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Oster-Kurzreise Franche Comté, Jura und Burgund


Vom 09. – 13. April 2009

Gründonnerstag, 09. April 2009
Mittags beginnen wir unsere Fahrt in Richtung Mulhouse, Belfort, Montbéliard. Hier fahren wir von der Schnellstrasse ab, wir nehmen lieber die Nebenstraßen bis Baume-les-Dames,

das von ihrem Hügel hinunter schaut zum Fluss. Die Fahrräder werden abmontiert – zur Stärkung gibt es noch einen „Grand Crème“ im Café - dann aber fahren wir am Fluss entlang bis nach Laissey. Träge fließt er mit uns, der Doubs, hat klare Reflektionen einer fast rauen Landschaft auf seine Oberfläche gemalt. Nur bei den Staustufen wirbelt und springt das Wasser weiß auf, zeigt, wie sehr es lebt.

Wie durch eine breite Schlucht fahren wir, schroffe Felsen zeigen sich zwischen den noch unbelaubten Bäumen. Am Fluss hin und wieder Kalksteinhäuser, widerstandsfähig

und meistens ältere Menschen sehen wir, die wohl hart arbeiten müssen, sie sind einfach und dunkel gekleidet. Viele Häuser stehen zum Verkauf.

Das Schild „Partageons la rue“ für Autos und Fahrräder gleichermaßen finden wir sympathisch – es funktioniert!

Fahrradfahrer begrüßen uns freundlich, winken!

Auf der anderen Seite fahren wir zurück und genießen nun den Blick auf die Weiler am Fluss, durch die wir zuvor gekommen waren.

Baume-Les-Dames war schon zur Römerzeit ein Siedlungsplatz. Die Abtei wurde um 400 gegründet. 1153 wurde die Stadt unter Friedrich Barbarossa mit einem Mauerring umgeben. Sie wurde im 13. Jh. zu einer Handelsstadt am Verkehrsweg von der Rhone zum Rhein. 1678 ging es mit dem Frieden von Nimwegen an Frankreich.
Die Stadt wurde im 19. Jh. wirtschaftlich sehr wichtig durch die Eisenbahnlinie von Besançon nach Montbéliard und durch eine Weberei, eine Spinnerei und eine Pfeifenfabrik.

Die Kirche St. Martin stammt ursprünglich aus dem 9. Jh., sie wurde im 17. Jh. im gotischen Stil erbaut und ist inzwischen restauriert worden. Die Stadt hat mittelalterlichen Charakter mit engen Gassen und schönen Bürgerhäusern.

Wir erledigen noch kleine Einkäufe und verbringen eine ruhige Nacht in unserem Bus.




Karfreitag, 10. April 2009

Wir fahren nach Besançon

auf einen Parkplatz und dann mit den Rädern in die Stadt. So interessant unsere Partnerstadt in jeder Hinsicht ist, so laut ist sie leider auch.

Sie ist die Hauptstadt der Franche-Comté, umringt vom Doubs und ihre Geschichte ist so umfassend! Victor Hugo wurde hier geboren (verließ die Stadt aber schon mit 6 Wochen!), Gustave Courbet der Maler und Bildhauer und Louis Pasteur verbrachten hier einige Zeit. Die außergewöhnliche Lage der Stadt hatte sogar Julius Cäsar beeindruckt. Die Altstadt liegt in der Schleife des Doubs und konnte sich dadurch ihren Charakter erhalten. Renaissancehäuser mit Kreuzfenstern stehen neben Herrenhäusern aus dem 17. Jh.

Wir sehen und besichtigen so vieles:
das Rathaus, den Justizpalast, das neoklassizistische Theater, die Kirche St. Jean mit einem romanischen Kirchenchor und einem Barockchor sowie die Porte Noire, ein im 2. Jh. für Mark Aurel errichteter Triumpfbogen. Die gewaltige, von Vauban 1674 erbaute Zitadelle (heute Weltkulturerbe der Unesco) - ein Muss mit ihrem Blick auf die Stadt.

Alle Geschäfte sind geöffnet! „En Alsace oui, c’est un jour férié aujourd’hui!“ höre ich eine Frau ein wenig spöttisch zu einer anderen sagen („im Elsass, ja, da haben sie heute einen Feiertag!“).

Wir verlassen Besançon, fahren ins Tal der Loue nach Ornans, dem Geburtsort von Gustave Courbet. Leider wird sein Haus (heute ein Museum) gerade renoviert.

Ornans ist der Hauptort des Louetals. Die Loue fließt hier zwischen zwei Reihen alter, vielfach auf Pfählen und Pfeilern stehender Häusern hindurch.

Der Campingplatz von Montgesoye ist unser nächstes Ziel. Mit den Rädern fahren wir durch das von Felsen umgebene Tal in Richtung Source de la Loue (die Quelle), begleiten sie ein Stück. (Die Loue ist unterirdisch mit dem Doubs verbunden!) Auch sie fließt ruhig und sanft an Mouthier Haute Pièrre, Lods

mit seinen 3 Staustufen und Vuillafans vorbei, rauscht weiß vor Mühlen und über Wehre. Wir haben sie uns angesehen, diese verträumten und engwinkligen Dörfer und fühlten uns mindestens hundert Jahre zurück versetzt.

Man könne die Fahrt nur mit einem VTT (vélo tout terrain, bei uns das MTB) fahren, hatte man uns gesagt; aber unsere Tourenräder haben diesen Weg auch gut geschafft.
Samstag, 11. April 2009

April ist ein wenig früh für diese Reise – einerseits. Andererseits sind kaum Leute unterwegs (viele Freiburger) – die vielen Campingplätze am Fluss zeigen, dass sich sommers hier genügend Kanuten, Fahrradfahrer, Fliegenfischer und Wanderer aufhalten. Wir fahren mit dem Auto zur Source, laufen hinunter zum Felsen, aus dem die Loue austritt und auch ein Stück weiter nach unten zum Grand Saut.

Kalt war es beim Frühstück gewesen; das ist nach dem Aufstieg zurück zum Auto vergessen!

Weiter fahren wir über Levin, Salins-les-Bains, Mouchard bis nach Chamblay, eine Hochebene, die uns wieder die Weite und geringe Besiedelung dieses Landes bewusst macht. Wir machen Bekanntschaft mit Pferden der Comté – fuchsfarben mit weißer Mähne, man möchte sie immerzu streicheln.

Gute Manieren sollen sie haben und die Kraft des Herkules!

Zurück gekehrt an die Loue – ein idyllischeres Plätzchen gibt es nicht, Einöde, blühende Bäume, eine Wiese in der Sonne! Von hier fahren wir mit den Fahrrädern nach Dôle. Alles blüht, sogar die Glyzinen! Auf den Fahrrädern erlebt man sie intensiv, die Details einer solchen Fahrt wie Häuser mit roten Ziegelsteinen, die nordisch aussehen mit schönen Holzarbeiten, liebevoll gestaltete Gärten, „kunstvoll verkommene“ Häuser (Chatelay, Germigny, Santans, Montbarrey, Augenans, Loye, Goux) – eine schöne Fahrt.

Dôle erhebt sich mit seiner Kirche Notre Dame aus dem 16. Jhdt. da, wo die Loue in den Doubs mündet.
In der Haus-Nr. 43 der rue Pasteur

steht sein Geburtshaus, heute ein Museum. Louis Pasteur, geboren am 27. Dezember 1822 war ein französischer Wissenschaftler und Pionier auf dem Gebiet der Mikrobiologie. Er entwickelte Impfstoffe gegen die Geflügelcholera, den Milzbrand und die, bis zu Pasteurs Entwicklung einer Schutzimpfung stets tödlich verlaufene Tollwut.

Wir bummeln durch die Altstadt.

Zurück fahren wir schnell vor einem Gewitter her, das uns aber nicht einholt und fühlen uns dann sehr wohl auf dem Campingplatz „La Plage Blanche“ , wieder an der Loue gelegen. Zum guten Essen genießen wir einen obligatorischen Burgunderwein (der Kaiserstühler ist uns aber fast lieber!).


Ostersonntag, 12. April 2009
Wir fahren durch endlose Weite, soweit das Auge reicht Felder, Felder – ein bisschen langweilig, die Dörfer auch. Wir verlassen die Franche-Comté und sind jetzt im Burgund. Erste Rapsfelder können wir ausmachen, Kirschbäume blühen, hier und da ein Apfelbaum, sogar Flieder, und alles wird jetzt grün. Vereinzelt sehen wir Schwalben.

Wir haben Beaune erreicht, das Ziel unserer Fahrt. Im Hospiz

verweilen wir erst einmal am Eingang, nur um zu schauen.

Es wurde vom Kanzler Nicolas Rolin im Jahr 1443 erbaut für Arme und Kranke; es gab viele nach dem 100-jährigen Krieg. Rolin ließ sich für den Bau dieses einzigartigen Spitals auf seinen Reisen durch Flandern inspirieren. Obwohl die bunten Dächer mit den glasierten Terrakottaziegeln ihren Ursprung vermutlich in Mitteleuropa hatten, fand dieser Baustil so großen Anklang im Burgund, dass er heute als typisch für diese Provinz gilt.

Sehenswert die Krankensäle, Küche und die Apotheke.

In einem Raum des Museums hängt das berühmte Polyptychon „Das Jüngste Gericht“ aus dem 15. Jh., das Rolin dem flämischen Künstler Rogier van der Weyden in Auftrag gegeben hatte.

Das Weinmuseum

die Basilika Notre Dame aus dem 12./13. Jh. in früher burgundischer Gotik mit 5 Wandteppichen, die das Leben Marias zeigen. Die romanischen Häuser, die Renaissancefassade des Hôtel de Ville – einfach die charmante Stadt, die Häuser mit ihren alten Dächern, den engen Gassen – es gibt so viel zu sehen, zu erfahren und zu bestaunen!

Um all diese Eindrücke zu festigen, lassen wir unseren Besuch in einer Brasserie ausklingen.

In Pommard, einem burgundischen Winzerdorf beginnen wir eine Fahrt mit den Fahrrädern durch die Weinberge– sie ist gut ausgeschildert, diese Tour durch schöne Winzerdörfer wie Volnay, das bekannte Meursault, Puligny-Montrachet etc. – so ganz entfernt denken wir an den Kaiserstuhl. Endlos weit, diese Weinanbaugebiete – jetzt haben wir eine kleine Vorstellung vom Anbau des Burgunderweines. Ein kalter Gegenwind drückt auf Geschwindigkeit und Kondition bei der Rückfahrt, ziemlich erledigt kommen wir wieder am Bus an.


Am Montagmorgen schlägt das Wetter um – wir haben soviel erlebt und gesehen, dass es uns gar nicht schwer fällt, wieder in Richtung Freiburg zu fahren – wir werden zu Hause alle diese Eindrücke verarbeiten.

Autor: Anmargi

Margit Anhut

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