworen haben soll, das alles vernichtet hatte, wahrscheinlicher ist jedoch der Ursprung im Wort Hägse, Hag – Zäune zu suchen, die gegen das Wild errichtet wurden. Das Hexental ist eine geologische Grenzlinie zwischen Schwarzwald und der Vorbergzone, zu der auch der Schönberg gehört.

Wittnau, Wittunauia = weite Au, wurde schon 786 nach Chr. erwähnt und ist die höchst gelegene Gemeinde am Schönberg. Diese Gegend ist vom Klima her privilegiert, schon früh im Jahr kommen die milden Winde aus der Burgundischen Pforte – sehr früh blühen hier Schneeglöckchen und Märzenbecher. Es ist das höchst gelegene Weinanbaugebiet in Baden – ein feiner Gutedel wächst hier in 420 m Höhe.

Auf dem mächtigen„Orchhof“, im Jahr 1871 von dem „Ulrich (Orch) Karle“ ersteigert, ist die Inschrift zu lesen

Dies Haus ist mein und doch nicht mein;
Der nach uns kommt, kann’s auch nur leih’n.
Und wird’s dem Dritten übergeben,
er kann’s nur haben für sein Leben.
Den Vierten trägt man auch hinaus,
sag, wem gehört dies Haus?

Nach dem Ortsausgang konnten wir schon unser Ziel, Staufen, sehen. Wir liefen in Richtung Bollschweil mit Blick zum Schwarzwald und den Rebbergen. Links am Berg sahen wir die Saalenbergkapelle. Die Schwabenhofbäurin Fides Franz hatte ihren Mann und ihre sieben Kinder durch Krankheit verloren. Sie kaufte das schönste Grundstück oben auf dem Berg und weihte diese Kapelle der Mutter Gottes.

Gegenüber liegt langgezogen der Schönberg.


Wir erreichten bald danach den Friedhof in Bollschweil mit dem Grabstein der Dichterin Marie-Luise Kaschnitz mit ihrem Lebensspruch:

„Wohl denen, die gelebt, ehe sie starben“.

Bollschweil hat wohl die kürzeste, aber schönste und inhaltsreiche Dorfchronik, die je geschrieben wurde. Marie-Luise Kaschnitz hat die Geschichte des Dorfes in eine Beschreibung von 21 Tagen gefasst.

Sie wurde am 31. Januar 1901 geboren, 1918 übersiedelte sie mit ihrer Mutter und den Geschwistern ins Schloss nach Bollschweil. In Weimar absolvierte sie eine Buchhandelslehre, arbeitete danach in Florenz und Rom. Im November 1925 heiratete sie den in Wien geborenen Archäologen Guido von Kaschnitz. Danach zogen sie nach Rom. Sie bekommt 1928 in der Frauenklinik Freiburg ihre Tochter und wohnt in dieser Zeit in Bollschweil. Sie beginnt zu schreiben und zu reisen, gewinnt 1935 den Lyrikpreis und kauft sich von dem Geld einen Opel P4. Danach fährt sie nach Paris und Frankfurt. Nach dem 2. Weltkrieg wird sie Gründungsmitglied des PEN. Sie erhält viele Preise und wird in Bollschweil Ehrenbürgerin. Sie stirbt am 10. Oktober 1974 in Rom und wird in Bollschweil beigesetzt.

Unser Weg führte uns an ein Eisentor, an dem ein Schild steht, dass Fußgänger und Radfahrer willkommen sind! Wir öffnen das Tor, überqueren die Möhlin und steuern direkt auf die Schlossmauer zu; dahinter sehen wir das wunderschöne Schloss, in dem Marie-Luise Kaschnitz zu Hause war.

Und auf dem Schlossplatz warten Rotraud und Marita und laufen von hier aus weiter mit.

Rotraud und Marita
Rotraud und Marita
Hund auf der Schlossmauer
... der wäre bestimmt gerne mitgekommen!

Wir bogen auf einen mit Gras bewachsenen Weg und steuerten auf einen Wald zu. Es sah schön aus, wie diese Gruppe Feierabendler bunt, schwatzend, ein wenig schwitzend – es war noch einmal so richtig warm geworden – fröhlich ausschritt! Vorbei ging’s am Waldparkplatz „Kohlerweg“, einem schönen Rast- und Spielplatz, durch die Talaue des Ehrenstetter Grunds, vorbei an der Streicher Kapelle, der Madonnengrotte, dann dem Lehenhof zum Norsinger Grund.

Topinambur
Topinambur

Schon bald erreichten wir den Gotthardhof, wir konnten draußen sitzen! Sehr viele haben das wohl auch so gesehen: wir mussten schon eine Weile warten, bis wir endlich unseren Hunger nach dieser doch nicht ganz so kurzen Wanderung stillen durften.

Diese Gaststätte St. Gotthardhof ist nach dem am 4. Mai 960 geborenen Abt und Benediktinermönch Godehard genannt. Dazu gehört auch die St. Gotthard Kapelle. Noch heute finden am Tag vor Christi Himmelfahrt Bittprozessionen von der Stadtkirche zur St. Gotthard-Kapelle statt.

Hänschen und Rosi
Hans und Rosi sind auch zum Gotthardhof gekommen!
... und Lisasofie und Manfred!
... und Lisasofie und Manfred!
Blick nach
Blick nach Ehrenstetten

Nach dem Mittagessen liefen wir runter nach Staufen, die Risse an den Häusern sind erschreckend groß geworden inzwischen! Am Kaffee Decker kamen wir natürlich nicht vorbei, da musste nochmals eingekehrt werden!

Burg in Staufen
Die Burg in Staufen

Bevor es mit dem Zug zurück nach Freiburg ging, hatten wir noch ein wenig Zeit – es gab viel Gesprächsthema, immer noch, trotz der 15 km, die wir heute wandernd, plaudernd und in heiterer Stimmung zurückgelegt hatten - es war ein wunderschöner Tag!

Danke Dir Erwin, für die schönen Bilder vom Sektempfang!

Freiburg, 27. September 2009

Autor: Anmargi

Margit Anhut

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